NIDWALDNER LANDRAT: Kaum Opposition gegen Hooligan-Konkordat

Obwohl Nidwalden nur am Rande von Ausschreitungen an Sportveranstaltungen betroffen ist, tritt der Kanton dem verschärften Hooligan-Konkordat bei. Bedenken hatten nur die Grünen.

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Nidwalden ist nur selten oder höchstens am Rande betroffen von Fanaumfmärschen an sportlichen Grossveranstaltungen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Nidwalden ist nur selten oder höchstens am Rande betroffen von Fanaumfmärschen an sportlichen Grossveranstaltungen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Das Hooligan-Konkordat ist seit 2010 in Kraft. Die Verschärfungen sollen den Behörden helfen, noch konsequenter gegen gewaltbereite Fans vorzugehen. Unter anderem sieht das revidierte Konkordat eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele in der jeweils höchsten Liga vor, sowie ein- bis dreijährige Rayonverbote. Die Meldeauflagen wurden verstärkt.

Nidwalden sei zwar nur am Rande vom Konkordat betroffen, sagte Joseph Niederberger (CVP, Oberdorf). Im Rahmen des Cups spielten aber immer wieder Fussballmannschaften der obersten Liga im Kanton. Bei solchen Spielen müsse Nidwalden wenn nötig handeln können. Die Hooligans würden offenbar keine andere Sprache verstehen. Alexander Joller (SVP, Dallenwil) sagte, das Konkordat schütze die friedlichen Fussballfans.

Leo Amstutz (Grüne, Beckenried) lehnte die Verschärfungen ab. Das bestehende Konkordat funktioniere. Die Ausweitung der Massnahmen sei unverhältnismässig. Es genüge schon ein geringer Verstoss für ein dreijähriges Rayonverbot. Amstutz vermutet auch, dass Fans geradezu herausgefordert werden könnten, Verbote zu umgehen.

Regierungsrat Alois Bissig wies die Grünen darauf hin, dass das Bundesgericht die Verschärfung in den wesentlichen Punkten als zulässig und verhältnismässig erklärt habe. Der Landrat stimmte der Verschärfung des Konkordats schliesslich mit 48 zu 6 Stimmen gut.

Bisher ist das verschärfte Hooligan-Konkordat gemäss der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren in zwölf Kantonen definitiv in Kraft getreten, nämlich in AG, AI, AR, BE, JU, LU, NE, OW, SG, TI, UR und ZH. In acht weiteren Kantonen beschlossen die Parlamente oder das Volk einen Beitritt, so in FR, GE, NW, SH, SO, VD, VS und ZG. In den beiden Basler Kantonen traten die Parlamente nicht auf die Vorlage ein. Sie erachteten die Verschärfung als unverhältnismässig. (sda)