Nidwaldner Muisiglanzgmeind findet erst im Sommer 2021 statt

Dem Verbot von Veranstaltungen über 1000 Personen bis Ende August fällt auch die Muisiglanzgmeind zum Opfer, die Ende August stattgefunden hätte. Jetzt steht das genaue Verschiebedatum des Wolfenschiesser Open Airs fest.

Matthias Piazza
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Eindrücke der Muisiglanzgmeind von 2007 in Grafenort.

Eindrücke der Muisiglanzgmeind von 2007 in Grafenort.

Bild: PD

Die Muisiglanzgmeind erwacht ein Jahr später aus dem Dornröschenschlaf. Das beliebte Nidwaldner Open Air, das zwischen 2003 und 2009 im Zweijahresrhythmus in Grafenort über die Bühne ging, feiert vom 30. Juni bis 3. Juli 2021 sein Revival – nach zwölf Jahren. Das hat das Organisationskomitee am vergangenen Freitag entschieden. Am 27. April hatte der Bundesrat bekanntgegeben, dass Grossveranstaltungen ab 1000 Personen wegen der Coronapandemie bis mindestens Ende August verboten sind. «Der Entscheid war im ersten Moment schon ein bisschen ein Schock, anderseits war er absehbar, nachdem auch die Regierungen der Nachbarländer Ähnliches beschlossen hatten», sagt OK-Mitglied Flavio Odermatt, der noch Anfang April optimistisch war, dass die Muisiglanzgmeind wie geplant vom 26. bis 29. August stattfinden wird.

Open Air statt Innerschweizer Schwingfest

Nach intensiven Beratungen im OK habe man beschlossen, das Open Air auf den Sommer 2021 zu verschieben. «Welche Regelungen diesen September gelten, weiss man ja noch nicht genau. Die Muisiglanzgmeind im September anzusetzen, war uns darum zu riskant. Auch sind viele Acts dann schon anderweitig verbucht», begründet Flavio Odermatt den Entscheid. Der finanzielle Schaden für dieses Festival mit einem Budget von 600'000 Franken halte sich in Grenzen. «Da es noch fünf Monate bis zur Muisiglanzgmeind wären, fielen bisher hauptsächlich Kosten für erste Marketingmassnahmen an.»

Der Termin von 30. Juni bis 3. Juli nächsten Jahres sei ideal. Am 4. Juli wäre das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest (Isaf) in Buochs geplant gewesen, das nun aber auf 2022 verschoben wird. Dies, weil das Isaf in Ibach (SZ) wegen der Coronapandemie statt dieses Jahr erst 2021 stattfindet. «Das heisst, die Leute haben Zeit für die Muisiglanzgmeind», so Odermatt. Die Verschiebung um bloss zehn Monate hätte auch den Vorteil, dass man bei den Planungen nicht bei null anfangen müsse. «Die Sponsoringverträge etwa konnten wir verlängern. Auch die Aufträge mit Infrastrukturpartnern können bestehen bleiben.»

Tickets behalten ihre Gültigkeit

Bis 8000 Besucher wären auf dem Gelände gegenüber dem EWN-Kraftwerk in der Nähe des Bahnhofs Wolfenschiessen erwartet worden. Im gut angelaufenen Vorverkauf vor der Coronapandemie wurden schon rund 20 Prozent der Tickets verkauft. «Die Tickets behalten für nächstes Jahr ihre Gültigkeit», sagt Odermatt. Allerdings könne er nicht garantieren, ob alle für dieses Jahr angekündigten Acts für das Verschiebedatum zu gewinnen seien. Diesen Sommer wären unter anderem die Engelberger Band Jolly and the Flytrap aufgetreten, Jack Slamer, Mimiks oder Panda Lux. Mit Delinquent Habits hätte eine Band aus den USA das Open Air mit einem Mix aus Latino und Hip-Hop bereichert. Laurence Jones aus Grossbritannien hätte britischen Bluesrock ans viertägige Festival gebracht. Wer nächstes Jahr alles auftritt, wird laut Flavio Odermatt zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Der Zweijahresrhythmus mit Start in diesem Jahr sei bewusst so gewählt gewesen. «So würden sich Muisiglanzgmeind und Teffli-Rally ideal abwechseln», so Flavio Odermatt. Denn das Töffli-Spektakel in Ennetmoos findet ebenfalls alle zwei Jahre statt, das nächste Mal am 27. und 28. August 2021. Nächstes Jahr gehen nun beide Anlässe im selben Sommer über die Bühne. «Ob wir den Rhythmus beibehalten oder 2022 schon die nächste Muisiglanzgmeind durchführen werden, und dann alle zwei Jahre, entscheiden wir nach den ersten Erfahrungen der Austragung 2021», sagt Flavio Odermatt.

Internet: www.muisiglanzgmeind.ch

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