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NIDWALDEN: Wegzug Niederberger Engineering: Kanton lässt Kritik nicht gelten

Steueramt und Wirtschaftsförderung nehmen Stellung zu negativen Äusserungen von Unternehmer Toni Niederberger. Der Kanton Nidwalden biete gute Rahmenbedingungen für Firmen, kontern sie.
Martin Uebelhart
Blick vom Stanserhorn Dorf Stans, Stansstad, Vierwaldstättersee. Kanton, Gemeinde, Stans, übersicht (Symbolbild: Corinne Glanzmann (19. Juli 2016))

Blick vom Stanserhorn Dorf Stans, Stansstad, Vierwaldstättersee. Kanton, Gemeinde, Stans, übersicht (Symbolbild: Corinne Glanzmann (19. Juli 2016))

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Die Niederberger Engineering AG zieht in den Kanton Uri. Unternehmer Toni Niederberger äusserte sich dabei auch kritisch zu den Rahmenbedingungen im Kanton Nidwalden, sowohl was steuerliche Aspekte als auch die Unterstützung angeht (Artikel vom 21. Februar). Kritik, die man beim Kanton nicht einfach so stehen lassen möchte.

«Auf den Einzelfall wollen wir nicht eingehen», sagt Raphael Hemmerle, Leiter des kantonalen Steueramtes, im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch allgemein lasse sich festhalten, dass der Kanton Nidwalden bei den Steuern für Unternehmen sehr gut dastehe. «Bei der Gewinnsteuer liegen wir bei 12,67 Prozent», sagt Hemmerle.

Wenn man die Gewinnsteuer und die Kapitalsteuer gemeinsam betrachte, liege Nidwalden gar schweizweit auf dem ersten Platz, wie eine BAK-Studie kürzlich eruiert habe. «Da sind wir stolz drauf und kämpfen auch dafür, diese Position halten zu können», betont Hemmerle.

Da Nidwalden sehr prosperierend sei, sei der Kanton kein Lex-Bonny-Gebiet. Das bedeute, dass auf Stufe Bundessteuer keine befristeten Steuererleichterungen angeboten werden könnten, wie das in gewissen ande­- ren Gegenden der Schweiz der Fall sei.

Bei der Patentbox ist Nidwalden Vorreiter

Nicht nachvollziehen kann man bei der Finanzdirektion weiter die Kritik an der Patentbox – auch Lizenzbox genannt. Das Ins­trument werde nicht nur von reinen Patentverwertungsgesellschaften genutzt, sondern auch von weiteren Firmen. 2015 – aus diesem Jahr stammen die derzeit aktuellsten Zahlen – hätten die Firmen, die die Patentbox nutzten, 222,8 Millionen Franken an Erträgen versteuert. 68 Millionen davon seien in der Lizenzsparte angefallen. «Das sind substanzielle Unternehmen mit substanziellen Gewinnen», so Hemmerle. Und diese würden auch Personal beschäftigen.

Als falsch erachtet Markus Huwiler, Rechtskonsulent beim Steueramt, Niederbergers Einschätzung, die Patentbox habe keine Zukunft. Ganz im Gegenteil: Sie sei Bestandteil der vom Schweizer Stimmvolk verworfenen Unternehmenssteuerreform III gewesen und werde in der Steuervorlage 17, die dieses Jahr in die eidgenössischen Räte kommt, wieder aufgenommen. «Die Lizenzbox soll nun für alle Kantone verpflichtend werden», hält Huwiler fest. Der Kanton Nidwalden habe in diesem Bereich 2011 eine Vorreiterrolle übernommen. Bis auf wenige Ausnahmen böten auch sämtliche europäischen Staaten dieses Instrument an.

Bei der von Toni Niederberger ins Spiel gebrachten zu geringen Unterstützung fühlt sich die Wirtschaftsförderung angesprochen. Deren Leiterin Diana Hartz betont gegenüber unserer Zeitung zunächst, dass die Bestandespflege als primäre Aufgabe angesehen werde. Dazu besucht die Wirtschaftsförderung zusammen mit dem Volkswirtschaftsdirektor, Vertretern der jeweiligen Standortgemeinde sowie von Pro Wirtschaft Nidwalden/Engelberg pro Jahr 20 bis 30 Firmen im Kanton. «Auf diesem Weg können wir die Bedürfnisse der Unternehmer vor Ort abholen», sagt Diana Hartz. Die Betriebsbesuche dienten gleichermassen auch dazu, den Unternehmern das Interesse des Kantons deutlich zu machen. Abgefragt würden auch die konjunkturelle Lage oder Standortfaktoren. Ein grosses Thema seien auch die Fachkräfte und deren Ausbildung.

Wirtschaftsförderung bietet Netzwerk an

Diana Hartz sieht Nidwalden durchaus auch als Innovationsstandort. In diesem Bereich tätige Firmen könne die Wirtschaftsförderung ein grosses Netzwerk anbieten, sei es zu Forschungseinrichtungen oder auch zu Programmen des Bundes für fachliche oder teilweise auch finanzielle Hilfe.

Beim Kanton räumt man ein, dass man in Sachen Landressourcen ein Problem habe. «Die Unternehmen haben Bedürfnisse und Wünsche, die wir per se nicht so erfüllen können», sagt Diana Hartz. Dafür fehlten genügend freie Flächen. Doch auch in diesem Bereich könne die Wirtschaftsförderung die Fäden zusammenführen, sagt sie. «Dank unserer Betriebsbesuche kennen wir die Nutzung der jeweiligen Areale und Parzellen.» So könne es gelingen, zwei Firmen ins Gespräch zu bringen, die sich dann gegenseitig unterstützen könnten, sei es mit Flächen oder auch mit Fachkräften, um eine Produktionsspitze abzudecken. «Der Vorteil ist, dass in Nidwalden jeder jeden kennt und die Wege kurz sind.»

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