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Nun geht’s dem «Kreuz» in Ennetbürgen an den Kragen

Nach 186 Jahren ist Schluss: Das Hotel-Restaurant Kreuz wird abgerissen. Die letzten Hotelbetten im Dorfkern gehören definitiv der Vergangenheit an.
Irene Infanger
Abbruch des Hotel-Restaurants Kreuz: Bis Ende Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. (Bild: Irene Infanger, (Ennetbürgen, 27. Mai 2019)Abbruch des Hotel-Restaurants Kreuz: Bis Ende Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. (Bild: Irene Infanger, (Ennetbürgen, 27. Mai 2019)
Das Gebäude kurz vor dem Start der Arbeiten. (Bild: Boris Bürgisser (Ennetbürgen, 11. April 2019)Das Gebäude kurz vor dem Start der Arbeiten. (Bild: Boris Bürgisser (Ennetbürgen, 11. April 2019)
Es entstehen zwei neue Gebäude, vorne mit Gewerbe, hinten mit Mietwohnungen. (Bild: Visualisierung: PD)Es entstehen zwei neue Gebäude, vorne mit Gewerbe, hinten mit Mietwohnungen. (Bild: Visualisierung: PD)
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Nun geht’s dem «Kreuz» an den Kragen

Monatelang war es still um das Hotel-Restaurant Kreuz in Ennetbürgen. Baugespanne ragten über Monate hinweg in die Höhe, wiesen darauf hin, dass Neues entstehen soll. Nun sind sie weg. Nach dem langwierigen Baubewilligungsverfahren sind in den vergangenen Tagen die Bagger aufgefahren. Bis Ende Juni wird vom 186-jährigen Haus (siehe Kasten) samt angrenzendem Stall nichts mehr zu sehen sein.

Es macht zwei neuen Gebäuden Platz. Einen Hotel- und Restaurantbetrieb wird es in Zukunft nicht mehr geben. «Wir hatten einst ein Hotelprojekt im Fokus, konnten es jedoch aus diversen Gründen nicht umsetzen», erklärt Thomas Niedermann von der Nimmob AG. Ein zu grosses finanzielles Risiko hinderte die Verantwortlichen daran, die langjährige Gasthaus-Tradition weiterzuführen. Seit 2006 befindet sich das Kreuz-Areal im Eigentum der Firma Niedermann.

Gewerbe im Medizinbereich und Mietwohnungen

Auf den insgesamt 2345 Quadratmetern sind stattdessen zwei mehrgeschossige Gebäude geplant. Das vordere, das zur Stanserstrasse hin zu liegen kommt, enthält Gewerbe und wird im Stockwerkeigentum verkauft. Im Unter- und Erdgeschoss werden Physiotherapieräumlichkeiten eingerichtet. Dabei handelt es sich um die Physio- und Sportarena von Magnus Hagen. Im ersten Geschoss wird die Hausarztgemeinschaft Praxis am Bürgen, die aktuell an der Kreuzmatte 2 zuhause ist, ihren Platz finden. Zuoberst im Gewerbegebäude schliesslich ist eine Attikawohnung geplant.

Im hinteren Bereich wird ein Neunfamilienhaus mit 4,5- und 5,5-Zimmerwohnungen samt Einstellhalle realisiert. Die Wohnungen werden von der Nimmob künftig vermietet. Auf dem restlichen Areal wird es Aussenparkplätze für das Gewerbe und die Mietwohnungen sowie eine Begegnungszone mit Sitzbänken geben. Gleichzeitig wird die Verkehrssituation verbessert, indem der Abstand der Häuser zur Strasse hin vergrössert wird. Damit erhalten die Verkehrsteilnehmer von der Bürgenstockstrasse herkommend eine bessere Übersicht, um sich in die Stanserstrasse einzugliedern. Insgesamt investiert die Firma Nimmob 9 Millionen Franken.

Für Peter von Flüe, Ennetbürger Gemeinderat und in dieser Sache verantwortlich für den Tourismus in Ennetbürgen, ist das Ende des Hotels «ein Verlust für die Gastronomie». Der Entscheid sei jedoch nicht überraschend gekommen. «Er hat sich seit längerem abgezeichnet», betont von Flüe.

Verlust zeichnete sich immer deutlicher ab

In den vergangenen 15 Jahren habe die Nachfrage nach Hotelbetten stetig abgenommen. Am Ende wurden die Hotelzimmer vermietet. Dank dem Hotel Villa Honegg, dem Bürgenstock Resort und zahlreichen weiteren Hotels in der Region sei der Verlust des «Kreuz» gering. Erfreulich sei hingegen, dass mit der Arztpraxis und den Physiotherapieräumlichkeiten wichtige Dienstleister im Dorf gehalten werden können. «Das stärkt den Dorfkern und belebt das Dorf», ist der Gemeinderat überzeugt.

Wechselvolle Geschichte

1833 erhielten Franz und Melchior Bünter vom Landrat Nidwalden eine Wirtschaftsbewilligung für das Gasthaus zum Kreuz. Es war der Beginn der 186-jährigen Geschichte des Hauses. Wie das Ennetbürger Dorfheft «Us eysem Dorf» in seiner letzten Ausgabe berichtete, war die Geschichte des Hauses sehr wechselvoll. Neben zahlreichen baulichen Veränderungen änderte sich auch das Angebot stetig: Im Ladengeschäft waren einst unter anderem ein Coiffeur-Geschäft, ein Architekturbüro und eine Mosterei angesiedelt. Lang war auch die Liste der Eigentümer und Wirtsleute. Auch der Gemeinderat Ennetbürgen befasste sich einst damit, das Gebäude zu erwerben, um seinen Vereinen auch in Zukunft einen grossen Saal für etwaige Anlässe anbieten zu können. Aus finanziellen Gründen wurde dieses Vorhaben jedoch nicht weiterverfolgt, wie dem Dorfheft zu entnehmen ist. (inf)

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