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NIDWALDEN: Stanser Rentner: Beschimpfungen und Gerichtsprozesse am Laufmeter

Der Streit dauert schon über 20 Jahre: Einmal mehr musste sich ein Stanser gestern vor Gericht verantworten – diesmal wegen übler Beschimpfung.
Kurt Liembd
Blick in einen Gerichtssaal im Kantonsgericht Nidwalden. (Symbolbild: NZ)

Blick in einen Gerichtssaal im Kantonsgericht Nidwalden. (Symbolbild: NZ)

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Wie viele Verfahren und Gerichtsprozesse der Mann schon verursacht hat, weiss niemand so genau, aber es sind sehr viele. Seit über 20 Jahren deckt der heute 66-jährige Rentner Behörden, Justiz und Mitbürger mit Strafklagen ein und wird deshalb im Gegenzug auch immer wieder eingeklagt. Da das Zusammenleben mit ihm unzumutbar sei, hat das Kantonsgericht bereits im April 2016 beschlossen, dass er seine Wohnung zwangsverkaufen muss. Das Verfahren ist noch am Laufen.

Kurz zuvor war der Stanser in einem anderen Fall verurteilt worden, weil er seine eigene Tochter mit einem starken Faustschlag verletzt hatte, so dass diese 14 Tage arbeitsunfähig war (wir berichteten). Gestern stand er einmal mehr vor dem Nidwaldner Kantonsgericht, diesmal wegen Beschimpfung. Konkret spielte sich gemäss Staatsanwaltschaft Folgendes ab: Der Mann traf im Februar 2017 in der Einstellhalle in Stans, wo er eine Eigentumswohnung besitzt, auf Miteigentümer B. Als er ihn erblickte, begann er sofort, ihn aufs Übelste zu beschimpfen. Originalton aus der Anklageschrift: «Du bist der grösste Sauhund, den es gibt. Du bist ein verdammter, gemeiner und hinterhältiger Halunke, der Urkunden fälscht und Dokumente verschwinden lässt.» Im gleichen Ton betitelte er dessen nicht anwesende Ehefrau und schrie: «Ihr seid ein gemeines, hinterhältiges Pack.» Höhepunkt der Konfrontation war, dass der Mann seinen Arm zu einem Schlag hob. B. konnte diesen zwar abwenden, hat sich dabei jedoch leicht verletzt.

Rundumschlag gegen Justiz

Bei der gestrigen Befragung vor Gericht ging der Mann kaum auf die Gründe ein, weshalb er seinen Mitbewohner derart beschimpft habe. Vielmehr holte er zu einer längeren Schimpftirade gegen die Justiz aus und führte Beispiele an im Zusammenhang mit anderen Fällen. «Staatsanwaltschaft und Gerichte stecken in Nidwalden unter einer Decke», wetterte er. Gerichtspräsidentin Corin Brunner musste ihn mehrmals unterbrechen und ermahnen, zur Sache zu reden und nicht abzuschweifen. Auf die wiederholte Frage, weshalb er in der Tiefgarage seinen Nachbarn derart beschimpft haben soll, fuhr er verbal noch gröberes Geschütz gegen seinen Nachbarn auf, und zwar aus der untersten Schublade. Der Mann sei ein «Lügner par excellence» und «Oberläferi» – so lauteten die harmlosesten Beschimpfungen. Der Nachbar blieb, wie auch die Gerichtspräsidentin, seelenruhig und legte seinen Standpunkt sachlich dar. Das Urteil erscheint nächste Woche. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Busse von 500 Franken und 400 Franken Gebühren (Total 900 Franken), der Angeklagte verlangt einen Freispruch.

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