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NIDWALDEN: Sexualtäter muss 5 Jahre absitzen

Nun steht das Urteil fest: Der junge Tamile aus Stans muss fünf Jahre hinter Gitter – wegen massiven sexuellen Übergriffen und Gewalt. Der Fall wird den Steuerzahler einiges kosten.
Kurt Liembd

«Ich bin über das Urteil des Kantonsgerichts sehr erleichtert und erfreut», sagt André Britschgi, Anwalt des 16-jährigen Mädchens, das beim Jugendkulturzentrum Senkel in Stans im Oktober 2015 sexuelle Nötigung unter Todesangst erleiden musste. Dem Opfer geht es laut Britschgi inzwischen den Umständen entsprechend gut. Dies, nachdem es nach dem Vorfall in psychotherapeutischer Behandlung gewesen war. «Die Langzeitwirkungen sind aber nicht bekannt und müssen abgewartet werden», ergänzt Britschgi.

Der Täter ist ein junger, in Nidwalden aufgewachsener Tamile. Er hat an der Verhandlung vor Gericht alles zugegeben (Ausgabe vom vergangenen Sonntag). Nach einem fröhlichen Abend im Jugendkulturhaus Senkel hatte er die junge Nidwaldnerin beim Weggehen angesprochen und war gleich zur Sache gegangen: Er drückte sie an die Wand, küsste sie, und als sie sich wehrte, schlug er ihr mit den Fäusten massiv ins Gesicht. Die verängstigte Frau konnte schreiend fliehen, wurde aber nach rund 200 Metern eingeholt. Dort zerrte er sie an den Haaren und schlug sie wiederum, bis sie aus der Nase blutend zu Boden fiel. Schliesslich zwang er sie im Wiesland unter Todesdrohungen zum Oralverkehr. Zitternd, eingeschüchtert und aus Angst, wieder geschlagen zu werden, kam sie dem nach, bis sie erschöpft war. Während rund zwei Stunden erlitt sie neben dem psychischen Horror zahlreiche Hämatome sowie Schürf- und Quetschwunden im Gesicht und am Kopf. Kurze Zeit später wurde der gleiche Mann wieder straffällig, indem er auf dem Dorfplatz Stans und an der Buochserstrasse mehrere Frauen exhibitionistisch in Angst und Schrecken versetzte. Er konnte dann verhaftet werden.

Hohe Kosten für Steuerzahler

Das nun veröffentlichte Urteil entspricht vollständig dem Antrag von Staatsanwalt Alexandre Vonwil. Die Freiheitsstrafe von fünf Jahren muss der Täter in einer Erziehungsanstalt für junge Erwachsene verbringen. Solche gibt es in der Deutschschweiz in Uitikon ZH, im Thurgau (Kalchrain) und in Baselland (Arxhof). Zusätzlich erhielt der Mann eine unbedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 10 Franken, und er muss die Verfahrenskosten von über 32 000 Franken übernehmen. Allerdings sitzt der Mann seit über fünf Monaten im Gefängnis Stans und ist mittellos.

Weiter sprach das dreiköpfige Kantonsgericht unter Leitung von Marcus Schenker dem Opfer eine Genugtuung von 20 000 Franken sowie Schadenersatz von rund 1000 Franken zu. Dies wird der Staat übernehmen müssen, genau wie die Honorare des Opferanwaltes (3900 Franken) und der amtlichen Verteidigerin (12 500 Franken). Über eine allfällige Ausschaffung steht im Urteil nichts. Dafür ist das Amt für Migration zuständig.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Kurt Liembd

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