NIDWALDEN: Teils mehrjährige Strafen in Wirtschaftsprozess

In einem Prozess wegen Wirtschaftskriminalität hat das Kantonsgericht Nidwalden einen von fünf Beschuldigten freigesprochen. Zwei der Angeklagten erhielten mehrjährige Haftstrafen, zwei weitere bedingte Geldstrafen.

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Akten in der Gerichtskanzlei Stans fotografiert am 08. Juni 2015. Gericht, Prozess, Ordner (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ) (Neue Nidwaldner Zeitung))

Akten in der Gerichtskanzlei Stans fotografiert am 08. Juni 2015. Gericht, Prozess, Ordner (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ) (Neue Nidwaldner Zeitung))

Die den Beschuldigten vorgeworfenen Wirtschaftsdelikte waren in verschiedenen Kantonen verübt worden. Der Prozess war in Nidwalden durchgeführt worden, weil dort das erste Delikt begangen worden war.

Die schwerste Strafe, nämlich sieben Jahre und sechs Monate, erhielt ein 59-Jähriger. Zudem muss er eine Ersatzforderung und Schadenersatz zahlen und weitere Kosten übernehmen, wie aus dem am Montag veröffentlichen Urteil hervorgeht.

Er wurde des mehrfachen Betruges und betrügerischen Konkurses, der mehrfachen Veruntreuung, Urkundenfälschung, Erschleichung einer falschen Beurkundung, Misswirtschaft, ungetreuen Geschäftsbesorgung und der falschen Anschuldigung sowie der Unterlassung der Buchführung schuldig gesprochen. Freigesprochen wurde er vom Vorwurf der Erpressung und der Gehilfenschaft zur Veruntreuung.

Ein 61-jähriger Beschuldigter erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Er muss unter anderem dem Staat eine Ersatzforderung von 100'000 Franken zahlen. Auch seine Liste von Delikten ist lang: Betrug und Unterlassung der Buchführung sowie mehrfache falsche Anschuldigung, Veruntreuung, Urkundenfälschung, Erschleichung einer falschen Beurkundung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Misswirtschaft.

Bei den beiden Beschuldigten, die eine Freiheitsstrafe erhielten, ist ferner ein Verfahren eingestellt worden.

Ein 70- und ein 72-jähriger Beschuldigter sind mit bedingten Geldstrafen (240 Tagessätze à 50 Franken respektive 275 Tagessätze à 60 Franken) bestraft worden. Zahlen müssen sie je eine Busse von 1000 Franken. Schuldig gesprochen wurden die beiden der mehrfachen Urkundenfälschung und Erschleichung einer falschen Beurkundung sowie der (mehrfachen) Misswirtschaft. Der 72-Jährige machte sich ferner mehrfachen ungetreuen Geschäftsführung schuldig.

Von den ihm zur Last gelegten Delikten (Betrug, Gehilfenschaft zur Veruntreuung, Anstiftung zur Urkundenfälschung) freigesprochen wurde der fünfte Angeklagte, ein 79-jähriger. Dieser erhält vom Kanton eine Genugtuung von 800 Franken ausbezahlt. (sda)