OB-/NIDWALDEN: «Der kulinarische Standard ist hoch»

Im neuen Guide Bleu fanden gleich 14 Wirtshäuser Aufnahme. Was dies bringt, verraten drei bekannte Gastronomen.

Kurt Liembd
Drucken
Teilen
Darf sich über eine gute Bewertung freuen: Gastgeber Walter Blaser in der Brasserie Le Mirage in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann)

Darf sich über eine gute Bewertung freuen: Gastgeber Walter Blaser in der Brasserie Le Mirage in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann)

Kurt Liembd

«Der Wirt Walter Blaser hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet allen unter 25 Jahren ein Gourmet-Menü zum reduzierten Preis an.» Dies steht nicht etwa in einer Werbung, sondern im neusten Gastroführer Guide Bleu. In der Tat: Walter Blaser war schon immer innovativ, seit er die Brasserie Le Mirage im April 2007 eröffnete, aber auch vorher als Gastronom im «Du Lac» in Hergiswil und im Waldhotel auf dem Bürgenstock. Zudem erhielt sein Betrieb schweizweit schon zweimal die Auszeichnung «Gastgeberteam des Jahres».

Eintrag lässt sich nicht kaufen

Dass er im neuesten Guide Bleu die Note 7 erhielt und damit das Mirage etwa gleich bewertet ist wie die Hotels Grand Casino, National oder Astoria in Luzern –, hat seine Gründe. Ausschlaggebend war nicht nur Blasers Herz für Junge, sondern sein Flair für alle Altersgruppen. «Die Küche unter der Leitung von Küchenchef Moreno Balsamo bietet einen breiten Querschnitt durch die allerbesten Brasserie-Gerichte», heisst es im Guide Bleu. Blaser und sein Team freuts. Und seine Gäste, die aus der halben Schweiz anreisen, ebenso. «Ich habe sensationelle Mitarbeiter», sagt Blaser auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept. Die gute Bewertung im Guide Bleu sei für das ganze Team sowohl Bestätigung wie auch Motivation für die Zukunft, so Walter Blaser. Dabei macht er auch klar: «Bei der Bewertung wurde rein gar nichts getürkt.» Er habe keine Ahnung, wann und wie viele Male die Tester zu Gast waren, und diese hätten sich auch nicht zu erkennen gegeben. Genau dies ist typisch für den Guide Bleu. Ein Eintrag lässt sich nicht kaufen – er ist sogar gratis.

Ähnlich positiv wie im «Le Mirage» tönt es bei Urs Emmenegger, Gastgeber des Glasi-Restaurants Adler. «Wir werden von unseren Gästen relativ oft auf den Guide Bleu angesprochen», freut sich Emmenegger. An die Adresse seiner Gäste sagt er: «Von Betrieben, welche im Guide Bleu eingetragen sind, darf man als Gast einfach mehr erwarten.» Entsprechend motiviert und stolz sei sein Personal auf diese Auszeichnung. «Der Guide Bleu ist für mich ein Werkzeug, welches wie ein roter Faden das Personal auf gewisse Standards bringt, und zwar nicht nur küchenmässig, sondern auch bezüglich Service und Ambiente.»

Und was meint Emmenegger in der Funktion als Präsident von Gastro Nidwalden über die hiesige Gastronomie? «Der kulinarische Standard in Nidwalden und wohl auch in Obwalden ist extrem hoch.» Dies gelte auch für viele andere Betriebe, welche nicht im Guide Bleu erwähnt sind. Emmenegger: «Ich würde in jedem Restaurant in Ob- und Nidwalden essen gehen. Alle haben auf ihre Art ihre Berechtigung.»

200 Betriebe erstmals getestet

Eine positive Einschätzung gibt es auch von Gastro-Journalist Herbert Huber. Er selber war früher während vieler Jahre als Tester unterwegs, heute wirkt er bei der Entstehung des Guide Bleu als eine Art «graue Eminenz» mit und bringt seine Erfahrungen ein. Über Sinn und Zweck des Gastroführers sagt Huber: «Der Guide Bleu ist ein Garant für eine seriöse, korrekte und wertschätzende Gastrokritik.» Der Grund: «Unsere Tester aus der ganzen Schweiz haben mehr als 600 Restaurants anonym getestet. Sie sind nicht Journalisten oder Berufsköche, sondern Menschen mit einer grossen Affinität für Gastronomie.» Speziell erwähnt Huber Folgendes: «Im neuen Guide Bleu erwähnen wir wiederum 200 Betriebe, die noch gar nie von einem Gastroführer getestet wurden.» Das Buch sei eine Trouvaille für gastronomische Neuentdeckungen.

Hinweis

Der Guide Bleu 2015 ist im Buchhandel für 49 Franken erhältlich. Infos: www.guide-bleu.ch