Nidwaldner Staatsarchiv stellt erste Inhalte online

Ausgewählte Dokumente können von überall her durchsucht und angeschaut werden. Doch nicht alle Dokumente sind verfügbar.

Martin Uebelhart
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Luftaufnahme der Kalk- und Steinfabrik Beckenried 1934. Ein Bild, das nun online einsehbar ist.

Luftaufnahme der Kalk- und Steinfabrik Beckenried 1934. Ein Bild, das nun online einsehbar ist.

Bild: Fotosammlung Otto Wyrsch/PD

Bereits heute kann man online die Bestände des Staatsarchivs auf der Webseite durchforschen. Bisher war es aber nicht möglich, Inhalte direkt online anzuschauen. Dies ändert sich nun. Das Staatsarchiv hat laut einer Medienmitteilung erste Serien mit zentralen Dokumenten und Dateien digitalisiert und online zugänglich gemacht. Die Inhalte können von überall her durchsucht und angeschaut werden. Unter den Dokumenten befinden sich Berichte und Publikationen der Kantonsbehörden, aber auch die historische Urkundensammlung und Nachlässe von Nidwaldner Fotografen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Interessierte können neu in folgenden Inhalten stöbern:

  • Urkundensammlung des Kantons mit Urkunden ab 1218
  • Tonaufnahmen der Landsgemeinde von 1958 bis 1996
  • Amtsberichte und -publikationen (Staatskalender, Budget, Staatsrechnung, Rechenschaftsberichte der Regierung und der Gerichte, Schulberichte und Jahresberichte der Mittelschule) von 1846 bis 2010
  • Fotosammlungen Franz Kaiser (1876-1934), Emil Goetz (1869-1958) und Otto Wyrsch (1903-1981)

Der Zugang erfolgt über die Website des Staatsarchivs, wo ein Link auf die Übersicht mit den online zugänglichen Beständen führt. Diese können auch gezielt nach Stichwörtern durchsucht werden. Komplizierte Recherchen in der gesamten Archivdatenbank sind nicht mehr nötig. Eine Registrierung braucht es nicht und die Inhalte werden kostenlos bereitgestellt.

Eine Gruppe von Knaben hat einen Schneemann erstellt. Das Bild ist um zirka 1900 herum entstanden.

Eine Gruppe von Knaben hat einen Schneemann erstellt. Das Bild ist um zirka 1900 herum entstanden. 

Bild: Fotosammlung Franz Kaiser, 1876-1934

Seit 2016 digitalisiert das Staatsarchiv systematisch eine kleine Auswahl seiner historischen Schätze. Bei der Frage, was digital erfasst wird, spielen verschiedene Kriterien eine Rolle. «Einerseits schauen wir, welche Dokumente besonders viel benutzt werden», sagt Staatsarchivar Emil Weber auf Anfrage. «Denn was viel benutzt wird, geht auch schneller kaputt.» Auch die Wichtigkeit der Dokumente sei ein wichtiger Punkt. «Wir stellen uns die Frage, was besonders erhaltungswürdig ist», hält Weber fest. In erster Linie seien das Kernüberlieferungen wie die Behördenprotokolle von Landrat, Regierungsrat und Gerichten sowie Quellen aus schlecht dokumentierten Zeiten. Die Digitalisierung werde extern gemacht, so Weber. «Wir hätten weder die Ressourcen noch die Infrastruktur dafür.»

Enorme Datenmenge

Bis jetzt sei eine Datenmenge von 850 Gigabyte zusammengekommen. Lange nicht alles, was digital eingelesen wurde, steht auch online zur Verfügung. «Aus Datenschutzgründen werden etwa Gerichtsurteile, Personalakten oder Sozialhilfeunterlagen nie online einsehbar sein.» Zu den jetzt verfügbaren Dokumenten würden weitere hinzukommen, etwa historische Behördenprotokolle von Landrat, Regierungsrat und Landsgemeinde ab dem 16. Jahrhundert sowie das Amtsblatt. Es sei nicht geplant, sämtliche Bestände des Archivs zu digitalisieren. «Es braucht nicht für alles eine Ersatzüberlieferung. Wir können im Archiv gut zu den Originaldokumenten schauen.»

Spätestens bis im kommenden Jahr soll zudem in den mit Schreibmaschine oder Computer verfassten Dokumenten die Volltextsuche möglich werden. «Bei handgeschriebenen Dokumenten wird das erst später möglich sein», hält Weber fest.

Zugang zu den online einsehbaren Beständen.