Nidwaldner Bäuerin kocht mit Landfrauen um den Sieg

Die Landfrauen schwingen wieder die Kochlöffel. Mit dabei ist auch Manuela Achermann aus Niederrickenbach.

David von Moos
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Manuela Achermann mit zwei ihrer Kinder am heimischen Herd.

Manuela Achermann mit zwei ihrer Kinder am heimischen Herd.

Bild:: SRF

Mittlerweile schon zum 13. Mal lädt das Schweizer Radio und Fernsehen gross zu Tisch: Sieben Frauen aus sieben Regionen der Schweiz treten vor den Kameras zum bäuerlichen Kochwettbewerb an. Das Konzept der Unterhaltungssendung: Die Landfrauen bekochen sich gegenseitig und sind ihre eigene Jury.

Eine von ihnen wird in der Finalsendung vom 28. Dezember zur Siegerin gekürt. «SRF bi de Lüüt» begleitete sie und ihre Familien durch ihren Alltag und schaute ihr beim Kochen über die Schulter.

Die Landfrau in ihrem Element

Manuela Achermann.

Manuela Achermann.

Bild: SRF

In der fünften Folge der neuesten «Landfrauenküche»-Staffel kocht Manuela Achermann aus Niederrickenbach. Einen Steinwurf vom Frauenkloster entfernt, liegt auf 1200 Metern über Meer der Bergbauernhof der Familie, die «Steinrüti». Vor zwölf Jahren übernahmen die gebürtige Obwaldnerin und ihr Mann Severin den Pachtbetrieb des Benediktinerinnenklosters Maria-Rickenbach und leben seither von der Milchwirtschaft. Täglich liefert Severin Achermann die Milch per Luftseilbahn ins Tal an eine Käserei in Buochs. Auch zwei der drei zwischen fünf und zehn Jahre alten Kinder gehen mit der Luftseilbahn zur Schule.

Manuela Achermann packt nicht nur in Haus und Hof gerne mit an. Die gelernte Floristin arbeitet aushilfsweise auch im benachbarten Pilgerhaus. Unsere Zeitung erreicht die vielbeschäftigte Familienfrau nach dem Mittagessen, als die Kinder schon wieder in der Schule sind.

Warum machen Sie bei der Fernsehsendung mit?

Manuela Achermann: Weil mich mein Nachwuchs dazu überredet hat. Wir haben die Sendung mit der ganzen Familie geschaut. Unsere Kinder kamen plötzlich mit der Idee: «Mami, melde dich mal an!». Das habe ich dann auch gemacht, ohne grosse Hoffnungen zu haben. Deshalb war ich sehr überrascht, als im März jemand vom Fernsehen angerufen hat und dann kurz darauf die Produzentin der Sendung vor der Tür stand. Offiziell erfahren habe ich es dann im Mai.

Wie erlebten Sie und Ihre Familie die Dreharbeiten?

Die Sendung wurde vom 21. bis 26. Oktober gedreht. Wir erlebten das Ganze als sehr angenehm und überhaupt nicht störend, obwohl die ganze Woche über drei Personen bei uns auf dem Hof waren. Ich habe mir alles viel anstrengender vorgestellt. Wir hatten einen kleinen Wochendrehplan, den wir je nach Aufnahme ein bisschen ans Wetter anpassen mussten. Die Kinder waren von der Arbeit der Kameraleute total begeistert. Beim Abschied des Kamerateams haben sie sogar geweint. Sie waren sehr erstaunt, wie viel Aufwand hinter einer 45-minütigen Fernsehsendung stecken.

Was kochen Sie den anderen Landfrauen?

Zur Vorspeise gibt es Salat mit einer Raclette-Speck-Birne. Der Hauptgang – Geschnetzeltes nach Jägerart – soll sich auch in der Dekoration widerspiegeln. Mit Eiscafé und einer Linzertorte werden die Gäste zum Schluss verwöhnt.

Mit welcher Besonderheit oder Spezialität wollen Sie ihre Mitstreiterinnen überzeugen?

Für mich war von Anfang an wichtig, dass die Produkte von hier kommen. Alle Milchprodukte und das Fleisch stammen von unserem Hof, das Gemüse und die Früchte aus unserem eigenen Garten. Und unsere Milch wird in Buochs verkäst, deshalb kommt bei der Vorspeise auch unser Käse auf den Teller.

Was kommt nicht in Ihre Küche?

Meeresfrüchte. Fisch gibt es aber schon ab und zu.

Ihr Lieblingsgericht?

Kein Bestimmtes. Aber «Chäs-Chnepfli» habe ich zum Beispiel sehr gerne.

Was kochen Sie nicht selber, sondern bestellen es auswärts im Restaurant?

«Eppis wo ich däheime nid sälber tuä chochä», etwa Wildgerichte. Schlussendlich kommt es immer darauf an, auf was ich gerade Lust habe.

Welches Gericht würden Sie gerne mal ausprobieren?

Eines, das ich bei einer anderen Landfrau kennen gelernt habe: Siedfleischsalat.

«SRF bi de Lüüt – Landfrauenküche» mit Manuela Achermann: Freitag, 13. Dezember, 20.05 Uhr, SRF 1. Livefinale am 28. Dezember.

Zwei weitere Zentralschweizerinnen kochen mit

(dvm) In der aktuellen Staffel der SRF-Fernsehsendung «Landfrauenküche» kochen neben der Manuela Achermann zwei weitere Frauen aus der Zentralschweiz mit. Etwa Theres Marty. Ihr Hof liegt hoch oben über Bürglen, auf über 1100 Metern über Meer. Theres führt den Landwirtschaftsbetrieb mit vier Kühen und drei Ziegen alleine und arbeitet daneben im Pflegezentrum Urnersee in Flüelen. Ihr Mann Meinrad betreibt eine kleine Tiefbaufirma und ist ein bekannter Schwyzerörgeler. Zusammen haben sie vier Kinder im Alter von 10 bis 19 Jahren (Sendung vom 27. Dezember). In der Sendung vom 22. November kochte die Luzernerin Astrid Murpf. Sie und ihr Mann Stefan bewohnen den höchstgelegenen Ganzjahresbetrieb der Entlebucher Gemeinde Hasle. Die beiden haben vier Kinder. Stefan züchtet Tux-Zillertaler Rinder. Neben den Kühen gibt es verschiedene Kleintiere auf dem Hof: Gänse, Enten, Kaninchen, Hühner, einen Hund, einen Haflinger, ein Zwergpony sowie drei Esel. Das Pferd setzt Astrid für Therapien ein.