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NIDWALDEN: Schützenaugen auf Nidwalden gerichtet

Volle Feuerlinie während mehrerer Tage: Über 6500 Teilnehmer werden am Kantonalschützenfest erwartet. Das OK fiebert dem Auftakt in einem Monat entgegen.
Oliver Mattmann
Ein Schütze nimmt sein Ziel ins Visier. (Bild Werner Schelbert)

Ein Schütze nimmt sein Ziel ins Visier. (Bild Werner Schelbert)

Oliver Mattmann

«Feuer frei» in nicht weniger als elf Schiessständen im ganzen Kanton sowie in Sachseln, Flüelen und Seedorf heisst es in einem knappen Monat. Wenn Tausende Schützinnen und Schützen aus allen Landesteilen gleichzeitig ihre Sportwaffe laden, kann es sich nur um einen Grossanlass handeln: das 38. Nidwaldner Kantonalschützenfest. Nach einem Unterbruch von zwölf Jahren ist es am 24./25. Juni sowie 1. bis 4. und 8. bis 10. Juli wieder so weit.

Ein zehnköpfiges Organisationskomitee ist seit über drei Jahren mit der Planung des seltenen Ereignisses beschäftigt. «Wir sind auf Kurs», sagt OK-Präsident und SVP-Landrat Peter Waser nach der 31. Sitzung. Und Vizepräsident Urs Röthlisberger macht keinen Hehl daraus, dass das Kribbeln immer stärker wird, je näher der Festauftakt rückt: «Ich bin froh, dass es nach der langen Vorbereitungszeit endlich losgeht.»

Verschiebung um zwei Jahre

Ursprünglich hätte das Kantonalschützenfest bereits 2014 stattfinden sollen. Da im selben Jahr aber fünf andere Kantonalschützenfeste und darüber hinaus die eidgenössischen Schiessen der Jugend und der Veteranen über die Bühne gingen, entschied sich das OK für die Terminverschiebung. Der lange Abstand seit dem letzten Fest von 2004 sei ungewöhnlich, räumt Peter Waser sein. In der Regel würden Kantonalschützenfeste alle sechs bis acht Jahre durchgeführt. «Doch es wird immer schwieriger, genügend Leute für die Organisation zu finden.» Die Zahl der Aktivschützen sei permanent rückläufig, die Sektionen würden kleiner. «Eine Sektion allein ist nicht mehr fähig, ein solches Fest zu stemmen.»

Diesmal haben die Schützengesellschaft Buochs und der Wehrverein Ennetbürgen gemeinsam die Trägerschaft über­nommen. Doch auch auf allen Aussenständen in anderen Gemeinden werden zahlreiche Leute im Einsatz stehen. «Pro Tag braucht es über alles rund 250 Helfer, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren», erklärt Urs Röth­lisberger. Dabei könne man auch auf Mitglieder anderer heimischer Vereine sowie Schulkinder, die als sogenannte Warner im Schützenstand agieren, zurückgreifen. «Nur mit Helfern aus Schützenkreisen kämen wir an unsere Kapazitätsgrenzen.»

Trefferanzeige in Stans ist überaltert

Dass am Nidwaldner Kantonalschützenfest auch in Obwalden und Uri geschossen wird, hat mit der beachtlichen Nachfrage von Teilnehmern zu tun. «Dieser würden wir mit den Schiessanlagen in Nidwalden nicht gerecht», so Urs Röthlisberger. Zudem kann in Stans nicht auf 300 Meter geschossen werden. «Die Trefferanzeige ist überaltert», schildert Peter Waser das Problem. «Es gibt keine Ersatzteile mehr, wenn sie aussteigt. Dieses Risiko können wir nicht eingehen.»

Berner und Zürcher stark vertreten

Sämtliche Kantone sind mit mehr oder weniger Teilnehmern in Nidwalden vertreten. Die grössten Delegationen an Gewehr- und Pistolenschützen stellen die Berner und Zürcher mit um die 1000 Mitmachenden. Aus Nidwalden werden voraussichtlich gegen 380 Schützen versuchen, den Heimvorteil zu nutzen. Auf die 300-Meter-Distanz werden Auszeichnungen, Gaben und Auszahlungen von rund 500 000 Franken verteilt, im Pistolenbereich sind es rund 80 000 Franken. Dreh- und Angelpunkt des Kantonalschützenfestes wird das Herdernareal am Flugplatz Buochs sein.

«Wir sind bei den Landbesitzern, dem Bund und anderen Vereinen, die in der Herdern beheimatet sind, auf viel Wohlwollen gestossen», windet Röthlisberger ein Kränzchen. Schliesslich bleibe das Festareal mit Auf- und Abbau über mehrere Wochen bestehen. Ebenso sei die Zusammenarbeit mit den Behörden für die Bewilligungen vorbildlich abgelaufen. «Und auch im Sponsoringbereich durften wir Goodwill erfahren, auch wenn der Franken nicht mehr so locker sitzt wie in früheren Zeiten.»

Verständnis wecken fürs Schiessen

Nun hoffen Waser und Röthlisberger, dass das Highlight für die Schützen auch von der restlichen Bevölkerung wahrgenommen wird. Diese will man nicht nur mit hochstehenden Wettkämpfen, sondern auch mit zwei volkstümlichen Abendveranstaltungen abholen. «Vielerorts herrschen Vorurteile gegenüber dem Schiesssport und seinen Anhängern. Wir möchten zeigen, dass wir ein gemütliches Volk sind», sagt Peter Waser – ganz nach dem Festmotto «a’visierä und verweylä». Jeder sei willkommen, auch kritisch eingestellte Leute, um Schützenluft zu schnuppern und zu diskutieren. Um seine Ohren muss sich übrigens niemand Sorgen machen, es werden Gehörschütze bereitliegen.

Hinweis

Weitere Infos unter www.nwksf2016.ch

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