Nidwaldner Kinder beginnen Schule künftig später

Der Nidwaldner Landrat will reifere Schülerinnen und Schüler. Das Parlament hat am Dienstag die Pläne der Regierung unterstützt, das Schuleintrittsalter heraufzusetzen.

Martin Uebelhart
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Erst- und Zweitklässler im Schulhaus Baumgarten in Buochs. Künftig sollen Nidwaldner Kinder später eingeschult werden. (Bild: Dominik Wunderli, 13. März 2019)

Erst- und Zweitklässler im Schulhaus Baumgarten in Buochs. Künftig sollen Nidwaldner Kinder später eingeschult werden. (Bild: Dominik Wunderli, 13. März 2019)

Mit 46 zu 9 Stimmen passierte am Mittwoch die Revision des Volksschulgesetzes die erste Lesung im Landrat. Zentraler Punkt war die Verschiebung des Einschulungszeitpunkts vom Ende Juni auf Ende Februar. Künftig sollen die jüngsten Schulkinder in Nidwalden beim Schuleintritt knapp sechseinhalb Jahre alt sein. «Das bedeutet, dass rund ein Drittel aller Kinder ein Jahr später eingeschult werden», erläuterte Bildungsdirektor Res Schmid gestern. Man habe festgestellt, dass es zunehmend junge unreife Schüler gebe. Diese würden unter einer frühen Einschulung eher leiden und hätten keinen Vorteil davon, dass sie schon im System drin seien.

Die Kommission für Bildung, Kultur und Volkswirtschaft (BKV) stellte sich in der Mehrheit hinter die Vorlage des Regierungsrats. Auch die Kommission erwartet mit der Änderung Effekte wie etwa eine bessere Bewältigung des Übergangs vom Kindergarten in die Schule oder auch reifere Entscheidungen der Jugendlichen am Ende der Schulzeit, wenn es um den weiteren Bildungsweg geht.

Franziska Rüttimann (CVP, Buochs) wies im Namen ihrer Fraktion darauf hin, dass die Frühförderung vor dem Schuleintritt nicht vernachlässigt werden dürfe. Urs Amstad (SVP, Beckenried) hielt fest, mit der späteren Einschulung könne man dem entgegenwirken, dass 15-Jährige in die Lehre kämen. Zudem seien sie dann reifer und körperlich robuster.

«Nidwalden wird mit Abstand die ältesten Schüler haben im Vergleich mit umliegenden Kantonen», stellte Susi Ettlin (SP, Stans) fest. Es sei völlig unverständlich, weshalb Nidwalden hier ein «Sonderzügli» fahre, sagte sie für die Grüne/SP-Fraktion. Sie wünschte sich eine gewisse Harmonisierung in der Zentralschweiz und hielt es für sinnvoller, wenn die Einschulung flexibler gestaltet werden würde.