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NIDWALDEN: Viehhalter bezahlt teuer für üble Nachrede

Viehhalter hatten Ex-Bauernpräsident Bruno Käslin der Tierquälerei bezichtigt. Zu Unrecht, wie Ermittlungen zeigten. Um seinen Ruf zu wahren, klagte Käslin in der Folge auf üble Nachrede. Nun liegt der Strafbefehl vor.
Oliver Mattmann
Symbolbild: Ein Hinterländer Bauer verliert unverschuldet fast seinen ganzen Viehbestand. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)

Symbolbild: Ein Hinterländer Bauer verliert unverschuldet fast seinen ganzen Viehbestand. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch

Ein Tierquäler soll für eine Serie von Verletzungen und Todesfällen in Nidwaldner Ställen verantwortlich sein. Die Verdachtsmeldungen bei 42 Kühen, einem Stier und zwei Schafen sorgten vor etwas mehr als drei Jahren über Landwirtschaftskreise hinaus für Aufsehen. Bloss: In keinem Fall erhärtete sich der Verdacht, die Ermittlungen wurden eingestellt (siehe Kasten).

Für Bruno Käslin, bis 2014 Nidwaldner Bauernverbandspräsident, war das Kapitel damit aber nicht abgeschlossen. Mehrere Personen hatten ihn öffentlich bezichtigt, der mutmassliche Tierquäler zu sein. Der Ruf des Beckenrieder Gemeindepräsidenten wurde dadurch ramponiert. Käslin liess dies nicht auf sich sitzen und reichte Klage wegen übler Nachrede ein.

Busse von 4000 Franken aufgebrummt

Die Staatsanwaltschaft hat nun kürzlich einen Strafbefehl erlassen, wie Käslin auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Demnach ist der Angeschuldigte – ein Landwirt aus Ennetmoos – der mehrfachen üblen Nachrede für schuldig befunden worden. «Bruno Käslin wurde in ein derart schlechtes Licht gerückt, dass er im Ansehen der Mitmenschen empfindlich herabgesetzt worden ist», heisst es im Strafbefehl, der unserer Zeitung vorliegt. Die bedingte Geldstrafe beträgt 20400 Franken unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Hinzu kommt eine Busse von 4000 Franken. Der Strafbefehl ist indes noch nicht rechtskräftig.

Dennoch: Das Verdikt der Staatsanwaltschaft empfindet Bruno Käslin als «Genugtuung». Ihm ist nach wie vor schleierhaft, welche Motive zu den erwiesenermassen falschen Vorwürfen gegen seine Person geführt hatten. «Ich kann mir keinen Reim darauf machen.» Eine direkte Aussprache mit jenen, die ihn öffentlich verunglimpft haben, hat laut dem Gemeindepräsidenten nie stattgefunden.

Bruno Käslin will für Regierungsrat kandidieren

Selbst wenn Vorstandskollegen etwa im Viehzuchtverband sowie weitere bäuerliche Organisationen und auch sein privates und berufliches Umfeld stets hinter ihm gestanden sind – spurlos geht die Angelegenheit nicht am 50-Jährigen vorbei. «Ein so scharfer Angriff auf die eigene Integrität ist nie angenehm.» Er wird auf dem Zivilweg ebenfalls Forderungen gegenüber den Beschuldigten geltend machen.

Der Ruf von Bruno Käslin ist so weit also wieder hergestellt. Dies ist auch politisch nicht ganz unbedeutend. Der SVP-Vertreter hegt offenbar Ambitionen, für seine Partei zu den Regierungsratswahlen 2018 anzutreten. «Ich bin nicht abgeneigt», bestätigt Käslin gegenüber unserer Zeitung. Die SVP beschliesst am 5.AABB22Januar, mit welcher Taktik sie vorgehen will und wen sie ins Rennen schicken wird.

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