Nidwaldner Bevölkerung soll beim Kreuzstrasse-Areal in Stans mitreden

Vertreter von Wirtschaft, Verbänden, Politik und verschiedenen Gesellschaftskreisen können zur Planung Stellung nehmen.

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Das Areal Kreuzstrasse, wie es sich heute zeigt.

Das Areal Kreuzstrasse, wie es sich heute zeigt.

Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 18. September 2019)

(mu) Der Kanton Nidwalden plant auf dem Areal an der Kreuzstrasse ein Sicherheitskompetenzzentrum. Viele der bestehenden Gebäude auf der kantonseigenen Liegenschaft von rund 33000 Quadratmetern sind alt und weisen erheblichen Erneuerungsbedarf auf. Funktionale und betriebliche Mängel erschweren die Abläufe.

Statt einem teuren Flickwerk wollen Landrat und Regierungsrat das Areal nachhaltig entwickeln und nach Möglichkeit weitere Blaulichtorganisationen und Verwaltungseinheiten ansiedeln. In diesen Prozess soll die Bevölkerung angemessen eingebunden werden, wie der Regierungsrat in einer Mitteilung schreibt.

Bereits heute besteht über die Website www.areal-kreuzstrasse.ch die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. Zudem sollen in Zukunft im Vorfeld politischer Entscheide Informationsveranstaltungen stattfinden. Ein anderes, zentrales Element in der öffentlichen Mitwirkung bildet die neu gegründete Echogruppe. Diese bestehe aus Akteuren der Wirtschaft, Verbände und Politik sowie unabhängigen Personen aus verschiedenen Gesellschaftskreisen, schreibt die Regierung. Alle sind Stimmberechtigte des Kantons Nidwalden und nicht direkt ins Projekt involviert. Die Leute habe man aufgrund von Rückmeldungen auf der Website des Projekts gefunden, aufgrund von Interesse aus dem Landrat und über Mund-zu-Mund-Propaganda, sagt Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser auf Anfrage. Die Gruppe, die derzeit rund 15 Personen umfasst, sei nicht definitiv gebildet, sagt. «Sie kann sich erweitern und ergänzen.» Im Moment sei die Gruppe männerlastig und im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, hält Kayser fest. «Gerne hätten wir auch jüngere Leute und mehr Frauen dabei.»

Als Querdenker Inputs liefern und Fragen stellen

Es sei bemerkenswert, wie ein Grossteil der angefragten Personen relativ schnell signalisiert habe, sich in der Echogruppe engagieren zu wollen, so Kayser. Für sie sei dies auch ein Beweis, dass das Vorhaben in der Bevölkerung auf Interesse stosse und diese motiviert sei, ihren Teil zur erfolgreichen Umsetzung beizutragen.

Zur Entwicklung des Areals läuft derzeit eine rund einjährige Testplanungsphase mit drei Planerteams. Als Ergebnis daraus sind Lösungsvorschläge zu erwarten, welche die Bedürfnisse der heutigen und potenziell künftigen Nutzer auf dem Areal abdecken und als Fundament für die weiteren Planungsschritte dienen. Neben dem Steuergremium mit Regierungsräten und dem Projektteam mit internen und externen Fachleuten sind ein Beurteilungsgremium sowie ein Begleitgremium – mit Vertretern unter anderem der ortsansässigen Organisationen und der Gemeinden sowie neutralen Fachkräften – involviert.

Die Echogruppe werde künftig regelmässig über den Verlauf des Planungsprozesses informiert und könne jeweils Stellung dazu nehmen, so die Regierung. «Die Aufgabe der Gruppenmitglieder wird sein, ein kritisches Auge auf die Projektinhalte zu werfen und als Querdenker Inputs zu liefern und Fragen zu stellen», sagt Karin Kayser. Daraus erhoffen sich die Verantwortlichen eine breit abgestützte Sichtweise zur Entwicklung auf dem Areal Kreuzstrasse.