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NIDWALDEN: Verein will Talente bei der Stange halten

Die Blasmusik scheint Nachwuchsprobleme zu haben. Jetzt will ein Verein Gegensteuer geben. Nicht alle sind darüber glücklich.
Kurt Liembd
Symbolbild Neue LZ (Archiv)

Symbolbild Neue LZ (Archiv)

Machen den Blasmusikvereinen tatsächlich Nachwuchsprobleme zu schaffen? Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Ein Blick auf die Situation der Jungmusikkorps, vielerorts die Quelle für Musikvereine, scheint das Problem aber zu untermauern. Tatsache ist, dass es in Nidwalden mit Buochs und Ennetbürgen gerade noch zwei Jungmusiken gibt, die wirklich spielfähig sind. Die Jungmusik Stans musste kürzlich sistiert werden, die Youngband der Musikschule Beckenried wurde ganz aufgelöst, und in Buochs musste die Jungmusik mit der Beginnersband zusammengelegt werden. All dies erfolgte mangels Spielern.

Noch schlimmer ist es in Stansstad, wo es seit rund 15 Jahren keine Jungmusik mehr gibt. Mit der leidigen Folge, dass es der Musikgesellschaft schlecht geht in Sachen Mitgliedern. Die Jungmusikkorps von Hergiswil und Dallenwil haben sich ebenfalls zusammengetan. Dies allerdings mehr aus Not als aus musikalischem Hintergrund.

Über 70 Mitglieder beim Start

Jetzt will ein neu gegründeter Verein dem Aderlass Gegensteuer geben. Unter der Leitung von Bildungs- und Kulturdirektor Res Schmid wurde in diesen Tagen der Verein zur Förderung des Musiknachwuchses in Nidwalden, kurz VFM, gegründet. Noch gleichentags haben sich über 70 Mitglieder eingeschrieben. Als erste Präsidentin wurde Gabriela Loew-Stuber vom Musikverein Dallenwil gewählt. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Reto Blättler, Toni Jenni, Andreas Lussi und Dieter von Arx. «Wir möchten keinesfalls bestehende Institutionen wie Musikschulen oder musikalische Vereine konkurrenzieren, sondern ergänzen», sagt Gabriela Loew. Und Dieter von Arx fügt an: «Wir wollen den Jugendlichen das Musizieren in Formationen schmackhaft machen.» Jugendliche sollen erleben, dass man gemeinsam mehr erreichen könne, als wenn man als Einzelkämpfer unterwegs sei. Das erste grosse Projekt steht bereits fest: Am 21. Mai 2016 ist in Hergiswil ein Tag der Musik geplant, an dem jugendliche Formationen auftreten können und bewertet werden. Zudem will sich der Verein auch beim Nidwaldner Ferienpass einbringen.

«Verein braucht es gar nicht»

Trotz dem Idealismus der Vereinsgründer sind auch kritische Stimmen zu hören, vor allem aus Musikschulen und von Musiklehrern, teilweise aber hinter vorgehaltener Hand. «Diesen Verein braucht es gar nicht», sagt etwa Olivia Rava, Musiklehrerin und Dirigentin der Jungmusik Buochs. «Unsere Musikschulen bieten alles, was es zur Nachwuchsförderung braucht, und sie leisten auch sehr gute Arbeit.» Es gebe Ensembles aller Art, viele Wettbewerbe, sowohl regional wie national, einen Rotary-Musikpreis und auch ein Jugendblasorchester Unterwalden, hält Rava fest.

Ähnlich äussern sich auch Vertreter von anderen Musikschulen. Einige von ihnen wollen allerdings zunächst einmal abwarten, wie sich der neue Verein entwickelt und mit welchen Ideen er aufwarten wird.

Kurt Liembd

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