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NIDWALDEN: Sie muss fünf Rollen gleichzeitig proben

Amaya Keller (33) spielt an den Thunerseespielen in «Cats» mehrere Rollen. Für sie geht damit so etwas wie ein Traum in Erfüllung. Dennoch ist sie auf ein zweites Standbein angewiesen.
Amaya Keller bei den Proben für «Cats». Auf der Bühne fühlt sich die ausgebildete Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin ganz in ihrem Element. (Bild: Silvia Burkhard/PD)

Amaya Keller bei den Proben für «Cats». Auf der Bühne fühlt sich die ausgebildete Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin ganz in ihrem Element. (Bild: Silvia Burkhard/PD)

Eigentlich wohnt Amaya Keller schon seit der Matura im Jahr 2003 nicht mehr in Ennetmoos. Nach Nidwalden kommt sie trotzdem immer wieder zurück. «Hier wohnen ein paar engste Freunde, und auch mein früherer Mentor und Musiklehrer Dominik Wyss vom Kollegi Stans ist hier.»

Amaya Keller ist viel unterwegs, der Freund wohnt in Hamburg, ihre Wohnung in Zürich ist die meiste Zeit untervermietet. Heimat ist für die 33-Jährige kein Ort, sondern das sind die Menschen, die ihr etwas bedeuten, wie sie sagt. Gegenwärtig haust sie für drei Monate in Thun. Die professionelle Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin, die in Wien studierte und am dortigen Konservatorium ihr Bühnendiplom ablegte, hat ein Engagement beim diesjährigen «Cats»-Musical an den Thunerseespielen.

Darin spielt sie nicht nur die Rolle der Katze Ishtar, sondern steht gleichzeitig auch als Zweitbesetzung für vier weitere Katzen aus dem Ensemble auf der Bühne. «‹Swing on Stage› heisst das, wenn man nicht nur in die Rolle des anderen schlüpft, wenn dieser ausfällt, sondern gleichzeitig auch noch seine eigene weiter ausfüllt», sagt Amaya Keller. Insgesamt muss sich die Musical­darstellerin also parallel für fünf Positionen bereit halten – und zwar jederzeit. «Wenn etwas passiert, müsste ich möglichst sowohl meinen wie auch den ausgefallenen Track bedienen.»

Strapazen für den Körper sind nicht zu unterschätzen

Natürlich könne es auch Überschneidungen zwischen den Rollen geben, sagt sie. Passiert das, entscheide der sogenannte Dance Captain, welche Teile der einzelnen Rolle gestrichen würden. Fällt jemand aus, mache dieser einen Szenenplan für den jeweiligen Abend. «Das bedeutet für alle hinter und auf der Bühne höchste Konzentration. Das ist Kopfsache», erklärt die Künstlerin. Der Zuschauer bekommt von diesem Stress hinter der Bühne in der Regel nichts mit. Es sei in ihrer Karriere das erste Mal, dass sie als «Swing on Stage» fungiert. Amaya Keller versteht das als grosse Herausforderung.

Sie freut sich aber vor allem über das Vertrauen, das man ihr mit der Besetzung entgegengebracht hat. Und was wäre, wenn sie diesen Sommer tatsächlich einspringen muss? «Dann versuche ich, Ruhe zu bewahren. Du weisst, was du kannst, und vertraust auf dich selbst», sagt sie. Insgesamt gehört «Cats» zu den körperlich anstrengenden Musicals. «Es wird sehr anspruchsvoll und intensiv getanzt.» Fit halte sie sich durch gutes und energiereiches Essen und durch sorgfältiges Aufwärmen vor Proben und Aufführungen. Begeistert ist sie vor allem von Kim Duddy, die in Thun Regie und Choreografie führt. «Sie hat einen grossen Namen, es ist toll, die Chance zu haben, mit ihr zu arbeiten. Da kann ich tänzerisch viel mitnehmen.»

Durststrecken überbrückt sie als Sprecherin

Für die nächste Zeit ist die Schauspielerin und Tänzerin, die schon zwei Mal bei den Thunerseespielen engagiert war und auch sonst in vielen Produktionen mitwirkt, ausgebucht. Doch wie sieht es danach aus? «Es ist nicht immer ein leichter Weg. Es gibt auch Durststrecken. Perfekt läuft es, wenn ein Engagement das andere ablöst.» Die Reisekosten zu den Castings tragen die Künstler selbst. Manchmal brauche es bis zu drei Castings, und dann könne es passieren, dass man trotzdem leer ausgehe. Amaya Keller hat daraus Konsequenzen für sich gezogen: Sie hat begonnen, sich ein zweites Standbein zu schaffen, als Sprecherin im Tonstudio. Doch im Moment gilt ihr Fokus einer Sache: der «Cats»-Premiere vom kommenden Mittwoch.

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@

nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

«Cats», Thunerseespiele. Premiere ist am 12. Juli. Mehr Informationen finden Sie im Internet unter:

www.thunerseespiele.ch

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