NIDWALDEN: Volltreffer dank Stanser Spendenaktion für Fabio

Die Gewebeproben der Fabio- Registrierungsaktion sind ausgewertet. Ein Patient dürfte «seinen» Blutstammzellen-Spender gefunden haben.

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Gegen 600 Personen liessen sich Ende Juli bei der Aktion für Fabio im Kantonsspital Nidwalden registrieren. (Bild Corinne Glanzmann)

Gegen 600 Personen liessen sich Ende Juli bei der Aktion für Fabio im Kantonsspital Nidwalden registrieren. (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

Für irgendjemanden auf der Welt bedeutet diese Meldung wohl dasselbe wie für einen anderen ein Sechser im Lotto. In der weltweiten Datenbank von Blutstammzellen gibts einen Treffer. Das heisst, jemand besitzt eventuell für den Erkrankten genau die Blutstammzellen, die zu ihm passen. Ein Riesenglück, da die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung sehr gering ist. Es gibt mehr Gewebetypen als Menschen auf der Welt. Für diesen Menschen, der möglicherweise an einer Immunkrankheit oder an einer Leukämie leidet, kann diese Spende lebensrettend sein.

Das Besondere an diesem an und für sich schon aussergewöhnlichen Umstand: Der Spender stammt aus dem Umfeld der Registrierungsaktion, welche das Nidwaldner Kantonsspital Ende Juli für den erkrankten Fabio Paco durchführte. Dies geht aus dem Abgleich mit der weltweiten Datenbank hervor, der rund zwei Monate dauerte. «Der mögliche Spender erzählte, dass er durch das Schicksal Fabios zur Registrierung motiviert wurde», erzählt Monika Marbacher, Leiterin des Donor Center bei Blutspende Schweiz des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Genauere Angaben zu Spender und Empfänger dürfe sie aus Datenschutzgründen nicht machen.

Schicksal berührt die Leute

Klar ist für sie aber, dass solche Events wie dasjenige vom Nidwaldner Kantonsspital Ende Juli der Sache «Gemeinsam gegen Leukämie» enorm Auftrieb verleihen. «Seit Anfang Jahr konnten 36 Personen in der Schweiz spenden, das ist mehr als im ganzen vergangenen Jahr», erzählt sie.

«Das persönliche Schicksal eines Menschen berührt die Leute viel stärker und motiviert wesentlich mehr potenzielle Spender als irgendein wissenschaftlicher Bericht», hält sie fest. Auch die Zahl der Personen, die sich neu registrieren liessen, schnellte im Juli in die Höhe. Alleine im Kantonsspital Stans kamen am Registrierungstag rund 600 Leute, um mittels Wattestäbchen ihre Gewebeproben erfassen zu lassen.

«Was wir in Stans erleben durften, war einmalig – vor allem, was das Engagement und den Aufmarsch betraf», gibt sich Monika Marbacher beeindruckt. «Immer wieder ergreifen Nahestehende von Erkrankten die Initiative und rufen über soziale Medien zum Registrieren auf oder organisieren solche Events. Dass so viele Personen diesem Aufruf folgten, ist jedoch aussergewöhnlich.»

Fabio noch immer ohne Spender

Angestossen hatte die ganze Aktion das Reinigungsteam des Kantonsspitals Nidwalden, der Arbeitgeber von Fabios Eltern. Der 17-jährige Stanser leidet an einer sehr seltenen, schweren Erkrankung des Immunsystems und braucht darum dringend Blutstammzellen. Aus seiner Familie ist allerdings niemand als Spender geeignet. Mit einem beispiellosen Aufruf über Facebook «befeuerte» sein Umfeld die Aktion und sorgte wohl auch für den entsprechend grossen Aufmarsch am Registrierungstag im Spital. Fabio selber indessen wartet noch immer auf geeignete Blutstammzellen. «Die Chance ist halt sehr klein, das wussten wir. Aber wir wollten eben nichts unversucht lassen», erklärt Anja Radojewski, Informationsverantwortliche des Kantonsspitals Nidwalden. Der Gesundheitszustand des 17-Jährigen sei zurzeit stabil, es gehe ihm gar etwas besser, was ihn auch fit mache für eine allfällige Blutstammzellenspende. Ende Monat finde ein Gesundheitscheck statt. «Geheilt ist er nicht.» Trotz der durchwegs positiven Resonanz sei klar, dass eine solche Registrierungsaktion die Ausnahme bleibe.