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OB-/NIDWALDEN: Der Sommer bringt Waldhonig

Die Unterwaldner Bienenzüchter konnten in diesem Sommer wieder einmal den begehrten Waldhonig ernten. Ein Erfolg mit Schattenseiten.
Richard Greuter
Hampi Krähenbühl kontrolliert seine Bienenstöcke in Fürigen. (Bild: Corinne Glanzmann)

Hampi Krähenbühl kontrolliert seine Bienenstöcke in Fürigen. (Bild: Corinne Glanzmann)

«Nach einem schlechten Frühling folgt oft ein schöner Sommer.» Das sagte Hampi Krähenbühl, Präsident des Bienenzüchtervereins Nidwalden, vor rund zwei Monaten gegenüber unserer Zeitung. Dass er mit dieser Aussage recht haben könnte, dachten damals wohl wenige. «Nach dem enttäuschenden Frühling konnten zwar einige Bienenzüchter etwas Blütenhonig ernten.» Aber viel sei es nicht gewesen, so Hampi Krähenbühl diese Woche. Wesentlich versöhnlicher mit den Imkern habe sich der Sommer gezeigt. Dieser habe den Bienenfreunden wieder einmal eine Waldhonigernte beschert.

Waldhonig bleibt flüssig

Seit sechs Jahren ist Krähenbühl begeisterter Imker, und seit einem Jahr präsidiert er den Bienenzüchterverein Nidwalden. Auch seine Ehefrau Regula Budmiger hat die Freude an der Bienenzucht entdeckt. Zusammen betreuen sie insgesamt 23 Bienenvölker.

Der reine Waldhonig zeichnet sich aus durch seine dunkle Farbe, dem kräftigen Geschmack und ist bei vielen Konsumenten sehr beliebt. Zudem kandiert der Waldhonig nicht, wie beispielsweise der Blütenhonig. Für den dreifachen Familienvater ist der Waldhonig in den Waben seiner Bienen etwas völlig Neues. «In meiner Laufbahn ist es das erste Mal, dass ich Waldhonig ernte», freut sich Hampi Krähenbühl, und meint weiter: «An diesen dunklen Honig bin ich nicht gewöhnt.»

In Ob- und Nidwalden eher selten

«Der Waldhonig entsteht von verschiedenen Läusen auf Rot- und Weisstannen», erklärt der Ob- und Nidwaldner Imkerberater Hans Vogler. In den letzen Jahren sei der bei vielen Konsumenten äusserst beliebte Waldhonig – in Fachkreisen Honigtauhonig genannt – in den beiden Halbkantonen eher selten geworden.

Doch Hans Vogler erinnert sich noch an frühere Zeiten: «Vor Jahrzehnten hatten wir durchschnittlich alle vier Jahre eine gute Waldhonigernte.» Den Grund sieht der Imkerberater in den starken Sommergewittern der letzten Jahre, die einer aufkommenden Waldtracht jeweils ein Ende setzten. Und genau diese von den Imkern gefürchteten Gewitter seien diesen Juli ausgeblieben. Von einer Tracht spricht man in Imkerkreisen, wenn die Bienen mehr Nahrung in den heimischen Bienenstock eintragen, als sie momentan selbst verbrauchen.

Varroamilbe fordert Imker

Doch wie vieles hat auch die Waldtracht ihre Schattenseiten. Die Bienenzüchter sind mit der Abschlussernte für den Honig drei Wochen im Verzug, weiss der Nidwaldner Bieneninspektor Paul Laternser. Laut ihm wurde die gefürchtete Varroamilbe im Frühjahr in ihrer Entwicklung etwas abgebremst, konnte aber in den letzten drei Wochen stark aufholen. Für den Bieneninspektor ist deshalb klar: «Wir müssen die Varroamilbe im Auge behalten.» In Nidwalden wird sie schon seit Jahren primär mit biologischen Mitteln bekämpft. «Imker, die dies vernachlässigen, gefährden nicht nur ihre Bienenvölker, sondern auch diejenigen ihrer Kollegen in der Nähe», sagt der Bieneninspektor.

Ein weiteres Übel erwartet die Bienenzüchter im kommenden Frühjahr. Überwintern die Bienen auf zu viel Waldhonig, drohen ihnen aufgrund der Konsistenz des Waldhonigs Darm­krank heiten wie die Ruhr. «Es ist Aufgabe der Bienenzüchter, dies mit geeigneten Massnahmen zu verhindern», hält Laternser fest. Das Beste, was man dagegen tun kann, so der Bieneninspektor, ist die Fütterung mit Zuckerwasser.

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