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Nidwaldner Hund hilft, Mensch aus Lawine zu retten

Dank der feinen Nase dreier Lawinensuchhunde konnte ein Verschütteter befreit werden. Auch Hündin Cora aus Wolfenschiessen war daran beteiligt.
Matthias Piazza
Wendel Odermatt mit Lawinenhund Cora. (Bild: PD)

Wendel Odermatt mit Lawinenhund Cora. (Bild: PD)

Am Dienstag gegen 14 Uhr piepste der Pager von Wendel Odermatt. Auf der Strasse zur Göscheneralp war kurz zuvor eine Nassschneelawine niedergegangen, als zwei Männer gerade die Strasse vom Schnee geräumt hatten. Ein Mann war in die Schneemassen geraten, während der Unversehrte die Rega alarmieren konnte. Ein Buochser Heliunternehmen lud den Landwirt und seinen Lawinensuchhund bei seinem Hof im Wolfenschiesser Lochrütihof auf und flog ihn zum Einsatzort.

Zusammen mit einem Urner und einem Engelberger Lawinensuchhund machte sich die achtjährige Cora sofort an die Arbeit, nahm auf der Schneeoberfläche die Witterung auf. An einer bestimmten Stelle reagierten die Hunde heftig. Die Helfer gruben sich durch den meterhohen Schnee und drangen nach bangen Momenten schliesslich zum Verschütteten vor.

Eineinhalb Stunden nach dem Lawinenniedergang konnte er lebend unter den zweieinhalb Meter hohen Schneemassen befreit werden. Die Rega flog ihn unterkühlt und verletzt ins Spital. «Ich kann dieses überwältigende Erlebnis noch gar nicht richtig einordnen. Die Rettung eines Menschenlebens entschädigt die vielen Stunden, die man fürs Lawinenhundetraining aufwendet», sagte Wendel Odermatt gegenüber unserer Zeitung. Es habe fast an ein Wunder gegrenzt, dass der Mann überlebt habe, der ohne Lawinensuchgeräte ausgerüstet gewesen sei. «In der Regel ist ein Verschütteter nach zehn Minuten erstickt, erst recht bei diesem schweren, dichten Frühlingsnassschnee. Doch er hatte sich mit den Armen eine Atemhöhle schaffen können.»

Nur allzu oft würden solche Einsätze einen ganz anderen, einen tragischen Verlauf nehmen. Bis zu einem Dutzend Mal pro Winter wird Wendel Odermatt, der mit Cora bis im vergangenen März das einzige Nidwaldner Lawinenrettungshundeteam stellte, zu einem Einsatz gerufen, in der Regel mit weiteren Lawinenhunden. «In vielen Fällen können wir die Verschütteten leider nicht mehr retten. Sie sind erfroren oder erstickt.»

Fast zwei Jahrzehnte auf der Suche nach Verschütteten

Seit 19 Jahren sucht der 46-Jährige, der in Wolfenschiessen auch Gemeindepräsident ist, mit Lawinenhunden nach Verschütteten. Seine früheren Tätigkeiten beim Rettungsdienst der Brunni- und der Titlisbahnen hätten ihn sozusagen auf den Lawinenhund gebracht. Als Landwirt sei es ihm gut möglich, jederzeit für Sucheinsätze ausrücken zu können. Mit der Bereitschaft, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag, sei es allerdings nicht getan. «Mindestens einmal in der Woche trainiere ich mit dem Hund solche Einsätze.» Dazu würden sich noch Kurse gesellen.

Mit nur etwa einem Dutzend Lawinenhundeführerteams in der ganzen Zentralschweiz befindet sich Wendel Odermatt nicht in grosser Gesellschaft. Dies sei ein Grund, warum er mit Cora auch für Einsätze ausserhalb Nidwaldens gerufen werde. Sein Motto lautet: einmal Lawinenhundeführer – immer Lawinenhundeführer. Wenn Cora bald einmal in Pension gehe, werde ihr Nachfolger mit ihm versuchen, Lawinenverschüttete vor dem Tod zu retten, ist für Wendel Odermatt klar.

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