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Nidwaldner Früherziehung feiert Jubiläum

Die Heilpädagogische Früherziehung Nidwalden wird 10 Jahre alt. Hier erreicht man Lernprozesse spielerisch.
Brigitte Bürgi Eberli/­Susanne Käslin
Heilpädagogin Christin Murer während der Therapie (Bild: PD)

Heilpädagogin Christin Murer während der Therapie (Bild: PD)

Kinder mit Entwicklungsdefiziten oder einer Behinderung werden am Zentrum für Sonderpädagogik in Stans früh gefördert. Auf spielerischer Ebene werden wichtige Lernprozesse erreicht. Hilfe erhalten auch die Eltern betroffener Kinder.

Die Heilpädagogische Früherziehung des Kantons Nidwalden am Zentrum für Sonderpädagogik in Stans besteht nunmehr seit zehn Jahren. Davor hat die Stiftung Rütimattli während 15 Jahren die Heilpädagogische Früherziehung für die Kantone Ob- und Nidwalden gewährleistet. Das sonderpädagogische Förderangebot besteht indes bereits seit 50 Jahren. Es wurde ursprünglich durch den Kanton Luzern auch für Obwalden und Nidwalden ausgeführt. Das Angebot ist auf die Förderung von Kindern mit einer Entwicklungsverzögerung oder -gefährdung oder einer Behinderung ausgerichtet. Im Einverständnis mit den Eltern wird eine entwicklungsdiagnostische Abklärung durchgeführt.

Derzeit 110 Kinder

Das Angebot ist freiwillig und kostenfrei. Derzeit werden in Nidwalden rund 110 Kinder durch die Heilpädagogische Früherziehung begleitet, pro Jahr treffen durchschnittlich um die 60 Neuanmeldungen ein. Wünschenswert wären aktuell zusätzliche Therapieplätze für Kinder mit einer Spracherwerbsstörung. Durch die Förderung im frühen Kindesalter lassen sich möglicherweise allfällige spätere Therapien vermeiden.

Sie findet in der Regel in der gewohnten Umgebung der Kinder statt, entweder einzeln oder in Kleingruppen. Für ältere Kinder stehen auch Therapieräume am Zentrum für Sonderpädagogik zur Verfügung. Die Methodik besteht nebst gezielten Förderinhalten auch aus viel Spass.

«Wenn zum Beispiel unsere Nilpferd-Handpuppe das Essen wieder herausspuckt, dann kugeln sich die Kinder vor Lachen und freuen sich, dass da mal jemand anders ganz frech ist», schmunzelt Brigitte Bürgi Eberli, Leiterin des Teams mit vier Heilpädagoginnen und einer Logopädin, die sich knapp 200 Stellenprozente teilen. Eine wichtige Funktion nimmt das Symbol- und Rollenspiel ein. Das Vorstellungsvermögen wird dadurch gefördert und die Welt spielerisch erfahren.

Beratung für Eltern

Wichtige Lernprozesse finden auch mittels Erfahrungen durch Handlungen und Sinneswahrnehmungen statt. Kurz: Die Kinder werden ganzheitlich gefördert – sowohl kognitiv, sprachlich, motorisch als auch emotional. Beraten werden auch die Eltern betroffener Kinder. «Die Familien sollen gestärkt werden, den Alltag den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes entsprechend zu gestalten», hält Brigitte Bürgi Eberli fest. Die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten soll den Start und den weiteren Verlauf der Schulkarriere der geförderten Kinder positiv beeinflussen.

Entlastung bringen

Für die bestmögliche Unterstützung des Kindes ist je nach Situation eine zusätzliche Zusammenarbeit mit dem Kinderspital, Kinderärzten, Schule, Spielgruppen und weiteren Fachstellen angezeigt.

Die Heilpädagogische Früherziehung ist auch eine Präventivmassnahme. Im Fall einer Erkrankung eines Elternteiles, Arbeitslosigkeit, bei Sucht, Migration oder finanziellen Problemen kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigt werden. Hilfe und Unterstützung für das Kind und seine Familie kann Entlastung bringen. Zudem können kindliche Schutzfaktoren durch die Unterstützung begünstigt werden.

Das 10-Jahr-Jubiläum wird am 21. September im kleinen Rahmen mit den von ihr begleiteten Kindern und deren Familien gefeiert.

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