Nidwaldner Regierungsrat setzt Eckwerte für Schulübertritte und Abschlüsse

Nidwaldner Regierungsrat hat für das Schuljahr 2019/2020 die Übertrittsbestimmungen auf den verschiedenen Bildungsstufen geregelt. Bei der Maturität wird die Notengebung angepasst und der Termin der schriftlichen Prüfung verschoben.

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(zim) In Zuge der Coronakrise haben sich die Kantone darauf geeinigt, im Bereich der Volksschule bis Ende April die Ausgestaltung der Zeugnisse sowie der Promotionsbestimmungen anzupassen. Der Nidwaldner Regierungsrat hat diese Themen nun auch für das Gymnasium und die Berufsbildung in der Zeugnisverordnung geklärt, wie einer Mitteilung der Staatskanzlei Nidwalden zu entnehmen ist.

Volksschule: Promotionen und die Übertritte können regulär erfolgen

Nach dem insgesamt sechs Wochen dauernden Ausfall des Präsenzunterrichts von insgesamt sechs Wochen verbleiben der Volksschule nach der Wiederaufnahme am 11. Mai im laufenden Semester noch acht Wochen, womit die Ausstellung der Zeugnisse, der Promotionen und die Übertritte an der Volksschule – mit dem notwendigen Augenmass – regulär erfolgen können. In den Zeugnissen wird einzig ein Vermerk zur Corona-Ausnahmesituation angebracht.

Kein Angebot für schulisch starke Jugendliche

Mittels Interpellation wollte Landrätin Franziska Rüttimann vom Regierungsrat wissen, ob schulisch starke Jugendliche in das kombinierte Brückenangebot des Kantons integriert werden könnten. In seiner Antwort hält der Regierungsrat fest, dass eine eine Integration von schulisch starken Jugendlichen in das kombinierte Brückenangebot zwar theoretisch möglich wäre und diese nach dem Modell der integrierten Orientierungsschule mit Niveaufächern umgesetzt werden könnte. Da schulisch starke Jugendliche ohne Anschlusslösung jedoch die Ausnahme bilden, sieht der Regierungsrat von einer Erweiterung des heutigen Angebots ab. Das kombinierte Brückenangebot, das ein Jahr dauert, soll weiterhin Jugendlichen vorbehalten sein, die infolge schulischer Leistungen im unteren bis mittleren Bereich keine Lehrstelle gefunden haben oder trotz realistischem Berufswunsch und aktiven Bemühungen bei der Ausbildungsplatzsuche nicht zum Ziel gelangt sind. (zim)

Gymnasium: Alle Kollegischülerinnen und -schüler werden ins nächste Schuljahr befördert

Da die Leistungsbeurteilung in der Mittelschule trotz Fernunterricht möglich ist, können die Zeugnisse am Ende des laufenden Schuljahres regulär ausgestellt werden. Der Promotionsentscheid wird laut Mitteilung allerdings ausgesetzt. Das heisst, dass alle Kollegischülerinnen und -schüler ins nächste Schuljahr befördert werden. Wer allerdings am Ende des letzten Semesters provisorisch promoviert wurde, muss zum Abschluss des 1. Semesters 2020/21 definitiv befördert werden. Andernfalls erfolgt eine Zurückversetzung oder der Ausschluss aus der Schule. Hinsichtlich der Maturität hält sich der Regierungsrat an die Empfehlung der EDK. Er verzichtet auf die Durchführung der mündlichen Prüfungen und hält an der schriftlichen Prüfung fest. Damit die schriftlichen Prüfungsresultate nicht überproportional zählen, sieht der Regierungsrat eine Anpassung bei der Gewichtung der Noten vor. So fliessen die Zeugnisnoten des letzten Schuljahres zu zwei Dritteln und die schriftliche Maturitätsprüfung zu einem Drittel in die Gesamtbeurteilung ein. Aufgrund des situationsbedingten, kurzfristigen Entscheids und um den Maturandinnen und Maturanden bei den Prüfungsvorbereitungen unter diesen ausserordentlichen Voraussetzungen entgegenzukommen, wird der Prüfungstermin um rund drei Wochen nach hinten verlegt.

Berufsbildung: Verzicht auf sämtliche schulische Prüfungen

In der Berufsbildung bestehen bezüglich Promotionen nationale Regelungen. Hinsichtlich der Abschlüsse hat der Bundesrat am 16. April die Verordnung über die Durchführung der Qualifikationsverfahren der beruflichen Grundbildung 2020 im Zusammenhang mit dem Coronavirus erlassen. Für das laufende Semester wird in den Abschlussklassen auf die Ausstellung eines Zeugnisses verzichtet, womit die entsprechenden Noten auch für das Qualifikationsverfahren entfallen. In den Nicht-Abschlussklassen wird ein Zeugnis ausgestellt, wobei die Beurteilung an gewisse Bedingungen gebunden ist. Der Promotionsentscheid wird – analog zur Regelung am Gymnasium – ausgesetzt. Was die Berufsmaturitätsprüfungen betrifft, ist der Regierungsrat gemäss Mitteilung der Auffassung, dass im gesamten Berufsbildungsbereich dieselben Regelungen gelten und damit wie national vorgegeben auf sämtliche schulische Prüfungen verzichtet werden soll. Die praktischen Prüfungen allerdings finden unter Einhaltung der Verhaltensregeln statt.