NIDWALDEN: Therese Rotzer auf den Zahn gefühlt

Nun hat der Wahlkampf für den Ständerat auch bei der CVP begonnen. Therese Rotzer stand den Bürgern auf dem Stanser Dorfplatz Red und Antwort.

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Therese Rotzer (rechts) an ihrem Stand auf dem Stanser Dorfplatz  mit Albert Müller, Karl Tschopp und Werner Businger (von links). (Bild Kurt Liembd)

Therese Rotzer (rechts) an ihrem Stand auf dem Stanser Dorfplatz mit Albert Müller, Karl Tschopp und Werner Businger (von links). (Bild Kurt Liembd)

Kurt Liembd

«Wie halten Sie es mit der Homo-Ehe», fragte keck und herzhaft der junge Sven Schleifer (24) aus Buochs Therese Rotzer. Er fragte aus Interesse an politischen Themen und wurde von der Antwort Rotzers positiv überrascht. Die Ständeratskandidatin entpuppte sich als versierte Kennerin der nationalen Politik und legte ihre Meinung glasklar dar. Dabei beeindruckte die ehemalige Nidwaldner Oberrichterin und Zuger Verhörrichterin im Kanton Zug mit fundierten juristischen Kenntnissen, aber auch mit ihrem persönlichen Verständnis für gesellschaftliche Fragen. Gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen habe sie rein gar nichts, sagte Rotzer – im Gegensatz etwa zu gewissen kirchlichen Kreisen. Probleme sehe sie höchstens dann, wenn ein Homo-Paar Kinder adoptieren möchte. «In dieser Beziehung bin ich halt etwas konservativ.»

Offen bekundete Rotzer zudem, dass sie persönlich Mühe habe beim Thema Leihmutterschaft. Ihre kompetenten Ausführungen mochten Sven Schleifer jedenfalls ganz zufrieden zu stellen und die weiteren Zuhörer ebenso.

 

Unkompliziertes Kennenlernen

Nicht alle Bürger stellten der Ständeratskandidatin so anspruchsvolle Fragen. Viele kamen bloss, um etwas Small-Talk zu pflegen, andere um die Kandidatin erst einmal persönlich kennen zu lernen. Denn Rotzers Standaktion in allen elf Gemeinden steht unter dem Motto «Lernen Sie mich kennen». Bei Kaffee und Gipfeli war das Eis schnell gebrochen, und die zahlreichen Besucher konnten der Kandidatin auf den Zahn fühlen. Einer, der das sprichwörtlich machte, war der pensionierte Stanser Guido Künzli, der ehemalige Zahnarzt von Therese Rotzer.

Unter den vielen Besuchern traf man nicht nur CVP-Sympathisanten, sondern auch Parteilose und Mitglieder von anderen Parteien, etwa Landrat Karl Tschopp (FDP), Obergerichtspräsident Albert Müller (FDP) oder alt Landratspräsident Walter Odermatt (SVP). «Ich besuche Kandidaten aus anderen Parteien aus Achtung und Respekt», sagte Odermatt. Er fühle ihnen gegenüber grosse Wertschätzung, dass sie sich für ein Amt zur Verfügung stellen, so Odermatt. Die Aufwartung für Therese Rotzer machte auch Bruno Weber, Präsident der Nidwaldner Wanderwege. Nicht ohne Grund, denn Rotzer ist leidenschaftliche Wanderin.

Sachpolitik ist ihr wichtig

Im Gespräch wird spürbar, dass für Therese Rotzer die Sachpolitik am wichtigsten ist. So spricht sie beispielsweise am 11. September in Büren zum Thema «Zukunft unserer KMU». Ein Blick in ihre Agenda zeigt bis zum Wahlsonntag vom 18. Oktober nicht weniger als 43 Einträge. Darunter sind auch Besuche von grossen Events wie Teffly-Rally oder die Wallfahrt nach Maria Rickenbach. Der Höhepunkt bildet jedoch der Besuch von Bundesrätin Leuthard am 15. September in Stans, wo ebenfalls Therese Rotzer auftreten wird.

Die Ständeratskandidatin genoss sichtlich den Kontakt mit den Bürgern. «Es war ein wunderbarer Morgen mit interessanten Gesprächen und interessanten Leuten», sagte sie am Schluss. Dabei liess sie es nicht nur beim Small-Talk bewenden, sondern brachte auch eine politische Botschaft mit. Sie wartete mit Unterschriftenbögen auf für das Referendum gegen den NFA-Beschluss des Bundes. Gemäss diesem müsste Nidwalden 2016 voraussichtlich 31 Millionen, rund doppelt so viel wie 2011, in den Finanzausgleich zahlen. Dagegen will sich Therese Rotzer wehren. Doch sie hat noch weitere Pfeile im Köcher, um Nidwalden vorwärtszubringen.