Nidwalden will angeschlagene Tourismusbranche maximal fördern

Die Nidwaldner Regierung will die unter der Corona-Krise leidende Tourismusbranche im Kanton wiederbeleben. Sie beantragt dem Parlament, für 2021 und 2022 den gesetzlich verankerten maximalen Förderbeitrag von 300'000 Franken auszuschöpfen.

Martin Uebelhart
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Die Nidwaldner Tourismusbranche leide stark unter der Coronakrise. Restaurants hätten zwar seit einiger Zeit wieder geöffnet, aber nur mit Einschränkungen, schreibt der Nidwaldner Regierungsrat in einer Mitteilung. Schifffahrtsgesellschaften, Bergbahnen und Campings dürfen ihren Betrieb erst am 6. Juni wiederaufnehmen. Hotels oder Taxiunternehmen verzeichneten seit dem Ausbruch der Pandemie massiv weniger Gäste.

«Trotz Lockerungen werden viele Tourismusbetriebe aufgrund der angeordneten Schutzauflagen und auch wegen des Ausbleibens ausländischer Feriengäste bedeutend weniger Umsatz generieren als unter normalen Umständen», wird Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger zitiert. Wie lange sich die Folgen der Krise noch hinziehen werden, sei schwer voraussehbar und von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem von der «Erholungszeit» und den Lockerungsmassnahmen anderer Länder.

Der Regierungsrat will deshalb den Kantonsbeitrag für die Tourismusförderung in den Jahren 2021 und 2022 fix auf den gesetzlich verankerten Maximalbetrag von 300000 Franken festlegen. Dies soll in Form einer ergänzenden Übergangsbestimmung im Tourismusförderungsgesetz erfolgen. Der Regierungsrat hat dazu eine Vorlage an den Landrat verabschiedet.

Genügend Mittel für Tourismusförderung

Die Bestimmung soll sicherstellen, dass in den beiden kommenden Jahren genügend Mittel für die Finanzierung der kantonalen Tourismusförderungsaufgaben zur Verfügung stünden. Der Maximalbetrag des Kantons fliesst in der Regel nur dann, wenn die Summe der kommunalen und kantonalen Tourismusabgaben sowie kommunaler Beiträge zur Tourismusförderung im Vorjahr mindestens 600000 Franken betragen hat. In der jüngsten Vergangenheit sei diese Grenze mit 800000 bis 900000 Franken stets erreicht worden, so Filliger.

Wegen der Coronapandemie und der Ende März beschlossenen späteren Rechnungstellung an die Leistungsträger mit verlängerten Zahlungsfristen drohe nun – wenn auch nicht im grossen Ausmass – eine Unterschreitung der 600000 Franken, heisst es in der Mitteilung weiter.

An einem Treffen im Mai zwischen einer Delegation der Volkswirtschaftsdirektion und Vertretern der Gemeinderäte sei die Erkenntnis gewachsen, dass die Bedeutung des Tourismus in den Gemeinden sehr unterschiedlich ausfalle. Othmar Filliger: «Wir erachten es daher als sinnvoll, wenn die Gemeinden individuell für sich prüfen und entscheiden, wie sie die touristischen Leistungsträger bei der Bewältigung der Auswirkungen der Coronapandemie unterstützen.» Die Gemeinden, die teilweise eigene Leistungsvereinbarungen mit Tourismusorganisationen haben, seien dabei, sich Gedanken über solche Unterstützungen zu machen, sagt Filliger gegenüber unserer Zeitung.

Im Kanton Nidwalden sind gemäss dem föderal ausgestalteten Gesetz im Grundsatz die Gemeinden für die Tourismusförderung zuständig. Der Kanton ist für jene Aufgaben zuständig, die sinnvollerweise kantonal erbracht werden, etwa das Inkasso der Tourismusabgaben oder das Abschliessen von Leistungsvereinbarungen mit Nidwalden Tourismus.

Filliger will Region touristisch positionieren

Tourismusabgaben werden unter anderem bei Hotels, Restaurants, öffentlichen Transportunternehmen sowie Zweit- und Ferienwohnungsbesitzern erhoben, um die Vermarktung und Förderung der Tourismusregion mit ihren Angeboten und Betrieben mitzufinanzieren. «Es ist derzeit sehr unsicher, wann und in welchem Ausmass der nationale und vor allem der internationale Tourismus nach der Coronakrise wieder Fahrt aufnehmen werden. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Region mit den gewohnten Mitteln präsentieren und positionieren können», sagt Othmar Filliger weiter.

«Für uns ist es wichtig, dass wir Planungssicherheit haben für unsere Aktionen und Kampagnen», sagt Josef Lussi-Waser, Präsident von Nidwalden Tourismus auf Anfrage. Mit der angestrebten Festlegung des kantonalen Förderbeitrags für die kommenden zwei Jahre sei dies gewährleistet.

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