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NIDWALDEN: Stanser produziert neue Gardistenhelme mit 3D-Drucker

Die Schweizer Gardisten im Vatikan brauchen neue Helme. Diese kommen erstmals aus einem 3D-Drucker in Stans. Besonders im Römer Hochsommer dürften die Gardisten das neue Material schätzen.
Matthias Piazza
Marcus Risi (links) begutachtet mit Auftraggeber Peter Portmann einen 3D-gedruckten Helm. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 7. März 2018))

Marcus Risi (links) begutachtet mit Auftraggeber Peter Portmann einen 3D-gedruckten Helm. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 7. März 2018))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Da staunte man nicht schlecht. Ein Schweizergardist respektive ein lebensgrosses Modell mit Uniform und Helm, posierte an einem Stand der AMX, der Messe für professionellen 3D-Druck, die am Dienstag und Mittwoch auf der Luzerner Allmend stattfand. Was hat die Schweizer Garde mit der dreidimensionalen Drucktechnologie zu tun? Einiges, auch wenn man sich dies auf den ersten Blick nicht vorstellen kann. Auf einem Sockel stand ein Helm – hergestellt aus dem 3D-Drucker von Marcus Risi. Mit seiner Firma 3D-Prototyp GmbH, die seit vier Jahren in der Stanser Riedenmatt beheimatet ist, druckt er seit 12 Jahren alle möglichen Gegenstände auf Basis von Kunststoff.

Doch ein Helm ist für den 60-jährigen Stanser Unternehmer eine Premiere. «Die Leute, die an unserem Stand vorbeikamen, dachten erst, es handle sich um eine Nachbildung. Doch der Helm ist echt», versichert Marcus Risi, «und hat gegenüber seinem blechernen Vorgänger auch gewichtige Vorteile. Der Helm ist dank des leichten Kunststoffs angenehm zu tragen, auch im Sommer, er kann nicht brechen und es gibt auch keine Beulen, wenn er zu Boden fällt. Und grossen Belastungen muss er nicht standhalten, da Gardisten ja nicht kämpfen.»

Bis 40 Grad Biegung ist möglich

Kann ein 3D-Drucker Hohlformen herstellen? Er kann, wie der Prototyp beweist. Die Maschinen können Gegenstände mit einer Biegung von bis zu 40 Grad herstellen. Dafür wurde ein Helm mit einem 3D-Scanner eingelesen. Danach wurden die Daten aufbereitet. Während 15 Stunden entstand Schicht für Schicht der Helm aus dem Drucker. Besteht der Prototyp noch aus zwei Hälften, soll im seriellen Druck der Helm aus einem einzigen Guss entstehen.

Das Projekt entstand sozusagen aus einem Missstand heraus: «Die aktuellen schwarzen Helme der Schweizer Gardisten sind ins Alter gekommen. Es bestand schon seit Längerem die Idee, sie durch Helme mit einem höheren Tragekomfort zu ersetzen», sagt Peter Portmann, dessen Cousin bei der Schweizer Garde dient. Als Portmann vor vier Jahren an einem Vortrag von Marcus Risi von der 3D-Technologie erfuhr, fragte er sich, ob man damit auch Helme produzieren kann. Die Beiden kamen ins Gespräch. «‹Das ist möglich›, sagte ich, obwohl ich mich damit schon etwas aus dem Fenster lehnte», erinnert sich Marcus Risi.

3D-Druck ist wesentlich günstiger

Auch die Kosten sprechen für den 3D-Druck – ein nicht unwichtiger Faktor. Denn der Vatikan kommt zwar für die Uniform auf, nicht aber für die rund 120 schwarzen Helme der Gardisten. «Einen neuen Blechhelm von Hand zu fertigen, würde etwa 6000 Franken kosten, rund sechs Mal so viel wie ein Helm aus dem 3D-Drucker», erzählt Peter Portmann, der nun Sponsoren sucht. Wer einen Helm finanziert, der voraussichtlich zwischen 800 und 1000 Franken kostet, darf sich mit seinem Namen als Inschrift im Helm verewigen lassen.

In Kürze soll der 3D-Drucker aus dem Hause 3D-Prototyp GmbH die ersten Gardistenhelme produzieren. Danach werden sie noch schwarz lackiert. Die Zeit drängt. Am 6. Mai, bei der Vereidigung der neuen Gardisten, sollen die ersten 20 Helme ausgeliefert werden.

Marcus Risi spricht von einem speziellen Auftrag. «Das Geld steht dabei nicht im Vordergrund. Für mich ist die Produktion der Gardistenhelme ein Leuchtturmprojekt mit einem hohen Werbeeffekt für meine Firma», sagt er. «Ich finde es persönlich eine coole Sache. Mit zwei Kollegen, die in der Schweizer Garde sind, habe ich auch einen persönlichen Bezug zum Thema.» Wie die Helme aus dem 3D-Drucker bei den Gardisten ankommen, wird Marcus Risi in rund zwei Monaten persönlich erfahren. Er gehört zu den geladenen Gästen an der Vereidigung im Vatikan, bei der übrigens Luzern Gastkanton ist.

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