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NIDWALDEN: Stanser Läden trotzen dem Onlinehandel

Im Dorfkern halten sich die Läden – und trotzen den Strömungen wie Einkaufszentren oder Onlinehandel. Ein Lokal ist nie lange verwaist. Zwei Ladenhinhaber, die es wissen müssen, lüften das Erfolgsgeheimnis.
Matthias Piazza
Dunja Rutschmann, Präsidentin des Vereins Stanser Dorfläden, dem fast 50 Geschäfte angeschlossen sind. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 17. Januar 2018))

Dunja Rutschmann, Präsidentin des Vereins Stanser Dorfläden, dem fast 50 Geschäfte angeschlossen sind. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 17. Januar 2018))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Seit 182 Jahren gibt es an der Tellenmattstrasse 1 im Stanser Dorfzentrum Bücher. «Wir sind wahrscheinlich das älteste Geschäft in Stans», erzählt Martin von Matt bescheiden, der die Buchhandlung in sechster Generation führt. Schuhe Blättler ist ebenfalls schon über hundert Jahre in Stans präsent. Auch sonst trifft man auf viele alteingesessene Geschäfte. 46 Detailgeschäfte listet der Verein Stanser Dorfläden (VSL) auf seiner Internetseite auf. Die wirtschaftliche Bedeutung ist nicht ohne. Mit 400 Arbeits- und 50 Ausbildungsplätzen seien die Dorfläden in der Summe einer der grössten Arbeitgeber in Stans. Und zieht doch einmal ein Geschäft weg, ist das Ladenlokal nie lange verwaist. Von A wie Achermann Uhren Schmuck bis W wie Wohnsein findet man einen breiten Ladenmix im Zentrum des Nidwaldner Hauptortes. Und die Läden scheinen allen Entwicklungen zu trotzen – sei es dem 1980 eröffneten und 2010 modernisierten Länderpark oder dem Online-Handel.

Martin von Matt, der selber im Vorstand des Vereins Stanser Dorfläden ist, bestätigt den Eindruck einer intakten Ladenlandschaft, sozusagen einer heilen Welt. «Ich bin selber immer wieder erstaunt, wie aktiv die Stanser Geschäftsinhaber sind, sie halten ihre Läden in Schuss, renovieren, bauen um.»

Intaktes Dorfleben begünstigen Läden

Für das rege Geschäftsleben hat er eine Erklärung. «Stans hat ein intaktes Dorfleben mit den vielen Anlässen, dem regen Vereinsleben und einer intakten Schule. Der Ort ist alles andere als ein Schlafdorf. Und dies zieht Anwohner an, die einen Bezug zum Dorf und ihren Läden aufbauen.» Mit Aktivitäten wie dem langen Samstag vom 24. März punkte man zusätzlich bei den Kunden. An solchen Samstagen, die immer zweimal im Jahr stattfinden, sind die Läden bis 20 Uhr geöffnet. Die Musikschule Stans unterhält dieses Mal Kunden musikalisch – anlässlich ihres 50-Jahr-Jubiläums.

Dunja Rutschmann, Präsidentin des VSL, betreibt in Stans seit 15 Jahren die Schneiderei «weiblich.er», 2009 übernahm sie das Trachtenstübli am Dorfplatz. Die gebürtige Stansstaderin schwärmt von der einzigartigen Stanser Atmosphäre. «Viele meiner Kunden wurden meine Freunde.» Dunja Rutschmann spricht von einem grossen Vertrauensverhältnis, die sie zu ihren Kunden hege. «Einmal kam eine junge Frau aus Luzern in meinen Laden, auf der Suche nach einem passenden Edelweisshemd für ihren Verein. Ich bot ihr an, mehrere Hemden mitzunehmen, zum Ausprobieren. Als ich dafür keine Anzahlung verlangte, verstand sie die Welt nicht mehr. Wie erwartet, gab sie die Hemden später wieder zurück», erzählt sie. Selbstverständlich sei die grosse Ladenvielfalt in einem Ort mit rund 8300 Einwohnern nicht, gibt sie zu bedenken und vergleicht mit Dübendorf. Der Ort mit fast 28 000 Einwohnern habe zum Beispiel keine Schneiderei, wie man sie in Stans kennt. Martin von Matt windet den Kunden ein Kränzchen: «Wir sind dank unserer guten und treuen Kunden so gut.»

Grosser Zusammenhalt unter den Geschäften

Beide Vorstandsmitglieder sind sich einig, dass auch der grosse Zusammenhalt unter den fast 50 Stanser Geschäften zum Erfolg beitrage. «Futterneid kennen wir nicht. Wenn ich ein Buch nicht habe, schicke ich den Kunden zu einem anderen Buchladen. Damit habe ich kein Problem. Das schätzen die Kunden», weiss Martin von Matt. Die spezielle Atmosphäre, der persönliche Kundenkontakt: Damit biete man seit bald vierzig Jahren dem nahe gelegenen Länderpark die Stirn. Auch der Zukunft blicken die beiden passionierten Geschäftsleute optimistisch entgegen – trotz neuer Herausforderungen wie etwa Onlinehandel. «Es wird sicher nicht einfacher. Nur hinter der Kasse auf Kunden zu warten, geht nicht mehr. Mir macht die Arbeit Spass und das honorieren die Kunden», so von Matt. Dunja Rutschmann ergänzt: «Ich möchte Stans nie mehr verlassen.»

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