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NIDWALDEN: Seine Wurzeln hat er nie verloren

Rolf Waller wieder in Hergiswil: Unter diesem Motto lud die Kulturkommission zu einer Buchvernissage eines Autors, der mit 84 Jahren viel zu erzählen wusste.
Kurt Liembd
Nationalrat Peter Keller (links) und Buchautor Rolf Waller präsentierten das neue Werk Wallers mit dem Titel «Noch ist es Zeit». (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 22. September 2017))

Nationalrat Peter Keller (links) und Buchautor Rolf Waller präsentierten das neue Werk Wallers mit dem Titel «Noch ist es Zeit». (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 22. September 2017))

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Nicht weniger als 72 Jahre Altersunterschied liegen zwischen dem Autor Rolf Waller (84) und der jungen Geigerin Anju Hunziker (12), welche die Buchvernissage eröffnete. Auch wenn dies auf den ersten Blick banal tönt, waren die Themen Alter und Jugend – wenn auch unbewusst – Themen an der Vernissage vom Freitag. Rund 100 Personen, mehrheitlich ältere Semester, fanden den Weg ins Chilezentrum. Noch bevor über das Buch gesprochen wurde, zog die Geigerin Anju Hunziker das Publikum in den Bann mit dem ersten Satz aus dem 3. Violinkonzert von Mozart, begleitet am Flügel von Michele Maggiore.

Gemeinderätin Christa Blättler begrüsste das Publikum mit einer vielversprechenden Aussicht auf das Buch. «Es braucht manchmal Mut, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen, die bei niemandem nur rosarot ist.» Bei Rolf Waller gebe es keine Verherrlichung und keine Idealisierung, wenn er über seine Jugend schreibe, so Blättler. Sie erwähnte, dass die Vernissage von einem OK organisiert worden sei, unter anderem von Wallers Weggefährten Hans Reinhard und Josef Räber. Für die Vorstellung des Buches gab es für einmal keine klassische Lesung, sondern ein Interview, das von SVP-Nationalrat Peter Keller geführt wurde. Obwohl Keller 38 Jahre jünger ist als Waller, gelang es ihm, den Buchautor dort abzuholen, wo Waller aus dem Vollen schöpfen konnte. So erzählte er von seiner Jugend, die er in Hergiswil verbrachte. Obwohl er seit Jahrzehnten in Zürich und Basel wohnt und während 26 Jahren oberster Personalchef des Kantons Basel-Stadt war, sagte Waller: «Basel ist mir fremd geworden und die Innerschweiz umso mehr ans Herz gewachsen.» Wenn er zum Beispiel die Wiesenberger Jodler höre, dann spüre er Heimat. Auch erstaunte er die Zuhörer, als er schilderte, dass er 1954 die Pilatus-Skiabfahrt gewann oder als Ländlermusikant mit bekannten Hergiswilern spielte, so zum Beispiel mit «Musik-Walti» alias Walter Blättler. Viele ältere Hergiswiler waren von Waller begeistert, so zum Beispiel Erich Keller. «Ich kenne Rolf vom Militärdienst und habe unter ihm viele WK geleistet.»

Protagonist vom Lande reist ins Niederdorf

Die Geschichte in Wallers Roman spielt in den 50er-Jahren, einer Zeit der Rössli-Stumpen und der rauchgeschwängerten Bars. Protagonist Roger zieht als junger Mann vom Land nach Zürich und erlebt das Niederdorf. Dabei geht es Waller ums Thema Selbstfindung. Nicht umsonst schreiben Literaturkritiker, sein Roman habe «Tiefgang und eine Seele». Das Besondere daran ist die Sprache. Sie wirkt zwar etwas altmodisch, elegant-gewunden und bisweilen pathetisch. Doch ist dieser Sprachstil gewollt und nicht abwegig, denn er ist Stimmungsträger genau jener Zeit, in der die Geschichte spielt. Waller ist es gelungen, mit diesem Sprachstil die Spannung von Anfang bis Ende zu erhalten.

Hinweis

Das Buch ist erhältlich in der Buchhandlung von Matt in Stans oder in jeder andern Buchhandlung.

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