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NIDWALDEN: SRF-Mann spricht in Stans über Trump: «Er hat vielleicht eine Schraube locker»

Beat Soltermann, Leiter der Radio SRF-Sendung «Echo der Zeit», redete in Stans Klartext über Donald Trump. Sein Vortrag war Start einer Veranstaltungsreihe des Historischen Vereins Nidwalden.
Marion Wannemacher
Beat Soltermann im Gespräch mit Brigitt Flüeler, Präsidentin Historischer Verein Nidwalden. (Bild: Marion Wannemacher (Stans, 17. Januar 2018))

Beat Soltermann im Gespräch mit Brigitt Flüeler, Präsidentin Historischer Verein Nidwalden. (Bild: Marion Wannemacher (Stans, 17. Januar 2018))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

Vor einem Jahr ist Donald Trump ins Weisse Haus eingezogen und hält seitdem die Welt in Atem. Warum kam Trump an die Macht, und wie veränderte er die Welt, wollte der Historische Verein Nidwalden (HVN) wissen und lud darum einen USA-Kenner ein. Von 2011 bis letzten Sommer war Beat Soltermann USA-Korrespondent in Washington, jetzt moderiert und leitet er die Sendung «Echo der Zeit» von SRF. Mit seinem Vortrag startete am Mittwochabend die neue Staffel der Veranstaltungsreihe «Geschichte aktuell» des HVN rund ums politische Weltgeschehen.

Dass Trump die Gemüter auch in Stans bewegt, zeigte die Zahl der Besucher: Der Theatersaal des Kollegi St. Fidelis war zu drei Vierteln besetzt. «Er ist schon ein spezieller Mensch», sagte Bernadett Zihlmann aus Stans. «Vielleicht wird er von verschiedenen Seiten beleuchtet», erwartete sie vom Vortrag, «es wäre doch interessant, von einer anderen Seite zu hören.» Natürlich war sie auch wegen Beat Soltermann gekommen. «Es ist sicher spannend, ihn zu sehen», fand sie.

Anfänglich löste jeder Tweet einen Anruf aus

Um es vorweg zu nehmen: Spannend waren die Einblicke, die Beat Soltermann gewährte. Und: Nein, wir in der Schweiz müssen uns keine grösseren Sorgen machen, antwortete der Experte auf entsprechende Fragen aus dem Publikum. «Trump will die USA umbauen, aber es gibt auch Grenzen. Das System ist stärker als Trump – die Justiz, das Parlament und die Medien schauen genau hin, was er tut», sagte Beat Soltermann. Anfänglich habe jeder Tweet Trumps einen Anruf in der Redaktion in Bern ausgelöst. Mittlerweile sei klar: «Man darf nicht alles auf die Goldwaage legen, was er sagt.»

Zur Äusserung von HVN-Präsidentin Brigitt Flüeler, viele Leute fragten sich, ob der amerikanische Präsident krank sei, sagte Beat Soltermann unverblümt: «Donald Trump ist sicher anders als frühere Präsidenten, und er hat vielleicht auch ein bisschen eine Schraube locker.» Der medienorientierte Trump schaue drei bis vier Stunden am Tag Talkshows und schalte dazu aktuelle Tweets. Der Arzt, der auch bereits schon Obama untersuchte, habe aber soeben attestiert, dass bei Trump im Kopf alles in Ordnung sei.

Im Gespräch mit der Präsidentin erzählte Beat Soltermann, Korrespondent sei sein «Traumjob» gewesen. Ein Besuch beim Onkel in den USA mit zehn oder elf Jahren habe ihn derart fasziniert, dass er schliesslich nach der Matura für ein Jahr dort Journalismus studierte und bei CNN ein Praktikum machte. Ihm sei klar gewesen, dass er einmal als Korrespondent in die USA zurück­wolle. Von 2005 an war er Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF und berichtete 2008 als Sonderkorrespondent über die Wahl Obamas. Bei den letzten Wahlen hätten sich zunächst viele nicht vorstellen können, dass Trump gewinnen würde. Man habe an Wahlkampfanlässen aber gemerkt, dass im Publikum eine grosse Energie geherrscht habe, anders als bei Hillary Clinton.

Soltermann zeigte auf, wie sehr sich der Alltag in Washington D.C. von dem in anderen Landesteilen der USA unterscheidet. Während viele Amerikaner schauen müssten, wie sie über die Runden kommen, gehe es den Menschen in der Hauptstadt und deren Agglomeration vergleichsweise gut. Vor allem im Landesinnern, im sogenannten «Fly-over-Country», seien Antipathien weit verbreitet. Diese hätten Trump zum Sieg verholfen.

Davos als ein Auftritt von vielen im Programm Trumps

Nach der Wahl hätten viele den Eindruck, Trumps Entscheidungen, so etwa die Abschaffung der Obama-Care, seien extrem, dabei entsprächen sie einfach der republikanischen Politik. Auch ein anderer republikanischer Präsident hätte sich nach Ansicht Soltermanns vermutlich aus dem Klimaabkommen verabschiedet oder eine Steuerreform durchgeboxt. Was aber Trumps Stil ausmache: «Man weiss nie, was er als Nächstes will und wie ernst ihm ein Anliegen ist.»

Von Trumps Teilnahme am WEF in Davos erhofft sich Beat Soltermann nicht allzu viel für die Schweiz und warnt vor zu grossen Erwartungen. Donald Trump kenne das Land nicht wirklich. Davos sei ein Auftritt von vielen im Programm des Präsidenten. Aber vielleicht lerne Trump beim Besuch, dass die Schweiz der siebtgrösste Direktinvestor in den USA sei. «Ein erstaunlicher Fakt, den viele Leute in den Vereinigten Staaten nicht kennen.»

Hinweis
Weitere «Geschichte aktuell»-Vorträge des Historischen Vereins: Über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Mittwoch, 24. Januar, und über Brexit am Mittwoch, 31. Januar, jeweils 19.30 Uhr im Kollegium St. Fidelis, Stans. www.hvn.ch

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