Nidwalden unterbricht Ampelversuch

Um die Wirkung einer Ampelanlage testen zu können, braucht es Verkehr. Weil die Strassen in Zeiten von Corona aber leer sind, sistiert der Kanton den Versuch in der «Pilatuskurve».

Philipp Unterschütz
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Abtransport der Ampeln bei der «Pilatuskurve».

Abtransport der Ampeln bei der «Pilatuskurve».

Bild: PD

«Die Ampeln für den Versuch sind gemietet und kosten jeden Tag. Diese Steuergelder können wir sparen», erklärt Kantonsingenieurin Stephanie von Samson. Weil zurzeit wegen der Coronakrise viel weniger Verkehr herrscht, hat das Amt für Mobilität in Absprache mit den Gemeinden Ennetbürgen und Stans sowie mit Postauto und der Kantonspolizei entschieden, den Versuch in der Pilatuskurve zu unterbrechen.

Der Versuch mit der Lichtsignalanlage soll Grundlagen liefern für die weitere Planung der Verkehrsführung auf der Kantonsstrasse zwischen Stans und Ennetbürgen beim Abzweiger zu den Pilatus-Flugzeugwerken. In den nächsten Jahren müsste dort sowieso der Belag saniert werden. Allfällige Massnahmen an der Verkehrsführung sollen damit koordiniert werden. «Es geht letztlich um die Frage, ob ein Kreisel gebaut werden soll oder der Verkehr auch mit einer Lichtsignalanlage gesteuert werden kann», so Kantonsingenieurin von Samson weiter.

Erste Phase brachte Verbesserungen

Ab Oktober testete das Amt für Mobilität eine Ampel, die das Postauto bevorzugt. Dies, weil sich in der Vergangenheit regelmässig heikle Situationen ereignet hatten, zudem kam es an jener Stelle während der Abendspitzenstunden oft zu Rückstaus bei der Ausfahrt aus dem Areal der Flugzeugwerke. Die erste Phase des Versuchs verlief erfolgreich: Die Anlage trug zu einer erhöhten Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer bei.

In der zweiten Phase, die am 12. Februar begann, hätten zusätzlich die Ein- und die Ausfahrt zu den Pilatuswerken während der morgendlichen und abendlichen Stosszeiten bevorzugt werden sollen. Dabei wäre die Ampel für die Verkehrsteilnehmer auf der Kantonsstrasse auf Rot gesprungen, wenn sich ein Rückstau bei der Ein- und Ausfahrt zu den Flugzeugwerken bildet. Doch nachdem auch Pilatus wegen des Coronavirus Kurzarbeit und Homeoffice verordnet hat, gibt es kaum mehr Rückstaus. Und auch auf der Kantonsstrasse hat der Verkehr drastisch abgenommen.

Die Ampelanlage wurde am Dienstag abgebaut. «Wir werden den Versuch wieder aufnehmen, sobald es die Lage zulässt und es wieder Verkehr hat», sagt Stephanie von Samson.

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