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NIDWALDEN/OBWALDEN: Firmen wollen an CBD-Hanf verdienen

Legale Hanfprodukte boomen. Bereits gibt es in den beiden Kantonen fünf Firmen, die in den Handel damit einsteigen wollen. Vor einer neuen Situation steht auch die Polizei.
Philipp Unterschütz
Zum Rauchen sind CBD-Hanf-Produkte legal, als Extrakt jedoch nicht. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Zum Rauchen sind CBD-Hanf-Produkte legal, als Extrakt jedoch nicht. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

Seit das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im August 2016 den sogenannten CBD-Hanf zum Rauchen bewilligte, herrscht bei Produzenten und Händlern Goldgräberstimmung. Gegen 400 Hersteller haben sich seither bereits bei der Eidgenössischen Zollverwaltung registriert. Weil CBD-Hanf als Tabakersatzprodukt gilt, wird es vom Bund besteuert. Im Blick schätzte die Zollverwaltung, dass 2017 Steuereinnahmen von 15 Millionen Franken zusammenkommen könnten.

Wer sich in der Branche umhört, erfährt bald, dass die Nachfrage so gross ist, dass die einheimische Produktion nicht reicht. Es gibt auch nicht nur die legalen Hanfzigaretten, sondern viele andere Heilmittel aus CBD-Hanf. Viele Landwirte arbeiten bereits mit Hanfproduzenten zusammen und melden, dass sie damit grössere Erträge erzielen als etwa mit Zuckerrüben oder Weizen.

So langsam scheint der Verkaufsschlager auch in Nid- und Obwalden ein Thema zu werden. Seit Mai wurden hier bereits fünf entsprechende Firmen im Handelsregister eingetragen. «Die Gesellschaft bezweckt den Anbau und Handel mit legalen Hanfprodukten», heisst es beispielsweise im Eintrag der Pilatushemp GmbH Sachseln vom 20. November. Vorsitzender der Geschäftsführung der Pilatushemp GmbH ist Roland von Moos aus Sachseln. Auf Anfrage erklärt er, dass man so kurz nach der Firmengründung noch keine weiteren Angaben machen könne. «Wir sind erst im Aufbau der Firma und hoffen, Mitte kommenden Jahres mit ersten Produkten auf den Markt zu kommen.» Bei den anderen vier Firmen war es unserer Zeitung nicht möglich, Kontaktadressen von Verantwortlichen ausfindig zu machen.

Hanfsorten optisch nicht zu unterscheiden

Informiert über die drei in Obwalden neu gegründeten Firmen ist aufgrund der Handelsregister­einträge auch die Kantonspolizei Obwalden. «Bisher hatten wir noch keinen Kontakt mit ihnen, wir werden aber das Gespräch suchen», sagt Carlo Röthlin, Stellvertreter des Fachverantwortlichen Betäubungsmittel bei der Kantonspolizei Obwalden. Man will unter anderem wissen, wie und wo sich die Firmen den Hanf beschaffen und/oder ob sie ihn allenfalls selber anbauen. Auch die Polizei steht nämlich seit dem Entscheid des Bundes über die Zulassung des CBD-Hanfs vor einer neuen Situation. Das Problem: Der legale CBD-Hanf kann weder optisch noch geruchlich vom verbotenen THC-Hanf unterschieden werden. «Wir sind intern daran, das künftige Vorgehen rund um die neue Situation beim Hanfanbau festzulegen. Dies auch in Absprache mit Nidwalden und anderen Kantonen», so Röthlin weiter. Immerhin haben Obwalden und Nidwalden, wie auch die anderen Kantone, vom Forensischen Institut Zürich Schnelltests für Hanf erhalten, die nun in der Testphase stehen.

Auch die Nidwaldner Kantonspolizei ist informiert über die Firmen, die im Hanfgeschäft tätig sind. «Es ist sicher empfehlenswert, wenn sich die Firmen bei Fragen oder Unklarheiten bei uns melden», sagt Marco Fux, stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei Nidwalden. Ansonsten werde die Kantonspolizei aber selber nur dann aktiv, wenn man Kenntnisse von oder den Verdacht auf Gesetzesverstösse habe.

Für hiesige Landwirte weniger ein Thema

Während in anderen Landesgegenden auch die Bauern die Chance wahrnehmen, vom Hanfboom zu profitieren, wird dieses Geschäft wohl an Ob- und Nidwalden vorbeigehen. Zwar seien auch hier die Landwirte grundsätzlich interessiert an neuen Geschäftsfeldern, sagt Hansueli Keiser, Präsident des Nidwaldner Bauernverbandes. «Standortbedingt ist Hanf bei uns aber kein Thema. Wir haben zu wenig ackerfähigen Boden.» Gleich klingt es auch beim Obwaldner Bauernpräsidenten Simon Niederberger. In Obwalden gehören gar 80 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen zum Berggebiet. «Klimatisch und topografisch sind wir auf Tierhaltung ausgerichtet. Ackerbau ist bei uns unbedeutend», erklärt Bruno ­Abächerli, Leiter des Obwaldner Amtes für Landwirtschaft.

Landwirte, die Hanf auf Äckern anbauen, sind verpflichtet, dies dem kantonalen Amt für Landwirtschaft zu melden. Solche Meldungen sind bisher nicht eingegangen. Andreas Egli, Leiter des Nidwaldner Amtes für Landwirtschaft, stellt aber doch fest, dass das Interesse an der Hanfthematik steigt. «Wir wurden zwar nicht überrannt, aber wir hatten dieses Jahr schon mehr Anfragen als zuvor.»

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