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NIDWALDEN: Winkelriedbus verärgert Beckenrieder

Ab Fahrplanwechsel verkürzt sich die Fahrzeit von Stans nach Altdorf. Das Nachsehen haben allerdings die Beckenrieder.
Matthias Piazza
Das Postauto nach Flüelen macht sich in Beckenried auf den Weg. (Bild Matthias Piazza)

Das Postauto nach Flüelen macht sich in Beckenried auf den Weg. (Bild Matthias Piazza)

Matthias Piazza

Die beiden Kantonshauptorte von Nidwalden und Uri rücken zeitlich näher zusammen. Der neue Postauto-Winkelriedbus bringt ab Fahrplanwechsel vom 13. Dezember Pendler innert 35 Minuten von Stans nach Altdorf. Heute braucht man dafür über eine Stunde. Die neue Verbindung hat aber auch ihre Kehrseite. Vor allem Beckenrieder und Emmetter, die in Flüelen den Zug in den Süden nehmen wollen, haben das Nachsehen. Grund: Der Winkelriedbus fährt im Gegensatz zu seinem Vorgänger an Beckenried vorbei.

Sehr zum Unmut von Beat Mühle­thaler. «Täglich reisen mehrere Pendler aus den Gemeinden Beckenried und Emmetten mit dem Bus um 6.15 Uhr von Beckenried nach Flüelen», schreibt der Beckenrieder dem Kanton in einem Mail, das auch unserer Redaktion vorliegt. «In Flüelen reisen die Pendler und Lehrlinge aufgrund der guten Anschlüsse mit S-Bahn, Interregio oder ICN Richtung Erstfeld, Brunnen, Schwyz oder Zug, Zürich. Mit der Einführung des Winkelriedbusses ab Fahrplanwechsel verlieren wir diese sehr attraktive Verbindung. Wir erwachsenen Pendler können auf das Auto ausweichen, Lernende in der Regel nicht», moniert er. Er fühle sich vor den Kopf gestossen. Dies sei schade für die Wohnstandorte Beckenried und Emmetten. «Wir verlieren ein Stück Lebensqualität.»

Halt zeitlich nicht möglich

«Aus zeitlichen Gründen verlässt der Winkelriedbus die Autobahn in Beckenried nicht», bestätigt Baudirektor Hans Wicki. Bis auf diese eine Reaktion habe es aber dazu keine negativen Rückmeldungen gegeben. Und im Rahmen der regulären Vernehmlassung habe sich auch keine negative Kritik zum Fahrplan herausgestellt. «Bei jeder grösseren Fahrplanänderung gibt es Gewinner und Verlierer», hält er fest. Unter dem Strich bringe der Winkelriedbus für eine Mehrheit aber eine spürbare Verbesserung. Er ist von einer grossen Nachfrage nach der neuen Linie überzeugt. «Wir glauben, dass das Angebot ein Renner wird, dass täglich rund 200 Pendler den Bus auf dem Weg zur Arbeitsstelle in den Nachbarkanton benutzen werden», ist Hans Wicki überzeugt und verweist auf die grosse Nachfragentwicklung des Tellbusses (Direktverbindung Luzern–Altdorf). Auch entsprechende Anfragen an Betriebe stimmten ihn zuversichtlich, dass das Potenzial einer Direktverbindung Stans–Altdorf vorhanden sei.

Die Anpassung des jetzigen Angebots begründet Wicki mit der bescheidenen Nachfrage. Die bestehende Postautoverbindung von Beckenried nach Flüelen rentiere mit durchschnittlich 35 Personen pro Tag bei vier Kurspaaren oder vier Personen pro Fahrt nicht. «Ich müsste den Fahrpreis verdreifachen, wollte ich die Linie aufrechterhalten.»

Thema im Gemeinderat

Der Winkelriedbus beschäftigt auch den Beckenrieder Gemeinderat. «Wir werden das Thema am Montag an der nächsten Gemeinderatssitzung zur Sprache bringen», bestätigt Gemeindepräsident Bruno Käslin auf Anfrage. Davor könne er sich nicht konkreter äussern, um nicht der Gemeinderatssitzung vorzugreifen. Er kann sich aber vorstellen, dass man beim Kanton vorstellig wird, vielleicht zusammen mit Emmetten und Seelisberg, um mittelfristig zu erreichen, dass der Winkelriedbus in Beckenried hält.

Bis auf eine habe die Gemeinde keine Rückmeldungen zur Angebotsanpassung erhalten. Im Rahmen der Vernehmlassung habe man sich nicht zur neuen Linie äussern können, da die Feinabstimmung damals noch gar nicht vorgelegen sei.

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