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NIDWALDEN: Zivilschutz zerlegt auch eine Seilbahn

Die Zivilschutzkompanie Stanserhorn hält sich diese Woche mit ihrem jährlichen Wiederholungskurs fit. Davon profitiert auch die Allgemeinheit.
Matthias Piazza
Zivilschützer Markus Burch demontiert eine stillgelegte Materialseilbahn. (Bild: PD)

Zivilschützer Markus Burch demontiert eine stillgelegte Materialseilbahn. (Bild: PD)

In acht Nidwaldner Gemeinden an insgesamt 13 Arbeitsplätzen packen die Pioniere (sozusagen der Bautrupp) der Zivilschutzkompanie Stanserhorn an. Im Rahmen ihres jährlichen Wiederholungskurses üben 90 Zivilschützer auf dem Gelände ihr grobes Handwerk und halten sich in der Anwendung ihrer teils schweren Maschinen und Werkzeuge wie Motorkettensägen und Kompressoren fit.

450 Manntage auf dem Feld

Und das machen sie nicht an ihrem Stützpunkt an der Wilstrasse in Oberdorf an irgendwelchen konstruierten Übungsanlagen, die nachher entsorgt werden müssen. Stattdessen setzen sie noch bis heute Freitag ihre total 450 Manntage auf dem Feld ein. Das hat für Marco Weber, Kommandant der Zivilschutzorganisation Nidwalden, mehrere Vorteile: «Die Leute sind einerseits viel motivierter, wenn sie in ihrem Auftrag einen praktischen Nutzen sehen. Andererseits hat auch die Gemeinschaft etwas davon.» Als fachlich anspruchsvollsten Einsatz bezeichnet Marco Weber den Bau einer Brücke über den Liizligraben, der sich von Wiesenberg bis hinunter nach Dallenwil erstreckt. Dies als Ersatz für ihre Vorgängerin, die durch die starken Niederschläge im Sommer des vergangenen Jahres zerstört wurde.

Einsatz im steilen Gelände

Die Instandstellung eines Wanderweges auf der Musenalp zwischen Klewenalp und Niederrickenbach forderte die Männer wegen des steilen Geländes. Sie konnten nur mit einem Absturz­sicherungssystem arbeiten. Eine nicht alltägliche Arbeit trafen die Pioniere beim Förnlibach auf der Stanser Allmend an: Zusammen mit dem Amt für Umwelt renaturierten sie das verwachsene Bachbett. Zuvor hatten die Fischereiaufseher den Bach abgefischt, um die Fischbestände zu schonen.

Seilbahn-Demontage als Ausnahme

Unvergessen dürfte den Zivilschützern auch der Einsatz auf der Hasenmatt in Niederrickenbach bleiben. Dort nahmen sie eine ganze Transportseilbahn auseinander. Sie diente früher dem Bauern für den Transport von Milch und Material und ist nun stillgelegt. Mit schwerem Gerät rückten die Männer der Anlage zu Leibe, demontierten die ­Seile, zerschnitten die drei Masten in transportfähige Einzelteile und bauten auch die Tal- und Bergstation zurück. «Es war für unsere Leute ein besonders spannender Auftrag, den es nicht jedes Jahr gibt», erklärt Weber.

Kein Wunder, ist der Auftrag aussergewöhnlich, da ein Auseinandernehmen einer Seilbahn normalerweise auch nicht zum Kernauftrag eines Zivilschutzes gehört, der sich in der Regel um den Unterhalt von Infrastrukturen kümmert, die der Allgemeinheit dienen, wie etwa dem Erstellen oder Sanieren von Wegen. «Aus Sicherheitsgründen wird die nicht mehr benötigte Seilbahn entfernt, damit sie für allfällige Helikopterflüge keine Gefahr darstellt», begründet Marco Weber die Ausnahme.

Er zieht eine überaus positive Zwischenbilanz zum diesjährigen Feldeinsatz. «Wir sind gegenüber dem Programm voraus. Bereits am Donnerstagvormittag, also am zweitletzten Tag, haben wir unser Soll erreicht. Aber wir nutzen natürlich die Zeit für zusätzliche Arbeiten.»

Andere Kompanie in Graubünden

Die Kompanie Buochserhorn leistete diesen Sommer einen ausserkantonalen Einsatz in Graubünden, wo sie unter anderem Wanderwege in Stand stellte. «Es kann vorkommen, dass eine Zivilschutzorganisation einem anderen Kanton unter die Arme greift», begründet Weber das «Gastspiel».

Und um das Kader zu fordern, wurde ein 24-Stunden-Dienstbetrieb aufgezogen, wie es eben bei Ernsteinsätzen, beispielsweise nach einem Unwetter, üblich ist. Wie etwa nach dem Gewitterregen im Juni des vergangenen Jahres, als der Zivilschutz bei den Aufräumarbeiten am Kniri in Stans drei Tage lang im Einsatz stand.

Innert Stunden im Einsatz

Genau diese schnelle Einsatzbereitschaft sei die Stärke des Zivilschutzes als kantonale Organisation. «Der Kanton kann uns innert Stunden aufbieten», so Weber. Dieses Jahr war dies aber glücklicherweise nicht nötig.

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