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Nidwaldner Ferienpass greift nach den Sternen

Die Stanser Sternwarte ist vor kurzem im Fokus von jungen Astronomiefans gestanden.
Matthias Piazza
Ferienpass-Teilnehmer besuchen die Sternwarte auf dem Kollegi-Dach. (Bilder: Corinne Glanzmann, Stans, 6. August 2019)

Ferienpass-Teilnehmer besuchen die Sternwarte auf dem Kollegi-Dach. (Bilder: Corinne Glanzmann, Stans, 6. August 2019)

Ehrfürchtig versammeln sich die Kinder um das Fernrohr auf dem Dach des Stanser Kollegis. Hier, in der Nidwaldner Sternwarte, offenbart sich an wolkenlosen Nächten ein Blick ins All mit seinen Sternen und Planeten. Dieses Vergnügen bleibt den zehn Teilnehmern des Nidwaldner Ferienpasses verwehrt. Auch die Sonne können sie am vergangenen wolkenverhangenen Dienstagvormittag durchs Fernrohr nicht erspähen.

Der Besuch bei der Sternwarte Stans stand unter der Leitung von Andreas Traber.

Der Besuch bei der Sternwarte Stans stand unter der Leitung von Andreas Traber.

Doch Andreas Traber, pensionierter Kollegi-Physiklehrer und Präsident der Naturforschenden Gesellschaft Obwalden und Nidwalden (Nagon), meistert die Situation souverän. Er schwenkt das Fernrohr in Richtung Stanserhorn. Die Kinder staunen: Die Bäume auf dem Stanserhorn sind plötzlich ganz nahe. «Ihr seht alles 50 Mal grösser», klärt der begeisterte Hobbyastronom auf. Er setzt noch einen drauf und ersetzt das Glas durch ein stärkeres: 132-fache Vergrösserung. «Damit könntet ihr von hier aus auch einen Raubvogel auf dem Stanserhorn erkennen», erklärt er. Natürlich ist so ein Rieseninstrument, zu Beginn des 17. Jahrhunderts entwickelt, nicht zum Beobachten irdischer Phänomene gedacht, wie die Ferienpassteilnehmer später erfahren.

Fotografien von Planeten und Sternen in den schönsten Farben, eingefangen von Teleskopen, werden auf die Wand projiziert. «Sogenannte Sternenhaufen, also eine Ansammlung von Sternen, seht ihr nur dank eines Teleskopes so deutlich. Von blossem Auge würdet ihr nur ein nebelartiges Gebilde erkennen», erklärt er.

Die Erde ist eine Stecknadel

Mindestens so spannend wie der Blick in den Weltraum sind die unvorstellbaren Dimensionen, die Andreas Traber den staunenden Schülern anschaulich näherbringt. «Stellt euch diese CD-Scheibe als Sonne vor. Massstabgetreu ist diese Stecknadel die Erde.» Der Schüler mit der Stecknadel muss sich weit von seinem Kollegen mit der CD entfernen, ja, gar den Raum verlassen. Denn selbst, wenn man die Erde auf die Grösse einer Stecknadel schrumpft, beträgt die Entfernung zum Sonnen-Modell noch 15 Meter. Der Neptun, der äusserste Planet unseres Sonnensystems, wäre in diesem Massstab (1 zu 10 Milliarden) bei der Stanser Dorfkirche.

Bis in die Sahara in Afrika müsste man reisen, um das massstabgetreue Modell von Proxima Centauri, dem unserem Sonnensystem nächstgelegenen Stern, zu platzieren. «Wisst ihr, was dazwischen liegt?», fragt Andreas Traber in die Runde. «Nichts. Dazwischen ist eine riesige Leere.» Die Kinder sind sprachlos.

13 Milliarden Jahre auf dem Buckel

Das Staunen geht weiter, als sie vom Alter der Sterne erfahren. «Einzelne Sterne erlöschen nach 20 Millionen Jahren, andere können schon mal bis 12 Milliarden Jahre alt werden.» Rund 13 Milliarden Jahre alt sei unsere Milchstrasse, welche aus rund 100 Milliarden Sternen bestehe und dem auch unser Sonnensystem angehöre.

Genau diese Dimensionen haben Teilnehmer Tim Christen auch am meisten beeindruckt. Der 12-jährige Schüler aus Stans hat sich zwar schon vorher für das Thema interessiert. «Doch ich habe viel über die Sterne, Planeten und die Entfernungen gelernt», bilanziert er. Auch Flurina Arpagaus (8) aus Wolfenschiessen zeigt sich begeistert. Vielleicht besuche sie die Sternwarte mal an einem Abend, um den Mond, die Sterne und Planeten in ihrer ganzen Pracht zu erleben.

Wer sich für den Besuch der Kollegi-Sternwarte interessiert, kann sich unter info@nagon.ch melden. Unkostenbeitrag pro Abend 10 Franken. Schüler, Lehrer und Mitarbeiter des Stanser Kollegis zahlen nichts.

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