NIDWALDEN: Wanderer stürzt am Pilatus in den Tod

Am Montag wurde im Gebiet «Treichen» ein abgestürzter Wanderer durch die Rettungsflugwacht tot geborgen. Er ist mutmasslich am Sonntag verunfallt.

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Blick auf den Pilatus (Symbolbild Leser Willy Graber)

Blick auf den Pilatus (Symbolbild Leser Willy Graber)

Am Montagmorgen meldete ein Arbeitgeber bei der Kantonspolizei Aargau einen Mitarbeiter als vermisst. Mit Hilfe der Handy-Ortung konnten die Angehörigen den Standort seines Smartphones eruieren, welcher sich an der Nordflanke des Pilatus befand. Die Angehörigen hätten über den Zugangsnamen und das Passwort zum entsprechenden Online-Benutzerkonto des Verunfalten verfügt, sagt Benno Käslin von der Nidwaldner Polizei auf Anfrage. Die Rettungsflugwacht wurde umgehend für einen Suchflug aufgeboten und die Rega konnte den Vermissten schnell orten und bergen. Es konnte jedoch nur noch der Tod festgestellt werden.

Gemäss den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft Nidwalden und der Kantonspolizei war der 42-jährige Mann am Sonntag, 9. November, im Gebiet «Treichen» (Steinbockhütte) abgestürzt. Er war alleine unterwegs. Eine Dritteinwirkung kann ausgeschlossen werden. Der in Deutschland lebende Verunfallte stammt aus Ungarn und arbeitete im Kanton Aargau.

Dritter Tote innerhalb von sechs Monaten

Der Ungare ist bereits die dritte Person, die im vergangenen Halbjahr am Pilatus in den Tod stürzte.  Im Juni  war ein russischer Tourist beim steilen Abstieg vom Pilatus zur Fräkmünt verunglückt, als er ein Fahrrad trug und ausrutschte.

Mitte Oktober rutschte eine Wanderin aus dem Kanton Zürich in steilem und nässem Gelände im Gebiet Ämsigen im Kanton Obwalden aus. Danach fiel sie über eine Felskuppe hundert Meter in die Tiefe.

Tipps für gefahrloses Wandern

Oft sind mangelnde Ausrüstung, schlechte Gebietskenntnisse oder Selbstüberschätzung Gründe für Wanderunfällle in den Bergen. Rund 19'500 Personen verunfallen geämss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) jährlich beim Bergwandern in der Schweiz, rund 50 davon tödlich. Damit ist Bergwandern die Sportart, bei der in der Schweiz am meisten Menschen ums Leben kommen.

Die BfU gibt folgende Tipps, um Unfällen beim Bergwandern vorzubeugen:

Einschätzung: Planung auf die eigenen, aktuellen Fähigkeiten abstimmen, sich nicht überfordern.

Ausrüstung: Feste Wanderschuhe mit Profilsohle tragen und einen Wetterschutz mitnehmen.

Kontrolle: Regelmässig trinken und rasten, Zeitplanung und Wetter beachten. Wenn nötig, rechtzeitig umkehren.

Mehr Infos zur Sicherheit beim Wandern: <span style="display: none;">&nbsp;</span><span style="display: none;">&nbsp;</span><span style="display: none;">&nbsp;</span><span style="display: none;">&nbsp;</span><span style="display: none;">&nbsp;</span><span style="display: none;">&nbsp;</span>www.sicher-bergwandern.ch<span style="display: none;">&nbsp;</span><span style="display: none;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span> 

pd/pz

Der Wanderer stürzte im Gebiet Treichen (rot eingekreist) ab (Bild: Mapsearch)

Der Wanderer stürzte im Gebiet Treichen (rot eingekreist) ab (Bild: Mapsearch)