Härtefallregelung

Nidwalden will krisengeschüttelte Unternehmen unterstützen

Der Kanton Nidwalden machte sich beim Bund für die Unternehmen stark, die grosse finanzielle Verluste durch die Coronakrise erleiden. Er geht davon aus, dass der Bund die aktuell geltenden Massnahmen verlängern wird.

Florian Pfister
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Der Kanton Nidwalden will rentable und von der Coronakrise stark getroffene Betriebe so weit wie möglich unterstützen. Dies schreibt der Kanton in einer Medienmitteilung, nachdem ein Austausch zwischen einer Delegation des Regierungsrates und Vertretern von Gastro Nidwalden stattgefunden hat.

Nathalie Hoffmann ist Präsidentin von Gastro Nidwalden.

Nathalie Hoffmann ist Präsidentin von Gastro Nidwalden.

Bild: Urs Hanhart
(18. November 2020)

Nathalie Hoffmann, Präsidentin von Gastro Nidwalden, verwies auf die grosse Bedeutung, welche die Gastrobranche für den Kanton habe. Der Wirtschaftszweig sei ein wichtiger Arbeitgeber, bilde viele Lehrlinge aus und erfülle eine zentrale Funktion für das öffentliche Leben.

«Die Gastrobetriebe müssen sich nun unverschuldet verschulden lassen.»

So lässt sich Hoffmann zitieren. «Entsprechend sollen die finanziellen Ausfälle entschädigt werden und zwar möglichst in Form von nicht rückzahlbaren Beiträgen.»

Zumindest die Fixkosten sollten entschädigt werden

Kredite oder Darlehen seien keine Option, wie Nathalie Hoffmann auf Anfrage mitteilt. Es sei ein Teufelskreis, da sich die Betriebe dadurch nur noch zusätzlich verschulden würden. «Es ist sehr wichtig für uns, keine Rückzahlungen leisten zu müssen. Wir können nichts dafür, dass die Restaurants schliessen mussten und haben jede Anpassung des Schutzkonzepts mitgemacht.» Dafür wurde viel investiert, auch finanziell. Zumindest die Fixkosten sollten entschädigt werden. «Ich hoffe, dass wir nach dem Bundesratsentscheid wieder mehr Zuversicht für die Zukunft haben.»

Die Gastronomiebranche in Nidwalden leide. Ein grosser Teil der Einnahmen sei in den wichtigsten Monaten weggefallen, Weihnachtsessen konnten nicht durchgeführt werden. Die Aussichten stünden weiterhin schlecht. «Viele machen sich Gedanken, haben schlaflose Nächte und fragen sich, wie sie Rechnungen noch zahlen können», sagt Nathalie Hoffmann. «Natürlich machen sich Existenzängste breit.»

Hürde soll kleiner werden

Der Kanton Nidwalden gehe davon aus, dass der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch die aktuell geltenden Massnahmen bis Ende Februar verlängern wird. Der Gastroverband Nidwalden befürchtet, dass sehr viele Restaurants und Hotels die jetzigen Anforderungen des Härtefallprogramms teils knapp nicht erfüllen können. Dennoch würden auch sie grosse finanzielle Verluste erleiden.

Es hätte ein offener Austausch stattgefunden, der von beiden Seiten geschätzt wurde. «Ich habe Verständnis für die Ängste der Gastronomen und kann den enormen Druck, der auf ihnen lastet, nachvollziehen», lässt sich Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger zitieren. Er habe sich beim Bund dafür stark gemacht, dass die Hürde beim Umsatzrückgang, die zur Teilnahme am Härtefallprogramm berechtigt, gesenkt wird. Somit könnten mehr Unternehmen von einer finanziellen Unterstützung profitieren.

«Uns ist bewusst, dass die Situation sehr schwierig ist», sagt Othmar Filliger weiter auf Anfrage. «Für uns ist klar, dass die Grenze beim Härtefallprogramm deutlich gesenkt werden muss, was der Kanton auch gegenüber dem Bund gefordert hat.» Die Grenze liegt derzeit bei vierzig Prozent Umsatzeinbussen. Diese sei deutlich zu gering. «Wir setzen alles daran, dass Unternehmen, die vor der Krise rentabel gewesen sind, ihre Substanz in dieser schwierigen Phase aufrechterhalten können», so Filliger.