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Nidwaldner Gerichtspräsident Albert Müller tritt zurück

Am Nidwaldner Gericht endet demnächst eine Ära. Albert Müller will per Mitte 2019 vorzeitig als Präsident des Ober- und Verwaltungsgerichtes aufhören. Hat sich eine gewisse Amtsmüdigkeit breit gemacht?
Kurt Liembd
Obergerichtspräsident Albert Müller in seinem Büro in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann (7. November 2018))

Obergerichtspräsident Albert Müller in seinem Büro in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann (7. November 2018))

Seit 37 Jahren steht er im Dienst der Nidwaldner Justiz – mehr als sein halbes Leben. Nun hat Albert Müller (66) ein Gesuch um vorzeitigen Rücktritt auf Ende Juni 2019 als Ober- und Verwaltungsgerichtspräsident eingereicht. Er wäre eigentlich noch bis 2020 gewählt. Der Landrat hat Müllers Rücktritt an der Sitzung vom 21. November zu genehmigen.

In seiner langen Zeit am Nidwaldner Gericht hat Albert Müller zahlreiche Akzente gesetzt. So hat er die Vereidigungen von Richtern, Gerichtsschreibern und Staatsanwälten stark aufgewertet und damit den Stellenwert der Unabhängigkeit der Justiz ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Auf die Frage, ob er in all den Jahrzehnten seines Wirkens in der Justiz noch nie Zweifel gehabt habe, sagt Müller: «Ich kann mich glücklich schätzen, denn ich gehe bis heute jeden Tag gerne zur Arbeit. Den ‹Verleider› hatte ich noch nie». Und wie geht er mit Kritik um, wenn zum Beispiel von «Kuscheljustiz» die Rede ist? Müller: «Ich fühle mich nicht angesprochen. Zum einen darf ich sagen, dass mir in all den Jahren kein einziger Nidwaldner Fall bekannt ist, dem man eine entsprechende Schelte hätte anhängen können». Die Nidwaldner Justiz sei hart, aber im Grossen und Ganzen fair. Zum andern sei der Eindruck einer zu milden Rechtsprechung nicht ein Problem der Justiz, sondern der Politik. «Wir Richter haben die geltenden Gesetze bloss anzuwenden und im dafür vorgesehenen Strafrahmen zu urteilen».

Sportlich aktiv: Albert Müller 2003 beim Parlamentarierskirennen, rechts von ihm Hanspeter Rohner. (Bild: Rosmarie Berlinger)
Vereidigung von Albert Müller als Obergerichtspräsident per 1. Januar 2015. Links wurde Oberrichterin Therese Rotzer ebenfalls vereidigt. (Bild: Beat Christen, Stans, 17. Juni 2004)
Wegen einer Lärmklage gegen den Volg-Laden nimmt Obergerichtspräsident Albert Müller zusammen mit Rechtsanwälten einen Augenschein vor Ort. (Bild: Kurt Liembd, Emmetten, 29. Januar 2009)
Albert Müller in der Bibliothek des Obergerichts. (Bild: Corinne Glanzmann, Stans, 15. Dezember 2010)
Am Allweg-Schwinget (in der Mitte) zusammen mit anderen bekannten Persönlichkeiten: Links Werner Marti (Gallivater 1992), rechts Josef "Gumper" Odermatt. (Bild: Werner Rupp, Ennetmoos, 11. September 2011)
Albert Müller spricht als Präsident der Maturitätskommission an der Maturfeier des Kollegi Stans zu den Absolventen. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 21. Juni 2016)
Albert Müller gratuliert im Rahmen einer Vereidigung allen persönlich. (Bild Kurt Liembd, Stans, 17. August 2017)
7 Bilder

Albert Müllers Karriere in Bildern

Das Privatleben kam oft zu kurz

«Der Richter selbst darf sich kein eigenes Recht schaffen», hält Albert Müller weiter fest. Diesen Grundsätzen ist er seit 37 Jahren treu geblieben. Ebenso dem Prinzip, dass er jeden vor dem Gericht stehenden Menschen immer so behandelt habe, wie man selber behandelt werden möchte.

In seinem Rücktrittsgesuch schreibt er, dass er den Wunsch habe, den Fokus in Zukunft vermehrt auf sein Privatleben zu legen. Dies ist verständlich, denn wer Albert Müller kennt, weiss, wie viel er in den vergangenen Jahrzehnten geleistet hat und dass die Freizeit oft zu kurz kam. In der Medienmitteilung des Landratsbüros von gestern heisst es: «Wir danken Albert Müller bereits jetzt für seine langjährige und vorbildliche Pflichterfüllung zu Gunsten des Gerichtswesens im Kanton Nidwalden».

Der in etwas mehr als einem halben Jahr scheidende Ober- und Verwaltungsgerichtspräsident ist in Näfels aufgewachsen. Nach der Matura studierte er an den Universitäten Zürich und Fribourg. Seine Justizkarriere startete Müller 1981 als Gerichtsschreiber beim Kantonsgericht Nidwalden. Denselben Job übte er auch am Ober- und Verwaltungsgericht aus, bevor er 1990 durch die Landsgemeinde zum Kantonsgerichtspräsidenten II ernannt wurde. Ab 2000 war er geschäftsleitender Kantonsgerichtspräsident I, bis er 2005 sein aktuelles Amt übernahm.

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