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Nidwaldner Regierung muss bei der Sanierung der Kehrsitenstrasse die Notbremse ziehen

Die Sanierung der Kehrsitenstrasse verschiebt sich um ein Jahr, weil die einzige Offerte massiv teuerer ist als der bewilligte Kredit. Mehrkosten verursacht der Steinschlagschutz.
Philipp Unterschütz
Die Kehrsitenstrasse wird ein Jahr später als geplant saniert. (Bild: Corinne Glanzmann, Kehrsiten, 28. August 2019)

Die Kehrsitenstrasse wird ein Jahr später als geplant saniert. (Bild: Corinne Glanzmann, Kehrsiten, 28. August 2019)

Es ist eine Hiobsbotschaft für die Sanierung der Kehrsitenstrasse, die die Nidwaldner Behörden gestern verkünden musste: Der Start zur Umsetzung des Strassensanierungs- und Steinschlagschutzprojekts verzögert sich um ein Jahr. Die Strasse zwischen Stansstad und Kehrsiten sollte ab November bis April 2020 sowie von Oktober 2020 bis April 2021 in zwei Etappen umfassend saniert werden. Das Projekt umfasst die vier Teilprojekte Fahrbahnsanierung, Bau von Ausweichstellen, Steinschlagschutz und Amphibienschutz. Rund 40 Prozent der Kosten entfallen auf die Schutzbauten, 60 Prozent auf Fahrbahnsanierung und Ausweichstellen.

Das zuständige Amt für Mobilität musste gleich in doppelter Hinsicht eine unerfreuliche Überraschung erleben: Im Rahmen der Ausschreibung der Hauptarbeiten ist nur eine Offerte eingegangen. Und dieses Angebot einer Arbeitsgemeinschaft aus vier Unternehmen war «unerwartet deutlich» teurer als erwartet. Mit 19,3 Millionen Franken lag es knapp 3 Millionen oder 18 Prozent über dem vom Landrat bewilligten Kredit von 16,4 Millionen Franken.

«Aufgrund des Finanzhaushaltsgesetzes müssen wir nun beim Landrat einen Zusatzkredit einholen. Das heisst, wir können den Zeitplan unmöglich einhalten», erklärte Landammann und Finanzdirektor Alfred Bossard. Die Regierung habe daher entschieden, den Start der Arbeiten um rund ein Jahr aufzuschieben. Laut dem kantonalen Finanzhaushaltsgesetz muss der Landrat über einen Zusatzkredit befinden, wenn sich in einem bewilligten Bauvorhaben eine Kostenüberschreitung von mehr als 5 Prozent abzeichnet. Ziel sei es, den Zusatzkredit bis Ende Jahr vorzulegen.

Steinschlagschutz ist der Grund für höhere Kosten

Es seien externe, versierte Planer bei der Kostenschätzung am Werk gewesen, betonte Richard Blättler, Abteilungsleiter Realisierung beim Amt für Mobilität. «Während in der Offerte die Kosten für die Strassensanierung im erwarteten Rahmen liegen, sind sie beim Steinschlagschutz gut 30 Prozent höher als erwartet.» Warum das so sei, könne man noch nicht erklären, das müsse nun zuerst analysiert werden. Man habe vor der Ausschreibung die Kosten mit Marktpreisen geschätzt. Laut Blättler könnte es aber sein, dass man die Abhängigkeit zwischen dem Steinschlagschutz und Strassenbau zu wenig berücksichtigt habe. Auch die Bauzeit im Winter sei als Kostentreiber möglich. Höhere Kosten als erwartet verursache zudem auch das Transportkonzept für die Bevölkerung mit den Fähre-Anlegestellen und den Auto-Warteräumen, die gebaut werden müssen. Unerklärlich ist den Verantwortlichen im Moment auch noch, warum nur gerade eine einzige Offerte eingegangen ist. Das deute wohl schon auch auf die Komplexität des Projekts hin, meinte Richard Blättler. Das Submissionsverfahren für die Hauptarbeiten wird nun abgebrochen. «Die Regierung hält grundsätzlich am Projekt fest, insbesondere an den Sicherheitsaspekten», erklärte Alfred Bossard.

Die durch die Verzögerung gewonnene Zeit soll dazu genutzt werden, die vorhandenen Kosten- und Risikoanalysen nochmals eingehend zu hinterfragen und entsprechende Optimierungen anzustreben. Dabei wird auch überprüft, die Arbeiten in mehrere Lose aufzuteilen und auszuschreiben. Weil eine grosse Abhängigkeit zwischen den Teilprojekten besteht, hatte man das Projekt als Ganzes ausgeschrieben. Allfällige Entschädigungsforderungen der offerierenden Arbeitsgemeinschaft würden über den Rechtsweg laufen, sagte Baudirektor Josef Niederberger.

Zur Sicherheit wird Strasse von Geologen überwacht

Die Strasse nach Kehrsiten bleibt vorerst also normal befahrbar. Kantonsingenieurin Stephanie von Samson betonte aber, dass umgehend ein Geologe beauftragt wurde. «Damit trotz Bauverzögerung die bestmögliche Sicherheit für Strassenbenutzer gewährleistet bleibt, wird das Gebiet auch in den nächsten Monaten regelmässig kontrolliert. Sollten sich Sofortmassnahmen aufdrängen, werden diese umgehend in die Wege geleitet.»

Der an der Medienorientierung anwesende Gemeindepräsident von Stansstad, Beat Plüss, zeigte sich zwar nicht glücklich über die Verschiebung. Die Gemeinde habe mit einem Baustart im November gerechnet und Feuerwehr und Winterdienst entsprechend organisiert. «Für uns ist aber vor allem wichtig, dass die Sicherheit gewährleistet ist, die Kehrsitenstrasse dient auch als Schul- und Spazierweg.» Man habe angesichts der Vorgaben beim Kanton Verständnis. Für die Bevölkerung, die schriftlich orientiert wurde, gibt es am 2. September ab 19.30 Uhr in der Aula des Oberstufenschulhauses Stansstad eine Infoveranstaltung.

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