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NIDWALDEN/OBWALDEN: Rotes Kreuz muss sich wehren

Bereits zum vierten Mal wirbt das SRK Unterwalden neue Mitglieder an der Haustür. Eine Methode, die nicht bei allen auf Gegenliebe stösst.
Marion Wannemacher
Mitglieder der Nidwaldner Sektion des Schweizerischen Roten Kreuzes werben an Haustüren für die Organisation. (Symbolbild) (Bild: Archiv Keystone)

Mitglieder der Nidwaldner Sektion des Schweizerischen Roten Kreuzes werben an Haustüren für die Organisation. (Symbolbild) (Bild: Archiv Keystone)

Marion Wannemacher

Vergangenen Dienstag ging eine Meldung bei der Kantonspolizei Nidwalden ein, jemand gebe sich als Werber des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) aus. Aufgrund anderer Einsätze sei es zu keiner Kontrolle gekommen, bestätigt Dario Habermacher, zweiter stellvertretender Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei. Später konnte die Sache aufgeklärt werden: Tatsächlich hat ein vom SRK Unterwalden beauftragtes Unternehmen Studenten ausgesendet, die an der Haustür klingeln und Passivmitglieder werben, zuerst in Obwalden, derzeit in Nidwalden. Unterwegs sind sie mit Mietfahrzeugen. «Die Studentin konnte aufgrund der Website identifiziert werden, die Werbeaktion ist darauf detailliert beschrieben. Auch sind Fotos der im Einsatz stehenden Studenten aufgeschaltet», erklärte Hanspeter Waldburger, Geschäftsführer des SRK Unterwalden. Via SMS, WhatsApp und Facebook geisterten laut Waldburger allerdings Meldungen herum, die gar vor vermeintlichen Betrügern warnen. Sie beschrieben eine Studentin, die tatsächlich für das SRK Unterwalden unterwegs ist, verleumdeten diese aber. Der Geschäftsführer gibt eine Kostprobe: «An alle: bitte Haustür nicht öffnen und weitersagen. Im Raum Dallenwil ist eine junge Frau unterwegs (...).angeblich im Auftrag des roten Kreuzes. Verdacht auf Betrug, Einbruchgefahr und Diebstahl.»

Die Verbreitung der Falschmeldung erfülle zwei strafrechtlich relevante Tatbestände, ist sich Waldburger sicher: «Üble Nachrede gegenüber der identifizierbaren Studentin sowie Kreditschädigung gegenüber dem Roten Kreuz und der beauftragten Werbefirma. Die üble Nachrede betrifft die Studentin, ob wir bezüglich Kreditschädigung Klage einreichen, können wir noch nicht sagen.»

Von anderen Seiten wurde unserer Zeitung zugetragen, dass die Werber teils aggressiv aufträten. Dazu sagt Hanspeter Waldburger: «Klar ist, dass Verkaufsgespräche von unterschiedlichen Leuten unterschiedlich wahrgenommen werden. Was für die einen normal ist, erscheint anderen als aufdringlich. Hier und da wird sicher auch übertrieben.»

30 bis 40 Reklamationen

Bei Rückmeldungen suche man das Gespräch mit den Werbern. Das sei in den vergangenen Wochen zweimal der Fall gewesen, sagt der Geschäftsführer auf Nachfrage. Die Gesamtzahl der Reklamationen beziffert er auf 30 bis 40. Eine Zahl, die er gemessen an der Vielzahl der Kontakte als gering einschätzt. Einen Imageschaden für die Organisation befürchte er nicht.

Warum hält das SRK Unterwalden an der Werbemethode an der Haustür fest? «Es ist günstiger und effizienter als ein Mailing (Postwurfsendung). Das an der Haustür geworbene Mitglied bleibt acht bis zehn Jahre, was durch andere Methoden nicht erzielt werden kann.»

3000 neue Passivmitglieder?

Waldburger nennt auch konkrete Zahlen: Bei Mailings würden zweieinhalb bis drei Prozent der Empfänger erreicht, bei 10 000 gemieteten Adressen entspricht das zwischen 250 und 300 Erstzahlern. Insgesamt hoffe man dank persönlichen Gesprächen auf 3000 neue Passivmitglieder. «In einigen Gemeinden, wo wir bereits fertig sind, liegen wir bereits leicht darüber.» Trotz Reklamationen sagt Geschäftsleiter Hanspeter Waldburger auf die Frage, ob er wieder so vorgehen würde: «Auf jeden Fall. Recht machen kann man es nie allen.»

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