NIDWALDEN: Tourismusgesetz ist auf guten Wegen

Endlich steht das Konzept für ein neues Tourismusgesetz. Es soll 2017 in Kraft treten, so das ehrgeizige Ziel.

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Das Hotel Palace auf dem Bürgenstock, das zurzeit renoviert wird. (Bild Eveline Beerkircher)

Das Hotel Palace auf dem Bürgenstock, das zurzeit renoviert wird. (Bild Eveline Beerkircher)

Kurt Liembd

«Was lange währt, wird endlich gut». Dieses Sprichwort bringt die Entstehung des neuen Tourismusförderungsgesetzes auf den Punkt. Denn bis heute basiert die Tourismusförderung auf einem Gesetz aus dem Jahre 1971, nachdem in den letzten Jahren mehrere Versuche gescheitert waren, das Tourismusgesetz zu revidieren, zuletzt auch im Landrat. Doch nun stehen die Zeichen auf Grün, wie die Info-Veranstaltung zeigte, die am Montagabend in Stans stattfand. Eingeladen hatte die dafür zuständige Volkswirtschaftsdirektion unter der Leitung von Othmar Filliger. Erschienen waren gegen hundert Personen, darunter nicht weniger als 15 amtierende Landräte sowie Vertreter aus Tourismus und Gastronomie sowie weitere Interessierte.

13 Prozent der Arbeitsplätze

Eingangs betonte Othmar Filliger die Bedeutung des Tourismus. «Volkswirtschaftlich ist der Tourismus für Nidwalden von grosser Bedeutung, sind doch 13 Prozent der Arbeitsplätze oder rund 2000 Stellen vom Tourismus abhängig.» Nidwalden verzeichne pro Jahr über eine Million Tagesgäste, so Othmar Filliger. «Vom Tourismus profitieren nicht nur Direktbetroffene, sondern auch die Landwirtschaft, das Baugewerbe und die Landwirtschaft.» Auch zeigte er die Schwachstellen des jetzigen Gesetzes auf, wie etwa die aufwendige Erhebung der Kur-/Beherbergungstaxen, das fehlende zentrale Inkasso oder die sehr eingeschränkte Kontrollierbarkeit. Fast erschreckend ist der Mittelvergleich von Nidwalden Tourismus mit den umliegenden Tourismusorganisationen. Während Nidwalden Tourismus zurzeit mit 105 000 Franken auskommen muss, beträgt das Budget in Obwalden 900 000 Franken, in Uri 1,25 Millionen, Engelberg-Titlis Tourismus verfügt über 7,6 Millionen und Luzern Tourismus über 14,4 Millionen. Filligers Fazit: «Nidwalden existiert zurzeit auf der touristischen Landkarte nicht, und es besteht grosser Handlungsbedarf.»

Auf bestehenden Stärken aufbauen

Philipp Zumbühl, Direktionssekretär der Volkswirtschaftsdirektion, erläuterte das Konzept, das der Regierungsrat als Grundlage für das neue Gesetz verabschiedet hat. Darin sind nun die grundlegenden Fragen geklärt, wie etwa, ob es eine touristische Marke Nidwalden brauche. Dazu Philipp Zumbühl: «Ganz klar nein, wir müssen auf unseren bestehenden Stärken aufbauen und sogenannte Leuchttürme wie etwa den Bürgenstock als Zugpferde einsetzen.» Weiter sagte er, dass sich Nidwalden an Erlebnisräumen orientieren solle sowie an übergeordneten Destinationen wie etwa Luzern/Vierwaldstättersee.

Ehrgeiziger Fahrplan

Gemäss dem Konzept können die Nidwaldner Gemeinden ihre Tourismusförderung autonom gestalten. Sie können auch regional zusammenarbeiten oder eine Vereinbarung mit der kantonalen Organisation eingehen. Geplant ist, dass der Kantonsbeitrag an die kantonale Organisation jährlich rund 300 000 Franken betragen wird.

Der Fahrplan ist ehrgeizig. Im Mai2015 startet die externe Vernehmlassung, und am 25. November soll die erste Lesung im Landrat erfolgen mit dem Ziel, dass das neue Tourismusgesetz auf den 1. Januar 2017 in Kraft treten soll.