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Nidwaldner Band reist 3600 Kilometer für den perfekten Sound

Seit zehn Jahren ist die Hergiswiler Band Haïrdrÿer in der 80er-Jahre-Rock-Szene aktiv. Mit ihrem zweiten Album wollen die fünf Hergiswiler auch den Sprung nach Europa schaffen.
Martin Uebelhart
Musikalische Zeitreise mit Haïrdrÿer (von links): Lucien Egloff (Drums), Felix Commerell (Synthesizer/Keyboards), Luca Troxler (Bass), Dave Niederberger (Gesang), Marco Troxler (Gitarre). (Bild: PD)

Musikalische Zeitreise mit Haïrdrÿer (von links): Lucien Egloff (Drums), Felix Commerell (Synthesizer/Keyboards), Luca Troxler (Bass), Dave Niederberger (Gesang), Marco Troxler (Gitarre). (Bild: PD)

In die schwedische Pampa hat es die Nidwaldner 80er-Rockband Haïrdrÿer im Februar verschlagen. So zumindest beschreiben sie ihre jüngsten Aktivitäten auf Facebook. Zusammen mit Produzent Jona Tee, Keyboarder der schwedischen Melodic-Rock-Band H.E.A.T, haben Haïrdrÿer ausserhalb der Stadt Västerås während rund vier Wochen an ihrem zweiten Album gearbeitet. Sie hätten verschiedene Angebote gehabt, hält Sänger Dave Niederberger fest. «Jona Tee war gleich Feuer und Flamme für unser Projekt.» Zudem sei Skandinavien ein guter Boden für 80er-Rock: «Viele Bands, die es in diesem Genre zu etwas bringen, kommen aus dem hohen Norden.»

Für die Aufnahmen sind sie mit ihrem Tourbus insgesamt 3600 Kilometer weit gefahren. «Wir wollten unser eigenes Equipment dabei haben», sagt Dave Niederberger. So hätten die Bandmitglieder auf ihren eigenen Instrumenten am Sound tüfteln können. Mit dem Flugzeug wäre der Transport zu teuer gewesen. Ein weiterer Vorteil: Auf dem Land könne man die einzelnen Instrumente bis an die «Schmerzgrenze» aufdrehen, meint er.

Neues Album dürfte im Herbst folgen

Wann das Album auf dem Markt kommt, kann Dave Niederberger noch nicht genau sagen: «Wir rechnen damit, dass es im Herbst so weit sein wird», sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Das hänge unter anderem auch noch davon ab, einen europäischen Vertrieb und eine europäische Booking-Agentur zu finden.

Haïrdrÿer haben sich im Jahr 2009 formiert. Neben Dave Niederberger gehören zur Band auch Marco Troxler (Gitarre), Luca Troxler (Bass), Lucien Egloff (Drums) sowie Felix Commerell (Synthesizer), der etwas später dazu gestossen ist. Er ist mit 21 Jahren auch der jüngste. Die übrigen Bandmitglieder sind zwischen 25 und 30 Jahre alt. 2010 haben sie eine EP mit dem Titel «Smokin’ Nights» veröffentlicht. 2014 folgte das erste Album «Off to Haïradise». «Wir wollen schweizweit bekannt werden», sagte Lucien Egloff damals gegenüber unserer Zeitung. Das hätten sie erreicht, zumindest in der Rock- und Metal-Szene, meint Dave Niederberger heute.

Haïrdrÿer spielen zunächst einmal Rockmusik. Prägend für ihren Sound ist der Einsatz von Synthesizern. Gefragt nach den wichtigen Einflüssen für ihre Musik nennt Niederberger die frühen Alben von Bon Jovi und weitere Bands wie Van Halen, Europe oder Quiet Riot. «Doch auch Heavy Metal oder die New-Wave-Bewegung der 80er-Jahre fliessen ein.»

Ausgiebig an neuen Songs gefeilt

Bei Haïrdrÿer habe mindestens in den ersten paar Jahren das Hobby im Vordergrund gestanden, so Dave Niederberger. Doch nun scheinen sich die Ambitionen erhöht zu haben: «Vor zwei, drei Jahren reifte bei uns die Überzeugung, dass wir es zu etwas bringen könnten, wenn wir uns richtig anstrengen.» In den vergangenen anderthalb Jahren hätten sie denn auch ausgiebig an neuen Songs gefeilt und jede freie Minute im Proberaum verbracht. Alle Band-Mitglieder arbeiten 80 bis 100 Prozent.

Die Produktion eines neuen Albums sei sehr aufwendig und teuer, hält Niederberger fest. «Die Herstellung des Albums ist das eine, man muss noch einmal etwa das Drei- oder Vierfache dieser Kosten in die Promotion stecken. Wolle man zum Beispiel im Vorprogramm einer grossen Band auf Europatournee spielen, dann müsse man heute Geld in die Hand nehmen und sich praktisch einkaufen, erzählt Dave Niederberger. «Die Zeiten, als Bands einen für das Vorprogramm anfragten, sind vorbei.» Sie steckten sehr viel Zeit und Geld in das Projekt, sagt er weiter. «Alles selber tragen können wir jedoch nicht.» Daher hat die Band derzeit noch ein Crowdfunding am Laufen.

Haïrdrÿer sind durchaus realistisch darin, die Chancen für einen europaweiten Durchbruch einzuschätzen. «Es gibt unzählige Bands, die das versuchen. Das ist nicht nur in unserem Genre so», betont Niederberger. «Wir haben keine Angst davor zu scheitern, sondern davor, es nicht zu probieren. Es wäre schade, sich in späteren Jahren eingestehen zu müssen, man habe es nicht wirklich versucht.»

Bevor es möglicherweise als Support-Band auf Europa-Tournee geht, ist im Herbst im Zuge der Plattentaufe eine ausgiebige Schweizer Tournee in Planung.

Den nächsten Auftritt haben Haïrdrÿer am kommenden Samstag am LA Rock Festival im bayerischen Landshut, wo sie auf Einladung der Veranstalter auftreten. Etwas näher ist der Auftritt an der «iheimisch». An der Nidwaldner Gewerbsausstellung sind sie am 31. Mai live zu erleben.

www.hairdryer.ch

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