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NIDWALDEN: Strassensanierung: Landrat steht hinter Kehrsitern

Das Parlament unterstützt die Forderung der Begleitgruppe nach mehr Ausweichstellen. Das nütze unter anderem der Verkehrssicherheit, wurde argumentiert.
Die Kehrsitenstrasse soll saniert werden. Anwohner wünschen sich mehr Ausweichstellen. (Bild: PD)

Die Kehrsitenstrasse soll saniert werden. Anwohner wünschen sich mehr Ausweichstellen. (Bild: PD)

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Die Entscheidungen fielen klar aus. Sowohl die Einwendung der Begleitgruppe zur Kehrsiten­strasse für mehr Ausweichstellen als auch die beiden Objektkredite von insgesamt rund 16,4 Millionen Franken für Verkehrsqualität, Steinschlagschutz, Instandsetzung und Amphibienschutz hiess der Landrat gestern ohne Gegenstimme gut.

In der Debatte hatte Martin Zimmermann (SVP, Ennetbürgen) als Präsident der Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL) aufgezeigt, dass die Strasse einen hohen Instandsetzungsbedarf habe. Auch die zu erwartende Zunahme, insbesondere von Fussgängern und Velofahren in Zusammenhang mit der Eröffnung des Bürgenstock-Resorts, rufe nach Massnahmen.

Die Kommission habe sich einerseits eingehend mit Kosten beschäftigt, aber auch mit der Einwendung der Begleitgruppe Kehrsitenstrasse, die sich für zusätzliche Ausweichstellen einsetzte. «An einem Ortstermin haben wir uns einen Überblick verschafft», sagte Zimmermann. In den folgenden Diskussionen sei man in der Kommission zum Schluss gekommen, dass gerade mit Blick auf eine Verkehrszunahme nur mit den zusätzlich geforderten vier Ausweichstellen mehr Sicherheit geschaffen werden könne. Darum stelle sich die BUL einstimmig hinter die Forderung der Begleitgruppe und empfehle deren Einwendung zur Annahme.

Kein Stückwerk, sondern richtig sanieren

Norbert Rohrer (CVP, Stansstad) meinte im Namen der Finanzkommission, die Planung habe lange gedauert, dafür sei auch sorgfältige Arbeit geleistet worden. Handlungsbedarf bestehe bei der Kehrsitenstrasse seit längerer Zeit. Die vier Ausweichstellen, welche die Regierung einsparen wolle, trügen wesentlich zur Sicherheit auf dieser Strasse bei. Es würden weniger gefährliche Rückwärtsfahrten notwendig, was den Fussgängern und Velofahrern zugutekomme.

Auch die CVP-Fraktion schloss sich der Meinung der Kommissionen an, wie René Wallimann (Dallenwil) bekannt gab. «Wenn die Strasse schon saniert wird, dann richtig.»

Ähnlich tönte es auch bei der SVP: Wenn man die Strasse für die Bauarbeiten schon ein Jahr lang sperre, solle man sie gleich richtig sanieren. Und kein Stückwerk machen, indem man in ­einigen Jahren zum Schluss komme, dass es nun doch mehr Ausweichstellen brauche.

Forderungen nach weiterer Öffnung befürchtet

Daniel Niederberger (SP, Stans) unterstützte die rund 2,5 Millionen Franken teurere Variante im Namen der Grünen/SP-Fraktion ebenfalls. Die zusätzlichen Ausweichmöglichkeiten würden die Sicherheit auf der Strasse verbessern.

Baudirektor Josef Niederberger hielt in der Beratung an der Meinung des Regierungsrats fest, die vier zusätzlichen Ausweichstellen nicht zu bauen. Die Unfallhäufigkeit auf dem Strassenabschnitt sei gering. Bei den vier beantragten zusätzlichen Ausweichstellen hätte sich in den vergangenen fünf Jahren lediglich ein registrierter Unfall ereignet. «Die bisherigen Verkehrsanordnungen und das Verkehrsregime gelten weiterhin», sagte Niederberger weiter. Die Strasse könne nur von einem sehr eingeschränkten Personenkreis genutzt werden.

Mehr Ausweichstellen könnten nach Ansicht der Regierung zur Forderung führen, dass die Strasse weiter geöffnet wird. «Und die zusätzlichen Ausweichstellen steigern die Rücksichtnahme gegenüber Velofahrern und Fussgängern auch nicht.» Das Projekt, so wie es die Regierung vorschlage, erfülle die gestellten Anforderungen.

Ruedi Waser (FDP, Stansstad) glaubte nicht, dass eine weitergehende Öffnung der Strasse ein Thema werde. «Wenn man das machen möchte, müsste man sie auf zwei Spuren ausbauen.» Er könne sich auch nicht vorstellen, dass aufgrund von vier zusätzlichen Ausweichstellen weniger Rücksicht auf die Velofahrer und Fussgänger genommen werde.

Conrad Wagner (Grüne, Stans) nahm den Vorwurf der Unverhältnismässigkeit an das erweiterte Projekt auf: «Es ist genau das Gegenteil der Fall: Weil wir jetzt ein gutes Projekt haben, müssen wir die Strasse für die nächsten 30 Jahre nicht mehr ‹in die Hand nehmen›.»

Peter Wyss (SVP, Stans) sprach von einem konsequenten Weg, wenn die Ausweichstellen realisiert würden. Die vielen beschädigten Aussenspiegel oder Kratzer im Autolack wegen Manövern beim Kreuzen und Rückwärtsfahren würden natürlich in keiner Unfallstatistik auftauchen.

FDP-Landrätin Liliane Lauterburg, die in Kehrsiten wohnt, bedankte sich im Namen der Begleitgruppe für die grosse Unterstützung.

Für die Planung der Strassensanierung hat der Kanton Nidwalden einen engen Zeitplan aufgestellt. Der Bau beginnt frühestens im Oktober oder November 2019.

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