Nidwaldner Polizeifähnrich nimmt Abschied

22 Jahre präsentierte Fähnrich Hansruedi Röthlisberger die Kantonspolizei Nidwalden. Nun wird er pensioniert.

Richard Greuter
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Zur Pensionierung erhielt Hansruedi Röthlisberger von Polizeikommandant Jürg von Gunten eine Helebarde überreicht. Links Nachfolger Mike Niederberger.

Zur Pensionierung erhielt Hansruedi Röthlisberger von Polizeikommandant Jürg von Gunten eine Helebarde überreicht. Links Nachfolger Mike Niederberger.

Bild: Richard Greuter (Stans, 10. Dezember 2019)

Die Vereidigung, die kürzlich in der Kapuzinerkirche in Stans stattfand, war der letzte Einsatz von Polizeifähnrich Hansruedi Röthlisberger. «Er konnte stundenlang stillstehen», lobte ihn der Nidwaldner Polizeikommandant Jürg von Gunten, als er den langjährigen Fähnrich vor dem ganzen Korps verabschiedete. Während 22 Jahren vertrat Hansruedi Röthlisberger die Kantonspolizei Nidwalden an verschiedenen Anlässen. Nun lässt er sich frühzeitig pensionieren, sein Nachfolger wird Mike Niederberger.

Oft sind es ehemalige Kollegen, die der 63-Jährige mit der Polizeifahne auf dem letzten Weg begleitet, wie er erklärte. Dabei falle auf, dass ehemalige Polizeibeamte oft ein hohes Alter erreichen. «Dieses Jahr hatten wir Glück», sagte der dreifache Familienvater und fügte an: «Ich hoffe, dass ich aus dem gleichen Holz geschnitzt bin.»

«Das Tragen der Fahne war für mich immer eine Ehre»

Doch der in Buochs wohnhafte Fähnrich erinnert sich vor allem an freudige Ereignisse. Alle zwei Jahre nimmt der Polizeifähnrich an der Fronleichnamsprozession von Stans zum Landsgemeindeplatz teil. «Da konnten wir die Polizei als Freund und Helfer präsentieren.» Als Nidwaldner Vertreter war er mit der Polizeifahne auch schon an auswärtigen Polizeianlässen oder auch für die Nidwaldner Regierung präsent. «Das Tragen unserer Fahne war für mich immer eine Ehre», sagte Röthlisberger. Vor einigen Wochen störte er sich daran, dass er «seine» Fahne an die Wand stellen musste, weil eine geeignete Halterung fehlte. «Für unsere Fahne war das unwürdig.»

Während seines normalen Polizeidienstes durchlief Röthlisberger sämtliche Stationen: von der Polizeischule bis zum Pikettchef und Einsatzleiter. Inzwischen ist er als Feldweibel Leiter der Administration. Daneben nahm er Zusatzaufgaben wie Instruktor, Hundeführer oder Einsatzleiter bei Grossanlässen wahr, wie beispielsweise an der Hochwasserkatastrophe 2005. Er war damals der verlängerte Arm der Polizei zum kantonalen Führungsstab. Fasziniert habe ihn in den 38 Jahren seiner Dienstzeit vor allem der Kontakt mit der Bevölkerung. «Den werde ich vermissen», meinte er mit Blick auf seine Pensionierung.

Freuen können sich seine Kaninchen. Ihnen wird der Kaninchenzüchter mehr Zeit widmen. «Für mich war dieses Hobby ein schöner Ausgleich zur Arbeit.» Vor allem bei belastenden Erlebnissen habe er Erholung bei seinen Tieren gefunden. In seinem Stall in Ennetbürgen leben rund 20 Thüringer-Kaninchen. Mit den besten Tieren besucht er sechs bis acht Ausstellungen im Jahr. Sein grösster Erfolg war der Schweizer-Meister-Titel mit einem Thüringer-Rammler vor einigen Jahren.

Vermehrt E-Bike-Touren mit der Ehefrau

Doch auch die Kaninchenzüchter plagen Nachwuchssorgen. Statt sich nach 27 Vorstandsjahren beim Kaninchenzüchterverein Nidwalden als Ehrenmitglied mehr Ruhe zu gönnen, liess er sich mangels Nachfolger nochmals zum Präsidenten wählen. Gleichzeitig ist er auch Präsident im Schweizerischen Thüringer-Klub. Und auch seine Ehefrau Paula kann sich auf mehr Zeit freuen. Das Paar ist in nächster Zeit vermehrt mit dem E-Bike unterwegs.