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NIDWALDEN: Wenn die Galerie in die Gassen geht

22 Künstler aus der Zentralschweiz stellten gestern ihre Werke im Stanser Dorfkern aus. Die Nähe zum Publikum hat sich für beide Seiten ausbezahlt.
Christoph Riebli
Austausch unter Künstlern: Konrad Abegg (links) und Theo Zihlmann fanden gestern Zeit für einen Schwatz. (Bild Corinne Glanzmann)

Austausch unter Künstlern: Konrad Abegg (links) und Theo Zihlmann fanden gestern Zeit für einen Schwatz. (Bild Corinne Glanzmann)

«Ich habe nur ein kleines Portemonnaie dabei», sagt Vreni Niederberger aus Oberdorf. Sie ist eine von vielen, die gestern in der Stanser Spittelgasse den Kunstmarkt Kunstans besuchte (siehe auch Kasten). Ihre persönliche Strategie aufgrund langjähriger Erfahrung: nicht zu viel Geld mitnehmen, um nicht in Versuchung zu geraten. Sie hat nämlich fast keine geraden Wände, um Bilder dran aufzuhängen, und als generell Kunstinteressierte auch sonst nicht mehr viel Platz für Neues, so die 67-Jährige, die einen umgebauten Gaden bewohnt.

Der Gwunder hat sie dennoch gepackt, und sie hat einen Rundgang gewagt: «Die Vielfalt ist beeindruckend», meint Vreni Niederberger zu den «Marktständen» und Werken der 22 ausstellenden Zentralschweizer Künstler wie etwa Konrad Abegg, Hans Eigenherr, Rainer Otto Hummel, Thomas Birve oder auch Rochus Lussi und Adrian Hossli – sowie diverse unabhängige Verlage. Zwar gebe es darunter auch Sachen, die ihr gar nicht gefielen, aber auch viele Schnäppchen, wie Vreni Niederberger betont.

Kunst muss nicht teuer sein

Das mit den Schnäppchen bestätigt auch Mitorganisator Luzius Caviezel (59)aus Beckenried. Die Idee, die «Galerie zu den Leuten auf die Strasse zu bringen», wie Caviezel das Konzept auf den Punkt bringt, funktioniert tatsächlich. Und zwar so: Überall sind die Künstler mit Bekannten und Marktbesuchern in Gespräche vertieft. Es wird gelacht, gezeigt und erklärt. Mitten in der Gasse steht ein Tisch, dahinter sitzen die Kun­stans-Organisatoren. Die fündig gewordenen Marktbesucher bringen ihnen Zettel vorbei. Darauf steht der Name des Künstlers und dessen Werk, das sie kaufen möchten. 200-Franken-, 300-Franken-Beträge lassen sich mit einem diskreten Seitenblick darauf erkennen.

Und der Stapel mit solchen Zetteln wächst und wächst: «Es herrscht eine gute Stimmung, und auch kommerziell läuft es nicht schlecht», lautet denn auch Caviezels Zwischenbilanz. Und: «Das Publikum und die Künstler haben Freude am Markt. Das Ziel ist damit erreicht.» Mit einer weiteren Auflage dürfe somit im nächsten Jahr gerechnet werden. Dies nicht zuletzt dank einer Verkaufsprovision für die Organisatoren.

«Überschaubar und vielfältig»

«Mein Lockvogel war ein Flyer im Briefkasten», erklärt Aline Tschanz ihre Anreise aus Sarnen. Auch kenne sie den Künstler Charlie Lutz persönlich. Sie sei zwar keine Kunstsammlerin, doch wenn ihr etwas gefalle würde, würde sie zuschlagen. Besonders angetan haben es ihr die Keramikplatten von Hugo Schär oder auch ein Brotlaib aus Holz von Rochus Lussi. Den Markt selbst lobt die 33-Jährige als «überschaubar und vielfältig».

Ein alter Hase in Sachen Kunstmarkt ist Theo Zihlmann aus Stans. Der Künstler hat etliche Male schon selbst, damals noch in der Schmiedgasse, ausgestellt, früher gar selbst in der ehemaligen Ausstellungsgruppe mitgewirkt. Sein Eindruck des Revivals: «Es hat gute Künstler da und eine gute Grösse.» Auch sei der Markt gut organisiert. Zihlmann hofft deshalb, dass der Neustart geglückt ist, der Kunstmarkt sich wieder im Kulturkalender etablieren kann.

Christoph Riebli

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