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Nidwaldner Orchesterverein begeistert mit Musik, Prinzessin und Mistkäfer

Der Orchesterverein entführte an seinem Neujahrskonzert in die Welt der Musikmärchen. Geboten wurde ein hinreissendes Programm für Erwachsene und Kinder.
Kurt Liembd
Die Erzählerin Tanja Murer führt im Dialekt durch ein symphonisches Musikmärchen. (Bild: Kurt Liembd (Stans, 19. Januar 2019))

Die Erzählerin Tanja Murer führt im Dialekt durch ein symphonisches Musikmärchen. (Bild: Kurt Liembd (Stans, 19. Januar 2019))

Auffallend viele Kindergesichter sah man im Publikum am Konzert des Orchestervereins, der sich am Samstag und Sonntag im Kollegisaal Stans von seiner besten Seite zeigte. Allein schon die Titel «Die Prinzessin auf der Erbse» und «Der Mistkäfer» – zwei Klassiker des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen, versprachen eine Märchenstunde, die auch Erwachsene begeisterte. Musikmärchen gelten zwar nicht als eigene Musikgattung, sondern sind Vertonungen von Volks- und Kunstmärchen.

Wie dies der Orchesterverein Nidwalden umgesetzt hat, war von höchster Qualität und Musikalität. Die 50 Musiker (39 Streicher, 7 Bläser, 2 Schlagwerker, Klavier) begeisterten zum einen als Kollektiv mit einem ausgewogenen und homogenen Klangkörper, zum andern durch brillante Einzelleistungen und faszinierende Transparenz. Insbesondere die Bläser, welche in Musikmärchen oft eine zentrale Rolle einnehmen und verschiedene Figuren und Tiere verkörpern, gefielen durch brillante Soli und emotionale Einlagen. So etwa der junge Fagottist Silvan Scheuber, der dem Mistkäfer die perfekte Charakteristik gab – vom griesgrämigen Brummeln bis zum schwerfälligen Flug des Krabbeltiers. Ebenso entzückend und von professionellem Zuschnitt erwiesen sich die Solisten Roland Bucher (Klarinette), Joseph Bachmann (Cornet) und Verena Kesseli sowie die weiteren Bläser Dzmitry Parechyn (Oboe), Sandra Witschi (Horn) und Melanie Zumbühl (Flöte). Überzeugend und märchenhaft gerieten auch die Klavierklänge von Annina Röllin. Für einmal war das Klavier nicht bloss «Füllinstrument im grossen Orchester», sondern spielte eine eigenständige bezaubernde Rolle, bei der jeder Anschlag zum Hörerlebnis wurde.

Der Orchesterverein Nidwalden entführte das Publikum in eine musikalische Märchenwelt. Vorne Dirigent Tobias von Arb und Märchenerzählerin Tanja Murer. (Bild Kurt Liembd (Stans, 19. Januar 2019))

Der Orchesterverein Nidwalden entführte das Publikum in eine musikalische Märchenwelt. Vorne Dirigent Tobias von Arb und Märchenerzählerin Tanja Murer. (Bild Kurt Liembd (Stans, 19. Januar 2019))

Märchenhafte Musik kam beim Publikum an

Dirigent Tobias von Arb ist es gelungen, seine Musiker zu Höchstleistungen zu führen. Die Programmwahl mit zwei Musikmärchen ist mutig, beweist aber, dass er es versteht, seine Leute zu fordern, ohne sie zu überfordern. Das Resultat waren packende Darbietungen von märchenhafter Musik – im wortwörtlichen Sinne. Das Publikum zeigte sich von dieser Leistung begeistert und spendete reichen Beifall. Das Orchester wurde dem Erfolgskomponisten Andreas N. Tarkmann (62) in allen Teilen gerecht. So hatten die schwungvollen Teile, etwa der kraftvoll-dynamische Marsch der Ameisen, der herrliche Hochzeitswalzer oder die ballettähnlichen Einlagen der verschiedenen Tiere und Märchenfiguren Ohrwurm-Qualitäten – und zwar im positiven Sinne.

Die «Märchentante» überzeugte

Eine zentrale Rolle nebst dem Orchester und den Solisten spielte die Erzählerin Tanja Murer, die von der «Märlii-Biini» bekannt ist. Theatralisch und in waschechtem Stanser Dialekt erzählte sie die Geschichte von der Prinzessin auf der Erbse, vom ratlosen Prinzen und vom stolzen Mistkäfer, der am Schluss ehrenvoll zum «Kaiserlichen Hofmistkäfer» ausgezeichnet wurde. Dies und noch viel mehr setzte Tanja Murer rhetorisch gekonnt um und sparte nicht mit fesselnder Mimik und Gestik einer «Märchentante».

Dass die Lautsprecheranlage zumindest im ersten Teil nicht optimal eingestellt war, tat der Wirkung nur wenig Abbruch. Umso mehr kam dafür die packende Musik zum Ausdruck. Aus den Erzählungen von Tanja Murer ging am Schluss gar eine tiefere Erkenntnis hervor – dass nämlich die Welt doch nicht so übel ist, man muss sie nur richtig zu nehmen wissen.

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