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Nidwaldner Bauern zeigen sich wissbegierig

Rund 50 Landwirte haben sich am vergangenen Samstag über das Wohlergehen von Kühen erkundigt. Experte Christian Manser zeigte in seinem Referat auf, wie mit kleinen Anpassungen im Stall Grosses bewirkt werden kann.
Matthias Stadler
Viehexperte Christian Manser referiert vor rund 50 Bauern. (Bild: Matthias Stadler, Dallenwil, 10. November 2018)

Viehexperte Christian Manser referiert vor rund 50 Bauern. (Bild: Matthias Stadler, Dallenwil, 10. November 2018)

Erwartet worden waren zehn, vielleicht fünfzehn Bauern. Am Schluss war der grosse Raum bei der A&L Holzbau GmbH in Dallenwil von fünfzig Personen besetzt. Es versammelten sich am vergangenen Samstagmorgen Bauern aus Nid- und Obwalden, um Christian Manser zuzuhören. Er hatte zu einem Seminar geladen, in dem er Signale und das Wohlergehen von Kühen den Bauern näherbringen wollte. Zielpublikum: «Alle Landwirte, die sich für Verbesserungsmöglichkeiten rund um die Haltung, Fütterung und Betreuung ihrer Kühe und deren baulichen Massnahmen interessieren.»

Der Kuhsignal-Trainer aus Andwil SG referierte knapp zweieinhalb Stunden, ohne Manuskript, nur mit Bildern, Videos und rhetorischer Schärfe bewaffnet. Wie merkt man, dass es einer Kuh nicht geht, was kann man dagegen tun? «Wenn es den Kühen im Stall gut geht, geht es auch den Bauern gut», war dabei seine Quintessenz. «Für mich ist es eine Motivation, wenn eine gesunde Herde auch wieder Freude in die Bauernfamilie bringt.»

Seit zehn Jahren ist der 50-jährige Ingenieur-Agronom ETH als Experte unterwegs. Er gilt in Fachkreisen als Koryphäe in Sachen Kuhsignale und wie Ställe tierfreundlicher ausgerichtet werden sollen. Für seine Referate zieht es ihn auch nach Österreich, ins Südtirol oder nach Deutschland. Immer wieder werden dabei auch Ställe besichtigt.

«Versetzt euch in die Lage einer Kuh»

Am Samstag zeigte er in Dallenwil unter anderem, was einen guten Stall von einem schlechten unterscheidet und wie sich Kühe in diesen Ställen verhalten. Verbesserungspotenzial gebe es überall. Ein Beispiel, das er in seinen Jahren als Experte auf diversen Höfen gesehen habe, sei zu wenig Platz für die Kühe. So hätten diese vielfach eine Wand direkt vor dem Kopf, was die Tiere in ihrer Bewegungsfreiheit einschränke und auch zu gesundheitlichen Problemen führen könne. Die Lösung: Wand raus, frische Luft und mehr Platz rein. Die Kühe würden es schnell mit besserer Gesundheit und stärkerer Leistung verdanken.

«Wie sieht ein Platz einer Kuh aus?», fragte er. «Versetzt euch in die Lage einer Kuh», meinte er zu den Bauern. Immer wieder holte er dazu direkt Zuhörer aus dem Publikum, um an ihnen zu demonstrieren, dass ein gewisses Verhalten auch für Menschen nicht sonderlich angenehm ist, etwa, wenn eine Person direkt vor oder neben einem steht. «Wenn wir das als Menschen nicht angenehm finden, ist das bei den Kühen auch so.»

Mit wenigen Massnahmen viel herausholen

Christian Manser, das merkte man schnell, weiss, wovon er spricht. Dabei wirkte er nicht missionarisch, er muss keine Produkte verkaufen. Seine Art, gespickt mit Humor, und sein Fachwissen kamen beim Publikum an. Andreas Käslin etwa, Landwirt aus Ennetmoos, hat seinen Hof vor drei Jahren umgebaut. «Es sind einfache Sachen, die er erklärt. Aber es sind Sachen, die man sonst nicht hört. Und mit wenigen einfachen Massnahmen kann man sehr viel rausholen», lobte er den Experten am Rande der Veranstaltung.

Der Anlass, an dem auch die Albert Koechlin Stiftung mitwirkte, führte die Besucher danach auch zu zwei Bauernhöfen in Nid- und Obwalden, wo sie vor Ort Tipps und Massnahmemöglichkeiten vorgeführt bekamen.

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