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NIDWALDEN: Wolfenschiessen spielt Vorreiterrolle

Anfang Jahr tritt das neue Tourismusgesetz in Kraft. Wolfenschiessen ist schon bereit. Davon profitieren auch andere Gemeinden.
Matthias Piazza
Die Oberalp-Seilbahn gehört zur Bähnli-Safari. (Bild Nadia Schärli)

Die Oberalp-Seilbahn gehört zur Bähnli-Safari. (Bild Nadia Schärli)

Matthias Piazza

Die Nidwaldner Tourismusregionen und ihre Gemeinden sind gefordert. Noch fünf Monate haben sie Zeit, sich dem neuen kantonalen Tourismusgesetz anzupassen, das auf den 1. Januar 2017 in Kraft tritt und mit zahlreichen Änderungen aufwartet. So wird etwa eine umsatzabhängige Tourismusabgabe die bisherige Kurtaxe in den Gemeinden ersetzen (siehe Kasten).

Der Tourismusverein Wolfenschiessen spielt hierbei eine Vorreiterrolle. «Da wir wussten, dass ein neues Gesetz kommt, gingen wir schon vor zwei Jahren über die Bücher und ersetzten Anfang 2014 das Kurtaxenreglement durch teils umsatzabhängige Tourismusab­gaben», erklärt der für den Tourismus zu­ständige Gemeinderat Thomas Vetterli. «Wir wollten vorwärtsmachen und machten uns darum zu einem Zeitpunkt an die Arbeit, als das Gesetz erst im Entwurf vorlag, sonst wären wir jetzt nicht so weit.»

Der Tourismusverein organisierte die touristische Vermarktung zusammen mit der Gemeinde neu. «Wir verpassten dem hiesigen Tourismus eine Frischzellenkultur», bringt es Vetterli auf den Punkt. Das Engelbergertal und Engelberg werden nun gemeinsam vermarktet. Als Beispiel erwähnt er die Bähnli-Safari. Bei diesem gemeinsam und erfolgreich vermarkteten Paket können die Gäste verschiedene Kleinseilbahnen auf Wolfenschiesser und Engelberger Boden benutzen. Die Einnahmen kommen zu 100 Prozent diesen meist von Landwirten betriebenen kleinen Seilbahnen zugute.

Kooperation als Win-win-Situation

«Wir sind zwar immer noch selbstständig, aber in die Werbeaktivitäten von Engelberg-Titlis-Tourismus integriert», erläutert Vetterli. Das heisst etwa Pistenpläne, Panoramakarten und verschiedene Werbemittel von Engelberg wurden mit den Angeboten von Wolfenschiessen ergänzt. Äusseres Zeichen dieser engen Kooperation ist auch der Infostand beim Bahnhof Wolfenschiessen, der seit etwa zwei Jahren auf die neue Tourismusregion hinweist. «Die Kooperation ist eine Win-win-Situation», ist Thomas Vetterli überzeugt. Als Schlussspurt vor der definitiven Inkraftsetzung des neuen Gesetzes will der Wolfenschiesser Tourismusverein seine Mitglieder in Workshops fit für die neue Tourismus-Ära machen.

Vom Wolfenschiesser Pioniergeist liessen sich offenbar auch andere Nidwaldner Gemeinden anstecken, welche ihre Hausaufgaben noch machen müssen. So steht ihnen Wolfenschiessen mit Rat und Tat zur Seite, stellt ihnen Musterverträge zur Verfügung.

Weitere Tourismusregionen

Auch andernorts zeichnet sich eine Bündelung in Tourismusregionen ab, so etwa mit der Region Stans/Stanserhorn mit Oberdorf und Ennetmoos. «Die Gemeinden gehören bereits heute zu un­serem ‹Vereinsgebiet›, und es muss uns auch in Zukunft gelingen, die natürliche Interessengemeinschaft zusammenzuhalten», sagt Peter Steiner, Präsident von Tourismus Stans. Tourismus Stans möchte zumindest seine bisherigen Leistungen beibehalten können. Aber auch bezüglich Marketing bestünden bereits konkrete Vorstellungen, etwa mit der Lancierung von Ausflugs- und Erleb­nispaketen. Die Verhandlungen mit den besagten Partnergemeinden für eine Leistungsvereinbarung seien auf gutem Weg. Der Umfang der Aktivitäten von Tourismus Stans hängt wesentlich von der Höhe der Tourismusabgabe ab, welche die touristischen Leistungsträger wie Bergbahnen, Restaurants und Hotels ab 2017 den Gemeinden abliefern. Die Gemeindeversammlungen befinden diesen Herbst über den Satz.

Bereits vor sechs Jahren haben sich Beckenried, Emmetten, Seelisberg, Bauen und Isenthal zusammen mit den Bergbahnen Emmetten-Beckenried AG und der Treib-Seelisberg-Bahn AG zur IG Tourismusregion Klewenalp zusammengeschlossen mit dem Ziel, Ange­bote gemeinsam zu vermarkten.

Die Abgabe ist umsatzabhängig

Tourismusgesetzmap. Mit dem neuen Tourismusgesetz wird eine umsatzabhängige Tourismusabgabe die bisherige Kurtaxe in den Gemeinden ersetzen. Zudem sollen die Gemeinden die Förderung des Tourismus zu einem grossen Teil selber gestalten. Der Kanton übernimmt übergeordnete Aufgaben und das Basis-Marketing. Auch soll der lokale Fremdenverkehr durch Leistungsvereinbarungen von den im globalen Ferienmarkt verankerten Marken Luzern und Engelberg-Titlis profitieren.

Die Zentralbahn, Postautolinien, die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee und der Bürgenstock zahlen dem Kanton eine Abgabe, weil sich ihre Leistungen über mehrere Gemeinden erstrecken. In den Gemeinden abgabepflichtig sind Beherbergungs- und Restaurationsbetriebe, Ferienhausbesitzer und weitere Transportunternehmen.

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