Nidwalden
Tanne bringt Fasnachtsstimmung nach Stans

Der «Frohsinn» und die Nidwaldner Zünfte stellen für die Fasnacht eine Ehrentanne. Die Plakette wird zu Gunsten von Coronaopfern verkauft.

Richard Greuter
Merken
Drucken
Teilen

«Die offizielle Fasnacht ist dieses Jahr in Quarantäne – krank ist sie aber nicht», schreibt Sören Schwitzky, Präsident der Frohsinngesellschaft Stans, in einem E-Mail an die Redaktion der «Nidwaldner Zeitung». Normalerweise stünde im Garten des neuen Frohsinnpaares längst eine Ehrentanne. Da die diesjährige Fasnacht ausfällt, stellte die Frohsinngesellschaft am Samstag auf dem Dorfplatz Stans eine fantastisch geschmückte Fasnachtstanne auf.

Gemeinsam mit den Nidwaldner Zünften und allen Nidwaldner Guuggen stellte die Fohsinngesellschaft Stans auf dem Stanser Dorfplatz eine Ehrentanne.
5 Bilder
Die Fasnächtler packten mit an.
Die Tanne wird während der Fasnachtszeit das Wahrzeichen von Stans.
Das Fohsinnpaar Erich I. und Conny Helfenstein im Gespäch mit Tele 1.
Erich I. Helfenstein Initiant einer beispielhaften Solidaritätsaktion für Familien und Personen die aufgrund der Corona-Krise eine besonders schwere Zeit durchleben müssen.

Gemeinsam mit den Nidwaldner Zünften und allen Nidwaldner Guuggen stellte die Fohsinngesellschaft Stans auf dem Stanser Dorfplatz eine Ehrentanne.

Bild: Richard Greuter (Stans, 30. Januar 2021)

Vizepräsident Reto Gabriel, der für den reibungslosen Ablauf verantwortlich war, sieht die «Nidwaldner Tanne» als Gemeinschaftswerk im Zeichen der Solidarität der Fasnacht. Beteiligt waren sämtliche Nidwaldner Fasnachtszünfte, die in Gruppen getrennt dem Aufstellen beiwohnten, und auch alle Guugger. «Ich finde es eine geniale Sache», lobte Adrian Tresch, Hornbläser der Hornerzunft. «Diese Tanne ist die Seele der Fasnacht», sagte Zunftmeister Marco I. von der Fasnachtszunft Ennetbürgen. Bereits zum fünften Mal setzte Philipp Häcki von der Firma Schleiss AG die Tanne, die erst am frühen Morgen gefällt worden war, zentimetergenau an die richtige Stelle. Mitarbeiter der Gemeinde Stans sorgten für die sichere Verankerung. Geschmückt wurde sie bereits am Samstagmorgen mit Utensilien der Nidwaldner Zünfte und Guuggen.

Coronaregeln eingehalten

Um einen allzu grossen Besucheraufmarsch zu vermeiden, erfolgte die gesamte Planung geheim. Im Vorfeld wurden, laut Reto Gabriel, sämtliche Behörden informiert. Gearbeitet wurde genau nach den Coronaregeln, sodass nie mehr als fünf Personen beieinanderstanden. Auf Apéro und Glühwein wurde verzichtet. Das Frohsinnpaar stellte «Frohsinnmasken» zur Verfügung.

Das Frohsinnpaar Erich I. und Conny Helfenstein hätte eigentlich einem Nachfolgepaar Platz gemacht, es bleibt nun aber im Amt. Klar ist: Die Fasnacht fehlt allen und wäre für viele ein grosses Bedürfnis. Auch der Frohsinnvater ist mit dieser Situation nicht glücklich. «Ich vermisse die Emotionen, die wir sonst hatten», sagte Erich I. «Trotzdem können wir Akzente setzen, wie mit diesem Tag.» Er erinnerte aber auch daran, dass zahlreiche Leute nicht arbeiten können und schauen müssen, wie sie über die Runden kommen. «Die dürfen wir nicht vergessen.»

Die Fasnacht hat auch einen sozialen Charakter

Und die Frohsinngesellschaft hat sie nicht vergessen. «Die Fasnacht ist nicht nur ein Fest, sondern hat auch sozialen Charakter», sagte Vorstandsmitglied Josef Konrad Scheuber. Auf Initiative des Frohsinnpaares stellt die Frohsinngesellschaft eine beispielhafte Solidaritätsaktion auf die Beine. Der gesamte Reingewinn des diesjährigen Plakettenverkaufs geht an die Diakonie der Katholischen Landeskirche Nidwalden. «Wir möchten Familien und Personen unterstützen, die eine schwierige Zeit durchleben müssen», sagte Erich I.

Die Solidaritätsplakette ist in sämtlichen Christen-Beck-Filialen für einen Preis von 20 Franken erhältlich. Plakettenchef Scheuber geht davon aus, dass etwa 17 Franken in die Solidaritätsaktion fliessen. Als Plakettenchef ist Scheuber vermutlich einer der wenigen der Frohsinngesellschaft, die alle Hände voll zu tun haben. Seine Kollegen, Stubenmeister, Umzugschef oder der Zeremonienmeister, sind praktisch zum Nichtstun verurteilt, helfen aber bei der Solidaritätsaktion mit.

Wie Vizepräsident Reto Gabriel berichtet, möchte die Frohsinngesellschaft während der Fasnachtszeit je nach Möglichkeit Altersheime und auch Bewohner vom Mettenweg und Weidli besuchen und ihnen damit einen Hauch Fasnacht überbringen.

Personen, die infolge der Coronakrise in eine schwierige Lage geraten, können sich bei der Diakonie der Katholischen Landeskirche Nidwalden melden.