NIDWALDEN: Wegen 20 Metern endet seine Zeit im Landrat

Rochus Odermatt zieht von Stans nach Oberdorf. Das hat für den SP-Landrat politische Konsequenzen.

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Rochus Odermatt muss sein Landratsmandat abgeben, weil sein neues Zuhause (im Hintergrund) auf Oberdorfer Boden steht. (Bild Corinne Glanzmann)

Rochus Odermatt muss sein Landratsmandat abgeben, weil sein neues Zuhause (im Hintergrund) auf Oberdorfer Boden steht. (Bild Corinne Glanzmann)

Im Prinzip geht es lediglich um 20 Meter, die den Ausschlag geben. So weit liegt nämlich das Elternhaus von Rochus Odermatt an der Huobstrasse in Oberdorf hinter der Stanser Gemeindegrenze. Das hat spürbare Auswirkungen. Denn Odermatt zahlt nun nicht nur seine Steuern neu in Oberdorf und darf über Oberdorfer statt Stanser Vorlagen abstimmen. Mit der Meldung an seinem neuen Wohnort endet für ihn auch zwingend und abrupt seine Ära als SP-Landrat, die für ihn 2011 als Stanser Parlamentarier begann, als Nachfolger von Beat Ettlin.

Der Grund: «Wahlkreise für die Landratswahlen sind die Gemeinden», erklärt Landratssekretär Armin Eberli. «Das Behördengesetz schreibt vor, dass man im Wahlkreis Wohnsitz haben muss. Wer wegzieht, verliert damit seine Wahlfähigkeit.»

Umzug wegen Nachwuchs

Die Landratssitzung von gestern Mittwoch war darum Odermatts letzte. Er nimmts gelassen. «Das Amt des Landrates ist in einer kleinen, dreiköpfigen Fraktion besonders arbeitsintensiv. Familie und Beruf haben in den letzten Jahren immer mehr Zeit in Anspruch genommen», erzählt der 38-Jährige. Trotzdem wäre er gerne im Landrat geblieben und hätte eventuell nochmals kandidiert.

Der gelernte Metallbautechniker hat sich vor drei Jahren mit dem Planungsbüro Rood Metallbauplanung AG selbstständig gemacht und ist mittlerweile auch Familienvater mit zwei kleinen Kindern. Genau dies sei auch der Grund für den Einzug in das Elternhaus mit mehr Zimmern an der Huobstrasse gewesen. Den zweiten Stanser SP-Sitz erbt nun derjenige Kandidat, der bei den Wahlen unter den nicht gewählten Stanser SP-Kandidaten das beste Resultat gemacht hat und sich auch bereit erklärt, das Amt anzutreten.

Kommt immer wieder vor

Umzugsbedingte Rücktritte kommen im 60-köpfigen Landrat gemäss Armin Eberli gelegentlich vor. Ende 2012 gab der Stansstader Landrat Willy Frank sein Mandat vorzeitig zurück, weil er von Stansstad nach Ennetbürgen zügelte. Seinen Sitz erbte Eva Keiser (CVP).

Thomas Wallimann (Grüne) gab im März 2013 seinen Stansstader Landratssitz ab, ihn ersetzte Dominic Starkl.

Wallimann, der nach Ennetmoos zügelte, schaffte im Frühling 2014 die Wiederwahl. Erfolgreich wiederkandidiert hat 2014 auch Peter R. Wyss. Der SVP-Landrat war von Stansstad nach Stans gezügelt. Einen weiteren wohnortsbedingten Rücktritt gabs 2013 durch Paul Leuthold (FDP), der in den Kanton Luzern zog. Er wurde ersetzt durch Beatrice Richard-Ruf.

Matthias Piazza