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Aus für «Spuntan»: Nidwalden verliert seine Notaufnahmestelle für Jugendliche

Erst noch feierte der Verein Spuntan das 20-Jahr-Jubiläum. Nun wird die Wohnbegleitung für Jugendliche und junge Erwachsene sistiert. Die Nachfrage war zu gering. Ganz aufgeben will man die Idee aber nicht.
Matthias Piazza
Geschäftsleiterin Ursula Liem in einem der WG-Zimmer von Spuntan. (Bild: Oliver Mattmann, Stans, 18. September 2018)

Geschäftsleiterin Ursula Liem in einem der WG-Zimmer von Spuntan. (Bild: Oliver Mattmann, Stans, 18. September 2018)

Schon mancher Jugendliche, nicht nur aus Nidwalden, hat wohl wegen «Spuntan» die Kurve gekriegt, einen Ausweg aus der Krise gefunden und ist wieder auf den richtigen Weg gekommen. 20 Jahre lang bot der Verein im Stanser Spittel mit fünf Plätzen eine Betreuung für 16- bis 22-Jährige in Krisensituationen. Für die Kosten – 250 Franken pro Tag – kam zu einem grossen Teil der Wohnkanton auf. Fünf Mitarbeitende unter Geschäftsleiterin Ursula Liem teilten sich 240 Stellenprozente. Im vergangenen September wurde das 20-Jahr-Jubiläum dieser in Nidwalden einmaligen Institution noch gebührend gefeiert.

Umso mehr überraschte die Mitteilung des Vereins diese Woche: Das Angebot des begleiteten Wohnens werde bis Ende März des nächsten Jahres aufgelöst. Zahlreiche Gründe hätten den Verein zu diesem Schritt bewogen, sagt Vereinspräsidentin Regula Wyrsch auf Anfrage: «Die Nachfrage ist eingebrochen.» Auch die Tatsache, dass «Spuntan» in den vergangenen Jahren zu einer sozialpädagogischen Wohnbetreuung mit kantonsübergreifender Anerkennung durch die Interkantonale Vereinbarung für soziale Einrichtungen (IVSE) geworden ist, habe den Nachfrageschwund nicht bremsen können. Mit dieser Anerkennung war «Spuntan» auch für Klienten ausserhalb Nidwaldens zur Anlaufstelle geworden.

Immer häufiger psychische Erkrankungen im Spiel

«Teilweise waren die Wohnungen seit vergangenem September nicht besetzt. So kann der Betrieb mit den fünf festangestellten Mitarbeitern nicht weitergeführt und können die Löhne nicht mehr bezahlt werden. Es würde ein Defizit drohen», so Regula Wyrsch. Und Personal könne man nicht einfach auf Abruf ausleihen. «Immer wechselnde Bezugspersonen können die intensive Betreuung der Jugendlichen nicht abdecken. Konstante Bezugspersonen sind hier sehr wichtig.» Mit den Mitarbeitenden, die in Zeiten ohne Jugendliche Überzeit kompensierten oder Ferien bezogen, habe man rechtzeitig das Gespräch gesucht. Sie hätten Verständnis für die schwierige Situation gezeigt.

Erschwerend komme dazu, dass die Jugendlichen, welche auf eine stationäre Betreuung angewiesen seien, immer häufiger auch psychische Erkrankungen oder Suchtprobleme hätten. «Für diese intensive Betreuung rund um die Uhr ist unser Angebot zu wenig intensiv und zu klein», hält Regula Wyrsch fest.

Auf der Strasse würden die Nidwaldner Jugendlichen und jungen Erwachsenen wegen des geschlossenen begleiteten Wohnens nicht landen. «In der Region gibt es genügend Einrichtungen, die aktuell freie Plätze anbieten und Jugendliche aufnehmen.» Aufgeben will man die «Spuntan»-Idee aber nicht. So bleibt der Verein weiterhin bestehen. «Wir machen uns Gedanken über alternative Angebote.» Was brauchen Jugendliche heute, was gibt es schon und wo besteht immer noch ein Unterstützungsbedarf? Solche und ähnliche Fragen würden sie sich stellen. Vorstellbar sei etwa eine Zusammenarbeit mit ähnlichen Institutionen in den Nachbarkantonen.

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