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NIDWALDEN: Zwei Nationalräte in der «geschützten Werkstatt»

Die beiden Nationalräte Thomas Weibel (Grünliberale, ZH) und Peter Keller (SVP, NW) beim Steilhang-Heuen am Stanserhorn.
Zwei politische Extremheuer: Thomas Weibel mit Mütze (GLP) und Peter Keller (SVP). (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 16. Juli 2017))

Zwei politische Extremheuer: Thomas Weibel mit Mütze (GLP) und Peter Keller (SVP). (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 16. Juli 2017))

Die Steigeisen sind montiert, die Rechen gefasst, die Arbeitskleidung sitzt: Den ganzen Sonntagnachmittag kraxeln die Nationalräte Thomas Weibel (Grünliberale, ZH) und Peter Keller (SVP, NW) durch einen Planggen, einen unglaublich steilen Hang unterhalb des Stanserhorns. Als Handlanger der Bauernfamilie Beat Gut aus Wiesenberg NW versuchen sich die eidgenössischen Parlamentarier als Extremheuer. Am Abend werden drei Tonnen Heu 200 Meter nach unten befördert sein, bereit zum Abtransport für den Helikopter.

Weshalb ertüchtigen sich Weibel und Keller gemeinsam in einem Krachen, der für das Vieh wegen Absturzgefahr tabu ist? Am Ursprung des speziellen Einsatzes steht die Spardebatte in der letzten Wintersession. Weibel bezeichnet die Landwirtschaft als «geschützte Werkstatt», die einen Beitrag zu einem ausgeglichenen Budget zu leisten habe. Keller kontert Weibels Votum mit der Einladung, die Planggen beim Stanserhorn zu heuen und danach das Urteil von der «geschützten Werkstatt» zu revidieren.

Weibel hält Wort, erscheint zum Freiwilligendienst in der Zentralschweiz. Der 63-jährige Grünliberale aus Horgen ist ein begeisterter Bergwanderer und half schon früher Kollegen in Graubünden beim Heuen in abschüssigen Zonen. Als Forstingenieur plante Weibel zum Beispiel Schutzvorrichtungen zur Abwehr von Naturgefahren, sammelte also Erfahrung in unwegsamem Gelände. Dennoch beschleicht ihn ein mulmiges Gefühl. Hat er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, steht er das körperlich durch? Ungefährlich ist das schweisstreibende Planggen-Heuen nicht, immer wieder stürzen Menschen dabei zu Tode. Am Abend, nach verrichteter Arbeit, zeigt sich Weibel erleichtert. «Es war ein Plausch», sagt er. «Tipptopp» habe Weibel das gemacht, sagt Beat Gut. «Ich hoffe, dass Weibel und Keller in der Landwirtschaftspolitik so gut zusammenarbeiten wie beim Planggen-Heuen», ergänzt der ehemalige Nidwaldner CVP-Landrat.

«WeibelhatCharaktergezeigtundistderEinladung gefolgt», meint Keller. Jetzt sei noch offen, ob er auch Einsicht zeige, was die Schweizer Landwirtschaft alles leiste und dass dies nicht umsonst zu haben sei. Zumindest die Planggen-Heuer will Weibel von Sparübungen verschonen. Er habe selber gesehen, was für einen Beitrag zur Biodiversität sie leisteten. In Bezug auf die Preisbildung und den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten bleibt der Bauernstand für Weibel aber – eine «geschützte Werkstatt».

Kari Kälin

Wildheuen mit Peter Keller am 16. Juli 2017 Plangge Chellen beim Stanserhorn. (Bild: Corinne Glanzmann, 16. Juli 2017)

Wildheuen mit Peter Keller am 16. Juli 2017 Plangge Chellen beim Stanserhorn. (Bild: Corinne Glanzmann, 16. Juli 2017)

Wildheuen mit Peter Keller am 16. Juli 2017 Plangge Chellen beim Stanserhorn. Im Bild Peter Keller. (Bild: Corinne Glanzmann, 16. Juli 2017)

Wildheuen mit Peter Keller am 16. Juli 2017 Plangge Chellen beim Stanserhorn. Im Bild Peter Keller. (Bild: Corinne Glanzmann, 16. Juli 2017)

Wildheuen mit Peter Keller am 16. Juli 2017 Plangge Chellen beim Stanserhorn. Im Bild mit Hut Thomas Weibel. (Bild: Corinne Glanzmann, 16. Juli 2017)

Wildheuen mit Peter Keller am 16. Juli 2017 Plangge Chellen beim Stanserhorn. Im Bild mit Hut Thomas Weibel. (Bild: Corinne Glanzmann, 16. Juli 2017)

Hat sichtlich Spass: Thomas Weibel. (Bild: Corinne Glanzmann, 16. Juli 2017)

Hat sichtlich Spass: Thomas Weibel. (Bild: Corinne Glanzmann, 16. Juli 2017)

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