Nidwalden zahlt 9 Millionen an Bus und Bahn

Nidwalden zahlt im nächsten Jahr einen Viertel mehr an die ungedeckten Kosten des öffentlichen Regionalverkehrs. Der Landrat hat am Mittwoch den Kredit von 9 Millionen Franken einstimmig bei einigen Enthaltungen genehmigt.

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Eine Zugskomposition der Zentralbahn unterwegs bei Stans. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Eine Zugskomposition der Zentralbahn unterwegs bei Stans. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Rückgrat des öffentlichen Verkehrs ist in Nidwalden die Linie Luzern-Stans-Engelberg der Zentralbahn (zb). Die wichtigsten Siedlungsgebiete ausserhalb dieser Achse werden durch Busse erschlossen.

Das Angebot wurde in den letzten Jahren stetig ausgebaut. Die Kurskilometer der zb nahmen von 2003 bis 2010 um rund sieben Prozent zu, die der Busse um 15 Prozent. Noch stärker gestiegen ist die Anzahl der Passagiere.

Die Abgeltungen der öffentlichen Hand mussten in diesem Zeitraum ebenfalls markant erhöht werden. Für das laufende Jahr sind Abgeltungen von 7,1 Millionen Franken nötig. Für 2013 beantragte der Regierungsrat 9 Millionen Franken.

Einen erheblichen Teil an der Kostensteigerung machen bei der zb die höheren Trasseepreisen aus, die vom Kanton nicht beeinflusst werden können. Auf der Ertragsseite zu Buche schlagen dürften die höheren Billettpreise. Auf einen Ausbau des Bus- und Bahnangebots wird verzichtet.

Auch Luftseilbahnen profitieren

Abgeltungen erhalten sollen auch die Luftseilbahnen Dallenwil- Wirzweli und Dallenwil-Wiesenberg, die beide landwirtschaftliche Betriebe erschliessen. Die Bahnen müssen aber noch Auflagen erfüllen, damit das Geld fliesst.

Wendelin Waser (CVP) lobte das gute Angebot des öffentlichen Verkehrs selbst in den Randregionen. Conrad Wagner (Grüne) sagte, das Angebot sei dicht und pünktlich.

Niklaus Reinhard (FDP) äusserte sich kritisch zum Kostendeckungsgrad der S-Bahn. Nidwalden könne sich kein grenzenloses Wachstum im Regionalverkehr leisten. Es müsse auch das Undenkbare gedacht werden.

Kritik kam von der SVP. Armin Odermatt bemängelte, dass der Fahrplan für 2013 schon bestellt sei, und der Landrat somit keinen Handlungsspielraum mehr habe. Regierungsrat Hans Wicki entgegnete, der Fahrplan stehe zwar bereits, es handle sich aber nur um ein Gerüst. Änderungen seien noch möglich.

Mögliche Schliessung zweier Stationen

Weiter genehmigte der Landrat für Investitionen der zb einen Rahmenkredit von 12,05 Millionen Franken. Der Kredit gilt für die Jahre 2013 bis 2016. Insgesamt beläuft sich der Bedarf der zb auf fast 40 Millionen Franken. Der Rest des Betrages wird durch den Bund und durch Obwalden finanziert.

Es sei angedacht, die Stationen Niederrickenbach und Dörfli auf 2014 zu schliessen, kündigte Wicki in der Debatte an. Ein Entscheid sei aber noch nicht getroffen worden.

Würden die Stationen geschlossen, könnte der Verteilschlüssel zwischen Ob- und Nidwalden zu Gunsten von Nidwalden verschoben werden. Der Rahmenkredit gehe von einer Schliessung der Stationen aus, sagte Wicki.

sda